Band 
Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
Seite
789-790
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sein sollte, Steph. Byz. s. v. Βοίβη. Schot II.2, 711. [Schultz.]

Boios ( Βοιός oder Botog), ein Heraklide, derGründer von Boiai in Lakonien , das er mitKolonisten aus Etis, Aphrodieias und Side be-siedelte, nachdem Aphrodite durch einen unterMyrten sich verbergenden Hirsch den Platz fürdie Gründung· bezeichnet hatte, Baus. 3, 22, 9.Vgl. auch C. I. Gr. 3064. [Schultz.]

Boiotia {Βοιωτία) , Gemahlin des Hyas undMutter der Hyaden, Hygin. poet. astr. 2, 21.

[Schultz.]

Boiotos (Βοιωτός), Sohn des Poseidon ^mdder Arne (s. d.), Diod. 4, 67. Schot II. 2, 494.Steph. Byz. s. v. Βοιωτία ; oder Sohn des Posei-don und der Antiope, Hygin. f. 157, oder Sohndes Poseidon und der Melanippe, Diod. 19,53. Straboß p. 265. Hygin. f. 186; oder Sohndes Itonos und der Melanippe, Paus. 9, 1, 1.Steph. Byz. s. v. Βοιωτία. S. auch Aiolos .

[Schultz.]

Bolbe (Βόλβη), die Göttin des Sees Βάλβηoder ΚερΛίνΐτις am Strymonischen Meerbusen,von Herakles Mutter des Olynthos , Heges. beiAthen . 8, 11 p. 334e. Sonst wird letztererauch Sohn des Strymon genannt. S. Olyn-thos. [Steuding.]

Boline ( Βολίνη ), eine Jungfrau, die vor Apol-lon fliehend bei der gleichnamigen Stadt inAchaja ins Meer sprang, Paus. 7, 23, 3. Et.M. s. v. Βόλινον. [Schultz.]

Bolvinnus, ein gallischer Beiname des Marsauf einer Inschrift, Bull. d. Inst. arch. 1859S. 191. Vergl. Zeufs,.gr. C. p. 140, wo Βόλ-yiog von bela (bellare) abgeleitet wird (s. Bela-tucader), über die Endung ebenda p. 774.

[Steuding.]

Bona Dea ist an und für sich eine allge-meine Bezeichnung für eine Heil und Segenspendende Göttin. In Rom aber und auch imübrigen Italien wurde unter dieser allgemeinenBezeichnung eine bestimmte Göttin verehrt,deren eigentlichen Namen auszusprechen nichterlaubt war (Serv. Aen. 8, 314, vgl. unten).Wer indes diese Göttin war, ergiebt sich ausMythus und Kultus (vergl. im Allgem. aufseider weiterhin angeführten Litteratur Stoll inPaulys Bealenc. s. v. Bona Dea und Barem-berg-Saglio, Bictionn. des antiquitis 725f. s. v.Bona Dea). Im Mythus tritt Bona Dea als die Tochter oder Frau des Faunus auf.Der Vater stellt der Tochter, von Liebe ent-brannt, nach; aber diese widersteht ihm undgiebt auch, von ihm durch Wein berauschtnicht nach, so dafs er sie mit Myrtenzwei-gen züchtigt; endlich gelingt es ihm, in eineSchlange verwandelt ihr beizuwohnen (Macrob.sat. 1, 12, 24). Die Legende, die sie als Gat-tin des Faunus hinstellt, erzählt, dafs sie kun-dig aller weiblichen Wissenschaft und so keuschgewesen sei, dafs sie nie phr Gemach verliefs,ihr Name nie in der Öffentlichkeit gehörtwurde und sie aufser ihrem Gatten keinenMann sah oder von einem solchen gesehenwurde (Varro bei Lactant. I. Ώ. 1, 22 undMacrob. 1, 12, 27. Tertull. ad nat. 2, 9. Serv.Ά. a. 0.). Weil sie heimlich einen Krug Weinausgetrunken habe und berauscht worden sei,

habe sie ihr Gemahl mit Myrtenruten zuTode gepeitscht und nachher, als ihn Reueerfafste, zur Göttin erhoben (Sex. Clodiusbei Arnob. 5, 18:sexto de düs graeco, vergl.1, 13 und bei Lactant. a. a. 0 . Plut. Q. Ii. 20vergl. dazu Klausen , Aen. u. d. Pen. 851 £).Ferner bringt die Sage die Göttin mit Hercu-les in Verbindung. Als dieser mit den Rin-dern des Geryon nach Italien gekommen war,machte er, vom Wege und dem Kampfe mitCacus ermüdet und von Durst gequält, amVelabrum Halt; da hörte er das Lachen derJungfrauen und Frauen, die in dem vom Waldeumschlossenen Heiligtume das Fest der BonaDea feierten; er bat um einen Labetrunk,aber die Priesterin wies ihn zurück und ant-wortete, dafs sie ihm den Trunk nicht reichendürfe, da das Fest der Frauengottheit gefeiertwürde und Männer von den Opfergabgn nichtsgeniefsen dürften; erzürnt darüber schlofs Her-cules die Frauen von seinem Opfer an der aramaxima aus ( Varro bei Macrob. 1 , 12, 28.Propert. 5, 9). Preller, B. Μ. 3 1, 399 hat be-merkt , dafs die Legenden sich an die Ge-bräuche im Kultus der Göttin anlehnen (auchPreuner , Hestia-Vesta 410 erkennt in ihneneinen Reflex der Kultusgebräuche). Das be-rühmteste Heiligtum der Bona Dea in Rom lag am Aventin unterhalb des sogen. Saxum;eine Vestalin Claudia hatte dort einen Tem-pel erbaut, den Livia erneuerte; als Stiftungs-tag galt der 1. Mai; von der Lage des Tem-pels erhielt die Göttin den Beinamen Sub-saxana ( Ov. f. 5, 148ff, vgl. Cie. de domo 53,136. Cornel. Labeo bei Macrob. 1, 12, 21.Curios. u. Notit. Urb. p. 20 f. Pr. 560 Jord.Becher, Top. 454 f.). Eine früher auf Grundeiner Stelle des Ael. Spartian. v. Hadr. 19angenommene Verlegung des Tempels durchHadrian hat nicht stattgefunden (MaruccM imBullet, della commiss. arch. com. 7, 1879 p. 231).Das Heiligtum durfte kein Mann betreten (Ovid.a. a. 0. und a. am. 3, 637. Propert. a. a. 0. 26.53ff. Fest. 278s. v. religiosus. Macrob. 1,12,26);Frauen versahen den Dienst der Göttin (mitPropert. a. a. 0. 51, Macrob. 1,12, 28; vgl. C. I.L. 6, 68. 2236f. 2240; die Inschriften 2238f.deuten auf ein Kollegium von Priesterinnenmit einer magistra an der Spitze, vergl. diemagistrae und ministrae der Bona Dea inAquileia C. I. L. 5, 757. 759. 762 und Ephem.epigr. 4, 872). Das der Göttin bestimmteOpfertier war das Schwein, weshalb BonaDea mit Proserpina und X&ovlw 'Εκάτη identificiert wurde (vergl. Klausen a. a. 0.853); ursprünglich brachte man als Opfer-gaben auch Milch und Honig, wie aus demNamen lac für Wein und mellarium für denbeim Opfer verdeckt hingestellten Weinkrugzu schliefsen ist; über dem Bilde der Göttinwölbte sieh eine Weinrebe; Myrtenzweigewaren aus dem Tempel verbannt (Plut. a. a. 0.Arnob. 5, 18. Lactant. a. a. 0. Macrob. 1,12, 23. 25). Dieselben Kultussatzungen liegendem Feste zu Grunde, das in Rom im Anfangdes December gefeiert wurde (C. B. Hüllmann,Be orig. Bamii, Bonn 1818 p. 14f. Brumann,Gesell. Borns 2, 204. 5, 502. Marquardt, Beim.

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