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Staats-Verw. 3, 332). In dem Hause, das inimperio war, also des Prätors oder Konsuls,versammelten sich zu einer nächtlichen Feier,vorbereitet durch Enthaltsamkeit, besonders imgeschlechtlichen Verkehr, die vornehmstenFrauen Roms mit den vestalischen Jungfrauen.Das Haus wurde mit Weinlauben geschmückt,während Myrtenzweige auch hier verbotenwaren, und die Frauen selbst schmückten sichmit Kränzen und Blüten. Die Frau oder Mut-ter des höchsten Beamten brachte mit denVestalinnen der Göttin ein Opfer für das Wohldes römischen Volkes dar (popularia sacra Mar-ticil. 10, 41, 7; publicae caerimoniae Sueton.Caes. 6), bestehend in den angegebenen Ga-ben. Kein Mann durfte bei der Feier zu-gegen sein; man fürchtete Erblindung alsdie Strafe der Göttin für Verletzung die-ses Gebotes; selbst alle männlichen Bild-werke wurden verhüllt, überhaupt alles Männ-liche entfernt, der Hausherr mufste währendjener Nacht aufser Hause sein; sogar denNamen der Göttin durfte kein Mann hören(Cie. ad Ätt. 1 , 12, 3. 13, 3. 5, 21, 4 eil. 6,1, 1. 15, 25. ad fam. 1, 9, 15. de domo 40,105. har. resp. 3, 4. 5, 8. 17, 37. 18, 38.Mil. 27, 72. d. leg. 2, 9, 21 eil. 14, 35 parad.4, 2, 32. Tibull. 1 , 6, 21 ff. Propert. a. a. 0.26. 52. Liv. epit. 103. Senec. ep. 16, 2(97), 2.luven. 2, 83ff. G, 314ff. Flut. Cic. 19f. 28.Caes. 9. Q. B. a. a. 0. Cass. Dio 37, 35. 45.Amol·., Lactant. a. aa. 00. Marquardt a, a. 0.Preller, Böm. Mythol. 3 1 , 402f.). Den Ursprungdes Opfers setzte die Überlieferung unter dieKönige; es geschah incredibili caerimonia undwird als sanctum, sanctissimum bezeichnet;die Göttin selbst wurde Sancta, Sanctissi-ma und Augusta = Sancta genannt (Cie.har. resp. 17, 37. de domo 42, 109. Mil.a. a. 0. Orelli 1523. C. I. L. 6, 69. 5, 756.761. 10, 5383). Griechischer Einflufs (vgl.
Stoll, Daremberg -Saglio a. aa. 00.) giebt sichin den Namen Damium, Damia und damia-trix, womit das nächtliche Fest, die Göt-tin und ihre Priesterin bezeichnet wurden(Paul. p. 68 Damium. Placid. p. 30, 12 u.33, lD.; vgl. Gloss. Labb. s. v.) zu erkennen(vgl. Damia). Unter dieser Einwirkung erhieltdie Feier den Charakter eines Leetisterniums(pulvinaria Cic. har. resp. 5, 8. Pison. 39, 95.Mil. a. a. 0., vgl. de domo 53, 136); die an dasOpfer schon zu Ciceros Zeit sich anschliefsendeausgelassene Lustbarkeit erinnerte die Altenin ihren symbolischen Bräuchen an die grie-chischen Mysterien und Orgien und veranlafstedie Gleichstellung der Göttin mit Kybele undSemele (Cic. ad AU. 5, 21. 14. 15, 25. Flut.Caes. a. a. 0. Cic. 19. Macrob. 1 , 12, 23;über den Frevel des Clodius vergl. Drumanna. a. 0. 2, 205. Preller a. a. Ö. 403). Diehöchste Sittenlosigkeit bei dem Feste schildertluvenal (a. aa. 00.); vgl. C. I. Gr. 6206. —Bei dem Volke genofs Bona Dea als Heil- undländliche Segensgöttin eine weitverbreiteteVerehrung, ln ihrem Tempel zu Rom befandsich eine Apotheke, aus der die PriesterinnenHeilmittel verabreichten; man verglich sie mitMedea (Macrob. 1,12, 26) und identificierte
sie mit Hygia (Bonae Deae Hygiae C. I. L.
6, 72, wo Bona Dea nur Epitheton zu Hygiaist, Henzen im Bullet, d. inst. 1864 p. 33 u. 63f.);sie erhält das Symbol der Schlange (so aufdem Altar C. I. L. 6, 55; Plut. Caes. a. a. 0.erwähnt ein Tempelbild der Bona Dea mit einerSchlange); in ihrem Tempel hielten sich Schlan - .gen auf (Macrob. a. a. 0.). C. I. L. 6, 68 '
wird ihr die Heilung von Augenleiden zuge-schrieben; aus gleicher Veranlassung erhältsie den Beinamen Oclata d. i. oculata (C. I. L.
6, 75, vgl. Preller, Ausgew. Aufs. 309 f. Det-lefsen im Bull. d. inst. 1861 p. 177 ff. Bruzzain Ann. d. inst. 33, 1861, 387f.). Viel-leicht gehört hierher die Bona Dea Lucifera(C. I. L. 6, 73), falls das Beiwort sie nichtetwa als Geburtsgöttin bezeichnet. Auf Kräf-tigung einer Kranken mufs die Widmung BonaeDeae Conpoti (C. I. L. 6, 71) bezogen wer-den, auf Befreiung von einem Ohrenübel dieDedikation auribus Bonae Deae = Bonae DeaeAuritae, wie Oclata (C. I. L. 5, 759 u. Momm-sen das., Jordan bei Preller a. a. 0. 404 A. 2;vgl. auribus Aesculapii et Hygiae C. I. L. 3,
986 und Friedländer, Sittengesch. 3 6 , 539). Esscheint, dafs auch die Bona Dea Restituta,die im pagus Janiculensis einen Tempel hatte,zu deuten ist als 'Wiederherstellerin’ (vergl.Oclata, Conpos) und mit der Wiederherstel-lung des aventmischen Tempels (oben, vergl.Preller a. a. 0. 402 und Daremberg-Saglio
а. a. 0.) nichts zu thun hat (C. I. L. 6, 65—67, gefunden in Trastevere , woher auchdie Widmung an Bona Dea Ocl., vgl. Detlef-sen, Bull. 1861 p. 178f. Marucchi a. a. 0.).
— Der Landmann verehrt Bona Dea als Spen-derin der Gaben des Feldes: Augusta Bona DeaCereria (C. I. L. 5, 761, vgl. Bruzza a. a. 0.),
Bona Dea Agrestis Felix (C. I. L. 6, 68); vglauf der Widmung C. I. L. 10, 4615 die Bil-der eines Landmannes und eines Weibes mitäpfelgefüllten Körben; vgl. Damia. Verwand-ter Art mag die Bona Dea Nutrix (C. I. L.
б, 74) sein. Als Schutzgöttin eines ganzenGaues heifst sie Bona Dea Pagana (C. I. L.
5, 762, vgl. das. 1, 1279, wo magistri Laver-neis der Bona Dea pagi decreto ein templumerrichten; über die hiernach von Bergk an-genommene enge Verwandtschaft von BonaDea und Laverna vergl. Damia); unter ihreObhut werden bestimmte Örtlichkeiten ge-stellt (C. I. L. 6, 67) und sie erhält vondiesen ihre Beinamen: Bona Dea AnnianensisSanctissima d. i. des Hauses der Annii (C. I.
L. 6, 69. Ephem. epigr. 4 n. 722), Bona DeaGalbilla d. i. der horrea Galbiana (Ephem.epigr. a. a. 0. n. 723a und Mommsen das., vgl.den Genius horreorum Galbianorum C. I. L.
6, 236), Bona Dia castri fontanorum (C. I.
L. 6, 70); nicht zu entscheiden ist, ob dieBona Dea Sevina (Orelli 1520) in gleicher >Weise aufzufassen ist. Die Göttin beschütztländliche Arbeiten; wegen glücklicher Voll-endung eines Wasserlaufes stellt ein redemptor
der Bona Dea Sanctissima Caelestis ein Heilig-tum wieder her (Or. 1523, wo Preller a. a. 0.
404 und Henzen, Bull. 1864 a a. 0. eine späteVermengung mit dem Kult der Caelestis an-
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