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Boreaden
Boreaden
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etwa das altertümliche Vasenbild Mon. d.Inst a. a. 0.; vergl. Flasch, Arch. Ztg.38, 138. Dafs dem Phineus Kleopatra , dieSchwester der Boreaden, zur Gattin gegebenwurde, geschah vielleicht erst zugleich mitder Verknüpfung der Boreaden mit dem Orei-thyiamythos und zur Motivierung der von denBoreaden dem Phineus gewährten Hilfe. EineMotivierung anderer Art geben Apollod. 1, 9,21 und Serv. ad Aen. 3, 209: Phineus habedie Argonauten gastfreundlich aufgenommenund ihnen einen Führer zur Fahrt gegeben;zum Lohn dafür hätten ihn die Boreaden be-freit. Derselbe Apollodor a. a. 0. aber, so-wie Apollon . Bhod. 2, 243 und Valer. Flacc.Arg. 4, 432 führen diese Befreiung auf denBeschlufs des Schicksals zurück und verzich-ten somit auf jegliche Motivierung. Der ur-sprüngliche, aber durch spätere Zusätze ent-stellte Kern der Phineussage enthielt wohl wiebei Apollon . Bh. 2, 262ff. nur die Mifshand-lung und Beraubung des alten, blinden Phi-neus (wie er auch auf Vasenbildern erscheint,s. Flasch a. a. 0.) durch die Harpyien und dieBefreiung desselben durch die Boreaden, welchedie Harpyien verscheuchten. Da die Har-pyien Gottheiten des Sturmes und Wirbelwindessind, welche den Himmel verdunkeln — eineheilst KeXcuva — so ist die Deutung desPhineus von Schwarte , Urspr. S. 199 undMannhardt, Ant. Wald.- u. Feld-Kulte S. 95. 206auf den Himmel oder Himmelsriesen sehr wahr-scheinlich. Die Speise, welche die Harpyiendem Phineus rauben und besudeln, ist dasHimmelslicht, ein Bild, das sich aus der Vor-stellung der Raublust und Gefräfsigkeit derWinde erklärt; und infolge der Bedeckung desHimmelslichts im Gewittersturm ist Phineusblind. Diese Blindheit war also nach demursprünglichen Sinn des Mythos eine Wirkungder Harpyien, da der Wind blendet, vgl. denArt. Boreas ; vielleicht eine undeutliche Erin-nerung hieran schreibt seine Blendung all-gemein den Göttern Apollodor 1, 9, 21 oderdem Iuppiter Hygin. 19 zu. Die spätere Sagejedoch, welche die Blindheit des Phineus nichtmehr verstand, dichtete eine Verschuldunghinzu, die entweder in der Mitteilung derRatschlüsse Iuppiters an die Menschen, Valer.Flacc. Arg. 4, 479. Hyg. f. 19 und in der Vor-hersagung der Zukunft Apollodor 1 , 9, 21 oderin der Blendung seiner Stiefsöhne bestandenhaben soll, beidemal mit Anwendung auchsonst vorkommender Motive. Phineus näm-lich soll nach Kleopatra, von welcher er zweiSöhne hatte, als zweite Gemahlin Idäa gehei-ratet haben. Diese verleumdete ihre Stief-söhne bei ihm, als hätten sie ihr Gewalt an-thunwollen, und Phineus beraubte sie deshalbdes Augenlichts, Apollodor 3, 15 , 3. Schol.Apoll. Bh. 1 , 211. Fiodor 4, 43, 114. Orph.Arg. 669 if. Serv. ad Aen. 3, 209 (hier Kleo-bule statt Idäa). Da nun hinwiederum für diegeblendeten Söhne der Kleopatra ihre Oheime,die Boreaden, als die natürlichsten Rächer er-schienen, so liefs die Sage weiter die Bestra-fung und Blendung des Phineus durch dieBoreaden vollziehen, Orph. Arg. 669ff. Diod.