Bona Dea
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nehmen, vgl. unten); 0. I. L. 10, 1549 löstder Bona Dea ein redemptor marmorarius einGelübde. Aufser den angeführten Zeugnissenbeweist noch eine ganze Anzahl von Heilig-tümern und Widmungen die Popularität derBona Dea in ganz Italien (Kapelle bei Bovil-lae : Cie. Mil. 31, 86. Ascon. in Mil. p. 27K. et Sch. Canina in Ann. d. inst. 25, 1853,185f. . Bormann, Altlat. Ghorogr. 162; Ruineneines kleinen Tempels bei Blei, Bull. d. inst.1881, 8 f.; Orelli 686 ebenfalls ein etruskischesHeiligtum; 0. I. L. 5, 8242 Altar der BonaDea und der Parcen aus Aquileia ; C. 1. L.6, 53—76 aus Rom , darunter Inschriften vonAltären und Kapellen; G. I. L. 1, 1426. 9,684. 5421. 10, 1548. 5383. 5998); in Umbrien entspricht ihr die Cupra mater (vgl. s. v.); fastgar keine Denkmäler haben wir aus den Pro-vinzen (0. I. L. 8, 4509. 10765 eine Bona Dea Augusta; eine solche auch Bull. d. inst. 1850,155f.). Da der Name Bona Dea ein ganz all-gemeiner ist, kann es nicht wunderbar erschei-nen , dafs derselbe schliefslich auch anderenGöttinnen beigelegt wird (Bona Dea IunoEphem. epigr. 2 n. 649. Bona Dea CaelestisG. I. L. 10, 4849. Bona Dea Venus CnidiaG. I. L. 6, 76; vgl. Preller a. a. 0. 404. Uen-zen a. a. 0. G. I. L. 5, 760; die Bona Dea Regina Triumphalis Bull. d. inst. 1864, 108erinnert an Iuno Regina , Isis Regina und Trium-phalis); in diesem Sinne wird eine Verstorbeneals Dea Bona Piabezeichnet(OreHil527). Bild-werke. Wir kennen zwei durch beigeschriebe-nen Namen gesicherte Bilder der Göttin, die sieals sitzende Frau mit einem Büllhorn darstellen:Münze von Pästum Eckhel, Doctr. mumm. 1,158, abgeb. bei Gerhard, Agathodäm. u. BonaDea in Abh. d. Berl. Ale. 1847 Taf. 2, 7 = Ges.Abh. Taf. 49 und Daremberg-Saglio a. a. 0.Big. 867; und eine von Marucchi Di unarara statuetta rappresentante la Bona Deaa. a. 0. p. 227ff. Taf. 23 publicierte Sta-tuette aus Albano, vgl. nebenstehende Abbil-dung, bei welcher der antike, nicht zugehörigeKopf wegzudenken ist; das Haupt der Sta-tuette war verhüllt. Bin Teil einer sitzendenBrau ist erhalten auf der Basis G. I. L. 6, 72(oben; vgl. das, 61 ein Marmorsessel); zumAttribut des Füllhorns vgl. den mit Kränzenaus Früchten aller Art geschmückten AltarG. I. L. 6, 54. Macrob. 1, 12, 23 erwähnt einBild der Göttin, das ein sceptrum in der Lin-ken hielt. Willkürlich nimmt Gerhard a. a. 0.,Etrusk. Gotth. (Abh. d. Berl. Ale. 1845 p. 524.549 f. A. 73. 74 = Ges. Abh. 1, 293. 319f.)und Hyperbor.-röm. Stud. 2, 81f. und Saglioa. a. 0. eine Reihe von Bildwerken für BonaDea in Anspruch; ganz unsicher ist die Ver-mutung, dafs die Göttin auf einem pompeia-nischen Gemälde dargestellt sei (vgl. Belbig,Wandgem. d. St. Camp. n. 71; falsch war es,wenn Premier, Hestia-Vesta 240 dazu neigte,bei der auf pompeianischen Larenbildem zwi-schen den Laren stehenden Figur mit pateraund Füllhorn an Bona Dea zu denken, da hierstets der Genius dargestellt ist, vgl. Reiffer-scheid, De Larum pietur. Pompeianis in Ann.d. Inst. 35, 1863, 12lff.). — Deutung. Aus
Mythus und Kultus geht hervor, dafs BonaDea die Pausa ( Varro b. Lactant, a. a. 0. Ar-nob. a. aa. 00.) oder Brdgöttin ist; das istselbst Cornelius Ljabeo (bei Btacrob. 1 , 12, 21)nicht entgangen, wenn er sagt, dafs Bona Dea nur eine besondere Form der Brdgöttin sei,die in den Pontifikalbüehern unter den Na-men Fauna, Ops und Fatua angerufen werde;in diesem Sinne konnte er sie mit Maia iden-10 tificieren. Premier (a. a. 0. 409, vgl. 313. 407)stellt auch Vesta in den von Labeo genanntenKreis von Erdgöttinnen und gelangt dadurch
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Bona Dea, Statuette aus Albano (nach ßulleitino ddlacommissione comm. YII (1879) Tf. XXIII).
zu einer nahen Verwandtschaft von Bona Dea und Vesta. Im Mythus erscheint sie als dieempfangende Erdmutter, die im Frühlinge,wo die Natur von Liebestaumel ergriffen scheint,vom Erdgotte befruchtet wird (Preller a. a. 0.385; vgl. Klausen a. a. 0. 853 f.), und als dasIdeal der altrömischen Frau (vgl. Bergle, ZweiZauberformeln bei Cato, Philol. 21, 1864, 599