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Boreaden
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Bonus puer
gen von den Miinzbildern insofern ab, als sieden Gott nicht völlig nackt, sondern entwederunterwärts oder mit einer kleinen Chlamysbekleidet darstellen; doch ist die Deutung desReliefs im British Museum (Müller-Wieselet· 2,942) durch die Inschrift (früher angezweifelt;als echt G. I. L. 6, 144) gesichert. Ganz ab-weichend endlich ist die Darstellung einesVotivsteins an Fortuna und Bonus Evcntus(Ο. I. L. 7, 97), auf der letzterer einfach alsJüngling in der Toga erscheint. [Wissowa.]
Bonus puer wird ohne Beifügung von Phos-pkorus auf den Inschriften G. I. L. 3, 1131.1134. 1137 und 8, 2665 genannt. Siehe Phos-phoros. [Steuding.j
Bootes s. Arkturos.
Bopiennus, ein altgallischer Gott auf einerInschrift aus St. Bertrand de Comminges, Dep.Haute-Garonne, Or.-Uenzen 5880 a-, Bopiennodeo Monsus Taurini f. v. s. [Steuding.] :
Borax, ein Hund des Aktaion, Hyg. f. 181.[vgl. Ci I. Gr. 8185 a u. den Artik. Bores. R.]
[Schultz.]
Boreaden (Βορεάδαι). 1) Zetes undKalais.
Nach übereinstimmender Überlieferung, wo-von Simonides, Schal. Apollon . Arg. 1 , 211und Akusilaos, Schol. Odyss. 14, 533 dieältesten Zeugnisse für uns darbieten (sämt-liche Stellen bei Stephani, Memoir. de VAcad. :de St. Petersb. 7. Sdr. Boreas und die Borea-den S. 15 Anm. 2), gebar Oreithyia, nachdemsie von Boreas in seine thrakische Heimat ent-führt war, demselben zwei Söhne Zetes undKalais. Aus der Umarmung zweier Windgott-heiten (s. Boreas ) in dunkler Wolkenhülle ent-sprossen, Apoll. Bhod. Arg. 1, 218 sind sienatürlich auch Windgötter. Indessen ist dieAnsicht Mannhardts, Wald- u. Feld-Kulte 206wahrscheinlich, dafs Zetes und Kalais schon 4vorher als Windgötter vorhanden waren, ehesie dem Mythos vom Raub der Oreithyia ein-verleibt und zu Söhnen derselben gemachtwurden. Damit stimmt auch die Ansicht Starlesüberein Anndl. delV Inst. 32 p. 337, dafs dieBoreaden unmittelbar aus sprachlichen Aus-drücken, welche die Macht des Boreas imPluralis bezeichnen, wie &νελλαι, πνοιαί, αελ-lai, Aquilones entstanden seien. So gebraucheAeschyl. Brom. sol. frg . 209 Βορεάδας -ηξεις Λπρος πνοάς schon das Patronymikon für dasAdjektiv Βόρειος. So führt Stark auch denGegensatz im Wesen der Boreaden auf diesich in ihnen manifestierende Doppelnatur desBoreas zurück. Schon das Schol. Pind. Pyth.4, 181 erklärt ihre Namen folgendermafsen:ieaig τ α ονόματα πεποιημένα άπό τον πατρός,οΐον Ζαήτην τον αγαν αοντα καί πνέοντα, καίΚαλαϊν οίον καλώς αοντα, also ζητης = ζα-αήτης, κάλαϊς von καλός und ebenfalls αημ,ι 6(vergl. Boscher, Jahrb. f. Phil. 1877 S. 406):der starkwehende und der schön Wetter brin-gende. Auch nach Stephani a. a. 0. S. 15repräsentiert der eine die heftigeren, der an-dere die ruhigeren Strömungen des Nord-winds.
Als Heimat der Boreaden wird nach demObigen übereinstimmend Thrakien angegeben
(Stellensammlung bei Stephani a. a. 0. S. 15).Dort wurden sie nach Silius It. Pan. 8, 514in der väterlichen Höhle auferzogen. ErstOvid . Met. 6, 712 nennt sie Zwillinge. Imübrigen zeigen sie vorzugsweise die Eigen-schaften des Vaters, besonders seine Schnel-ligkeit, Theogn. 716 ώκντερος παίδων Βορεω ;Bio Ghrys. Or. 4 p. 179; wie er stürzen sievom Äther herab κατ’ αΐ&έρος αΐ'ξαντε Apoll,llh. Arg. 2, 426; von Haupt und Nacken wehenihnen die dunklen Locken im Winde ib. 1 , 222u. Ilygin. fab. 14, während sie auf der VaseMon. d. Inst. 10, 8 lange Haare zu einemKrobylos aufgebunden tragen. Ebendaselbstsind sie bärtig wie bei Ovid . Met. 6, 715. Ins-besondere aber haben sie vom Vater die Flü-gel, die ihnen nach Ovid. a. a. 0. erst mitdem Barte wuchsen. Apollodor 1 , 9, 21. 3, 15, 2nennt sie im allgemeinen πτερωτούς , andereSchriftsteller sprechen von Flügeln am Rücken,so Pind. Pyth. 4, 181: πτεροΐβιν νώτα πεψρί-κοντας αιιφω πορφνρέοις; Lactant. Narr. fab.6, 8; oder von Flügeln an den Füfsen, dievon leuchtenden Punkten glänzen, Apollon .Ilh. Arg. 1, 219 nach Art der Flügelschuhedes Perseus , Fustath. ad llom. p. 1712, 23,oder an den Schläfen Orph. Arg. 222; oderauch an Kopf und Füfsen zugleich, Ilygin.fab. 14. Damit stimmen auch die Vasenbilderüberein (München no. 805, abgeb. ob. S. 530),auf welchen sie meist zwei grofse Flügel amRücken haben. Auf der altertümlichen VaseMon. d. Inst. 10, 8 (abgebildet unter Horen )haben sie vier grofse Flügel an den Schultern,das eine Paar nach oben, das andere nachunten aufgeschlagen, dazu an den Stiefelnein kleines Flügelpaar. Auch ihre Bekleidungschliefst sich in der Regel an Boreas an: kur-zer Chiton und hohe Stiefel, dazu Schwerteroder Lanzen, vgl. Stephani a. a. 0. S. 21.
Die Hauptveranlassung für die bildliche Dar-stellung der Boreaden (9 Vasen, aufgezählt beiStephani S. 19; vgl. 0. Jahn, Rh. Mus. 6 p. 295)sowie für die Erwähnung der Schriftsteller bil-det ihre Teilnahme am Ar g o nau t e n zu g(s. d.). Ob ihre persönliche Rüstigkeit oder ihrenördliche Heimat oder die mit den Boreadenund Argonauten zugleich in Beziehung ste-hende Phineussage (Stephani S. 16) diese Sagen-verknüpfung herbeigeführt habe, ist schwerzu sagen. Das Schol. Apollon . Arg. 1 , 211giebt verschiedene Orte an, von welchen aussie sich den Argonauten angeschlossen habensollten; nach Pind. Pyth. 4, 181 rüstete Bo-reas selbst seine Söhne dazu aus, und nachHyg. fab. 14 versahen sie bei der Argonauten-fahrt das Amt der toecharchi. Die hervor-ragendste, vielberühmte That der Boreadenauf dem Argonautenzug war die Befreiung desPhineus von den Harpyien. Sie gehört zuden ältesten Gegenständen der griechischenKunst vgl. Lösehclee, Arch. Ztg. 39, 49. Milch-hofer, Anfänge d. Kunst in Griechenland 58.165. Schon auf der Lade des Kypselos undauf dem amykläischen Thronsessel waren dieBoreaden dargestellt, wie sie die Harpyienverjagten, Paus. 5, 17, 11. 3, 18,15. Eine Vor-stellung von der Art dieser Darstellungen giebt