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Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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803-804
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803 Boreas (Naturerscheinung)

des gleichnamigen thrakisehen Gebirge einenSohn des Boreas und der Oreithyia. Nichtganz zur Personifikation sind die Ανραι durch-gedrungen, welche Quintus Smyrn. 1, 684 als&oal Βορέαο &νγατρες anführt. Einem andernIdeenkreis gehört die Apollonpriesterschaft derBoreaden bei den Hyperboreern an, von wel-cher Diodor 2, 47 berichtet: die Boreaden hät-ten dort mit der Vorsteherschaft am Apollon-heiligtum auch die Herrschaft verbunden.Aelian de nat. anim. 11, 1 nennt sie Söhnedes Boreas und der Chione, drei an der Zahlund sechs Ellen grofs. Der Ursprung davonist in der unten S. 807 ausgeführten nahen Be-ziehung des Boreas zur Gegend des Lichtauf-gangs und zu Apollon zu suchen. Ebenso sol-len nach Kallitn. Hymn. Del. 291 drei Töch-ter des Boreas von den Arimaspen nach Delos gekommen sein, um Apollon zu verehren. End-lich werden Dioä. 5, 50 noch zwei Söhne desBoreas von verschiedenen Frauen, Butes undLykurgos , erwähnt. Butes wurde wegen Nach-stellungen gegen den letzteren verbannt undsiedelte sich auf Naxos an, wo er ein See-räuberleben führte und die Koronis raubte.Diese Scene, Butes die Koronis raubend, findetsich nach Stephani a. a. 0. S. 23 auf einemTerracottagefäfs Taf. I dargestellt, Butes mitgrofsen Flügeln, Chlamys, hohen Stiefeln undphrygischer Mütze. Auch bezieht StephaniS. 25 darauf drei Vasenbilder. [Rapp.]Boreas {Βορέας , έ-ης, Βορράς, über die For-men des Namens s. Pape, Handw. Ctirtius,Ftym , 4 S. 594. Welcher, A. D. 3, 168) fälltzunächst mit der Naturerscheinung, dem Nord-wind, zusammen; aber auch da, wo dieser ohnemythologische Beziehung nur als "Wind er-wähnt wird, wird ihm eine so spontane undkraftvolle Thätigkeit beigelegt, dafs die Per-sonifikation im Mythus von selbst daraus her- .vorging.

1) Boreas als Naturerscheinung.

Homer kennt ihn als gewaltigen Windάνεμος μέγας, der Menschen niederwirft τ 200;er rechnet ihn zu den starkstürmenden Win-den, ζαχρηεΐς E 525 und nennt ihn άκρατηςscharf wehend | 253. Er wirft sich mit sol-cher Wucht auf das Meer, dafs sich gewaltigeWogen ans Gestade wälzen und der Seetangans Ufer geschleudert wird I 5; Ψ 214. 230;wo es sich um Erregung des Meeres handelt,wird er vornehmlich genannt wie % 394; He-siod Op. et dies 507. Nicht minder zeigt sichseine Macht zu Lande, und er entwurzelt hoheEichen und mächtige Fichten unter dem Brau-sen des Waldes, Hes. a. a. 0. 509; steinerneMauern stürzen unter seiner Wucht, Kallim.H. Del. 25. So beschreiben auch die Späterenseine furchtbare Gewalt, Ovid . Met. 6, 691 ff.Quint. Smyrn. 8, 205. Namentlich wird das iStofsweise seiner Wirkung hervorgehoben durchden Ausdruck υπό ριπής Βορέαο Ο 171. Τ359und zwar dachte man sich nach Anschauun-gen, die sich auch sonst über das Wesen derWinde finden (vgl. Boscher , Hermes S. 19, 20)den Windstofs als von oben herabfahrend Βο-ρέαο κατάιζ Kallim. H. Di. 114, sei es vomHimmel, weshalb er αΐ&ρηγενής Ο 181. Τ 359

Boreas (als Person) 804

und al&QyysvMrjg s 296 keifst, oder von derHöhe der Berge, denn ßoqsag bedeutetBerg-wind von ogog Curtius , Etym . 4 350. 474.M. Müller, spraclmissensch. Vorles. von Bött-ger 2 2, 9. Ganz ebenso schildert ihn jetztnoch Bofs, Inselreisen 1, 20:mit furchtbarerGewalt stürzte der Boreas von den Gipfelndes Berges auf unsere kleine Barke. DieEigenschaft grofser Schnelligkeit teilt er miti anderen Winden; Homer nennt ihn s 385v.nou.TT.vng, Hesiod Theog . 379 ai'iprjqoKelsvd'og;die Vergleichung mit ihm dient zur Veran-schaulichung unübertroffener GeschwindigkeitO 170. Tyrt. 12, 4. Quint. Smyrn. 4, 552;ebenso teilt er mit den andern den hellsau-senden Ton, die nvoial liyvQui E 526. 5 f 215;Quint. Smyrn. 8, 243 »sldöcov, der brausende.Er weht von Thrakien her, dem Lande desNordens, Hesiod op. et dies 506, oder vom thra-i kischen Hämos Kallim. H. Di. 114, weshalber hei Homer aufs engste mit Zephyros ver-bunden erscheint, der für den Standpunkt inKleinasien ebenfalls von Thrakien her welltI 5, wo beider Heimat ist W 230. Boreaswird deshalb allgemein als der tlirakische be-zeichnet, ®Qrj'Cmog Hes. op. 553. Tyrt. 12, 4.Ihyc. frg. 1. Apollon . Bhod. 1, 214. 1300. 2,426. Theohr. 25, 89. Als Nordwind ist er eisig-kalt, X.en. An. 4, 5, 3. Ovid Met. 6, 711. Trist.1, 2, 29; deshalb sein Wehen sehmerzerregendS 395. Er weht regelmäfsig zur HerbstzeittanwQivbg s 328. d> 346 und bringt SchneeÜ 475. O 170. Ovid Met. 6, 692, dichtesSchneegestöber T 258; Hagel O 170 und EisHes. op. 504 [daher zu Mallos in Kilikien rta-yqivg genannt, Arist. vent. p. 973a, 113.);überhaupt Wolken i 68; Quint. Smyrn. 8, 59.Theophr. de ventis 6, auch RegenwolkenTheolcr. 25, 89. Andrerseits aber wird ihmauch die entgegengesetzte Eigenschaft bei-gelegt, die Wolken mit derselben Gewalt, mitder er sie herbeiführt, zu vertreiben E 525.Verg. Aen. 12, 367. Ovid Met. 6, 6 9 0. 1, 328.Val. Flacc. 2, 516, so dafs dadurch der Him-mel klar wird, Ovid Met. 5, 285. Boreas führtalso auch heiteres Wetter herbei s 385 undweht im Sonnenschein Ihyc. fr. 1, weshalb er| 253 uulbg heifst. Dabei wirkt er belebendund erfrischend wie bei dem verwundeten Sar-pedon E 697.

2) Boreas als Person aufgefasst.

Diese Züge der Naturerscheinung bilden dieGrundlage für die Personifikation. Eine Vor-stufe derselben ist die alte in der griechischen( Preller 2 1, 371) wie in der germanischen{Mannhardt, A. W.- u. F.-K. S. 95. 99. 203)Mythologie nachgewiesene Vorstellung desWindes unter dem Bild eines Rosses. Homer erzählt T 221 ff., Boreas habe in Gestalt einesRosses mit dunkler Mähne mit den Stuten desErichthonios zwölf Füllen gezeugt, welcheüber das Ährenfeld liefen, ohne die Halme zuknicken, und über die Fläche des Meeres, ohneeinzusinken. So gebar nach Quintus Smyrn.8, 242 die Erinys dem Boreas feuerscbnaubendeRosse, deren Namen auf Blitz und Donnerhinweist, also Gewitterrosse; während die Rossedes Erechtheus, die Boreas mit der Harpyie