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waren ihr von selbst abgefallen, jedenfalls aufVeranstaltung des Zeus, Apollod.) und kommtin dem Kithairon zufällig zu dem Gehöfte, woihre indes herangewachsenen Söhne wohnten.Zethos hält die um Schutz Flehende für eineflüchtige Sklavin und weist sie zurück. Unter-dessen kam Dirke, welche als Bakchantinmit andern Frauen im Kithairon umher-schwärmte, zu demselben Gehöfte, fand An-tiope und schleppte sie fort, um sie zu töten.(Dirke übergab sie ihren Söhnen, um sie zutöten, Schul. Ap. Iih.). Da entdeckte der Hirtden Jünglingen, dafs Antiope ihre Mutter sei.Sie eilen der Dirke nach und entreifsen ihrdie Mutter; die Dirke aber binden sie mit denHaaren an die Hörner eines Stieres und tötensie so. Da sie im Begriffe waren, auch denLykos (welchen sie unter dem Vorwand her-beigerufen, ihm die Antiope übergeben zu wol-len, Schol. Ap. Bit.) zu töten, verbot es ihnenHermes, der dem Lykos befahl, die Herrschaftdem Amphion abzutreten (nach Apollodor tötensie ihn). So die Erzählung bei Hygin. f. 8,womit im allgemeinen Apollodor und Schol.Ap. Bh. a. a. 0. übereinstimmen. Nach Paus.2, 6, 2 hatte Epopeus des Nykteus Tochter ausTheben geraubt. Nykteus zog gegen Sikyon,wurde in einer Schlacht besiegt und auf denTod verwundet. Sterbend übertrug er seinemBruder Lykos die Bache. Da aber Epopeusunterdessen ebenfalls an einer in der Schlachtempfangenen Wunde gestorben war, so warLykos des Kriegs überhoben; denn Lamedon,der Nachfolger des Epopeus, lieferte freiwilligdie Antiope aus. Auf dem Wege nach The-ben gebar sie die Zwillinge. Als den Ort, woAntiope die Knaben niederlegte, nennt Paus.1, 38, 9 eine Grotte bei Eleutherai; in derenNähe war eine kalte Quelle, in welcher derHirte die Knaben wusch. Hygin. f. 7 giebtuns noch eine andere Version der Sage: Antiope,des Nykteus Tochter, war des Lykos Gemah-lin und wurde von ihm, da Epopeus ihr heim-lich beigewohnt, verstofsen, worauf Zeus ihrnahte. Lykos heiratete jetzt die Dirke, undda diese Verdacht hatte, dafs ihr Gemahl heim-lich noch die Antiope liebte, liefs sie dieselbedurch ihren Diener fesseln und einkerkern.Als die Zeit ihrer Geburt nahte, entfloh An-tiope mit dem Willen des Zeus in den Kithai-ron, wo sie eine Stätte zur Niederkunft suchteund an einem Zweiwege gebar. Deshalb be-nannten die Hirten, welche die Knaben wieihre Kinder aufzogen, den Zethos από τον ξη-τεΐν τόπον und den Amphion ori, εν SwSco ηott αμφί oSov αυτόν ετεχεν. Ebenso Euripi-des: παρά τό παρά την αμφο$ον ηγονν παράτο αμφι την όό'όν γεννη&ήναι (Fr. 182 beiBaude, fragm. trag. gr. p. 328) und Zethosvon ξητειν (vgl. 184). Et. M. p. 92, 27. iri-stoph. fr. 304. S. Starlc S. 307, der den NamenAmphion von der Doppelseitigkeit der Brüderund Zethos von ξέω herleitet. Eifersucht derDirke gegen Antiope bei ihrer Peinigung neh-men auch an Propert. 3, 15. Lutat. zu Stat.Blieb. 4, 570. Mytliogr. Vat. 1 , 97. 2, 74. Epi-gramm v. Kyeile. 7 . Nach Schol. Eurip. Phoen.102 wurde Antiope von Dirke dem Zethos und
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Amphion, welche auf einem Gehöfte der Dirkeaufgewachsen und daher ihre Diener waren,übergeben, damit diese sie durch Stiere zer-reifsen ( Siaondaui ) liefsen, weshalb Dirke her-nach derselben Strafe verfällt. Wahrschein-lich erlitt auch bei Euripides Dirke die derAntiope zugedachte Strafe durch die Zwillings-brüder , indem sie von einem wilden Stierzu Tode geschleift wurde. Welcher S. 825.Die Scene, wie Dirke von den beiden Brü-dern zur Strafe an den Stier gebunden wird,ist dargestellt in der berühmten Kolossal-gruppe in Neapel , dem sogen. FarnesischenStier (toro Farnese), gearbeitet von den tral-lianisehen Künstlern Apollonios und Tauriskos,Plin. 36, 4, 10. Winckelmann , W. 0, 1 S. 128 ff.(vgl. 2 S. 233). 7 S. 190. Heyne , antiqiiar.Aufs. 2 S. 182. Welcher, alteDcnhm. 1 S. 352 ff.O. Jahn in der archäul. Zeitung 1853, n. 50 f.vgl. n. 58. Müller, Handb. d. Areh. § 157.Denhm. d. a. K. 1, Taf. 47, n. 215 a. Uver-bech, Gesell, d. griech. Plastik 2 S. 240 ff. Die-selbe Gruppe auf einer Münze von Thyateira( Echhel, B. aneed. tb. 15, 1, vgl. D. B. 3 p. 91.122. Müller a. a. O. n. 215 b) und auf Reliefsetruskischer Totenkisten ( archäolog. Zeitung1852, S. 502 f.). Eine freiere Nachbildung die-ser Gruppe auf einer Gemme bei Millin Gail,myth. pl. 140, n. 514. Müller a. a. O. n. 215 c.*)Dirke wurde von Zethos und Amphion in diegleichnamige Quelle geworfen (Apollod. 3, 5, 5.Paus. 9, 25, 3) oder von Dionysos , dessen Ba-kchantin sie war (Paus. 9, 17, 4), in diese Quelleverwandelt. Hyg. f. 7. Eine Quelle Dirke warim Kithairon, der bei Stat. Blieb. 9, 678 ff.mons -IHrcaeus heilst, Preller, gr. Myth. 2 S.33. Stark, Biobe S. 365. Bekannter ist dieQuelle Dirke bei Theben, von der dieselbeSago gilt. Stellensammlung über Dirke beiUnger, Theb . Paradox, p. 82—103. Antiopeward von dem durch den Tod der Dirke er-zürnten Dionysos in Wahnsinn versetzt undschweifte umher, bis Phokos in Tithorea sieheilte und heiratete. Hier starb sie und ruhtemit Phokos in gemeinsamem Grab. Paus. 9,17, 4. 10, 32, 7. Den Lykos versetzte Posei-don auf die Seligen Inseln. Apollod. 3, 10,1, s. Stark, Biobe 393. — In der Stille desLandlebens hatten die Zwillingsbrüder sich zuzwei ganz verschiedenen Charakteren heraus-gebildet. Zethos war kräftig, rauh und hartenSinnes (Horae nennt ihn severus, Propere du-rus, Seneca trux) und der Jagd und Vieh-zucht ergeben, Amphion dagegen, von weiche-rem und zarterem Gemüt (mollis, Propere),liebte Gesang und Saitenspiel, ein Gegensatz,der von Euripides in der Antiope und vonanderen Schriftstellern so entwickelt ward, dafssie zu Vertretern des musischen und banausi-schen, des philosophischen und praktischenSinnes und Lebens geworden sind: Eubul. beiAthen . 2 p. 47, vgl. 8 p. 351 B. Apollod. 3,'5, 5. Auch ad Herenn. 2, 27, 43. Cic. de inv.1, 50, 94. de or. 2, 37, 155. de rep. 1, 18, 30.Verg. Ecl. 2, 23 und Serv. Lutat. zu Stat.
*) Andere Monumente sind publiciert von Dilihey,Archäol. Zeitung 1878 Taf. 7—9. [Schreiber]
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