erzeugt, Nonn. Dion. 37, 155, ebensowohl aufdie sonst bekannte Rofsnatur der letzterenzurückgeführt werden können. Doch könntedie Sage von den Stuten des Erichthonios auchvon dem Glauben ausgegangen sein, dafs dieStuten vom Winde geschwängert werden kön-nen, s. Preller 2 1, 371, wie denn neben demWestwind besonders auch der Boreas für einenfruchtbaren Wind galt, Plin. N. H. 17, 10.Theophr. de c. pl. 2, 3, 1. Eine halbmensch- ioliehe und halbtierische Bildung, die ebenfallsspäter aufser Gebrauch gekommen ist, hatteBoreas auf dem Kasten des Kypselos Paus.
5,19,1. Er hatte daselbst Schlangenschw'änzestatt der Ftifse, wodurch er der furchtbarstender Windgottheiten, dem schlangenfüfsigenTyphon, gleichgesetzt und ebenso wie durchseine Verbindung mit Erinys in die Reihe derSturm- und Gewitterwesen gestellt wurde, vgl.Schwarte, Urspr. d. Mythol. 37. Die mytholo- 20gische Personifikation aber macht ihn entspre-chend seiner alles besiegenden Gewalt zu einemHerrscher und König. So nennt ihn Pincl. Pyth.
4, 181 βασιλείς άνεμων; Nonn. Dion. 39, 195giebt ihm alle übrigen Winde zu Dienern,wenn er auch selbst dem Ruf des Zeus zu ge-horchen hat 1 67, und um ihn noch mehr inmenschliche Verhältnisse zu versetzen, wurdeer zum König eines bestimmten Landes He-racl. de Incred. 28 βααιλεύς των τόπων εκεί- 30νων. Dieses Land war natürlich vor allemThrakien : Eustath. ad Dionys. Perieg. 424βααιΧενς ήν Θράκης , speziell die Landschaftam Strymon, weshalb er Στρνμόνιος Kall. H.Del. 26 und Sohn des Strymon Schol. Apoll.Khod. 1, 211 genannt wird; oder am Pangaion,wo er nach Valer. Flacc. Arg. 1, 575 eineBurg hat; oder er heifst Bdonus Verg. Aen. 12,365, Sithonius Ov. Her. 11, 13, Odrysius Sil.Ital. Pun. 7, 570, Geticus Stat. Theb. 12, 631, 40und sogar mit Erweiterung Thrakiens zumNordland Scythicus Luc. Phars. 5, 603 (voll-ständige Stellensammlung hierfür bei StephaniMemoir. de TAcad. de St. Petersb. 7. Ser.Koreas und die Boreaden S. 4). Schliefslichgewinnt aber doch wiederum die Mythenbil-dung die Oberhand, indem sie ihn an die Rhi-päischen Berge versetzt, Val. Flacc. Arg. 2,516, die von den ριπαΐς Βορέαο ihren Namenhaben (s. Preller 2 1, 369. Bescher, Hermes 20), 60und in das hinter denselben liegende Fabel-land der Hyperboreer (vgl. M. Müller, sprach-wiss. Vorl. v. Böttger 2, 9) in Hyperboreis mon-tibus, unde est origo venti Boreae Serv. ad Aen.
10, 350. 12, 366. Dort war der eigentlichemythische Aufenthalt, die Höhle des Boreas,Plin. N. H. 7, 10: ab ipso Aquilonis exortuspeeuque ejus dicto, quem locum yrjg κίεί&ρονappellant (die von Plinius hier genannten Ari-maspen sind auch sonst mit den Hyperboreern 60gleichbedeutend, z. B. Kallim. H. Del. 291)und Schol. Apoll. Bhod. Arg. 1, 826 βάθ-ρονάνεμων αίκητήριον . Schon Sophokles kennt dieHöhle des Boreas als den Ort, wo seine Toch-• ter Kleopatra erzogen wurde, Ant. 983: τηλε-ποροις d’ εν αντροις τράφη &νέλΙαιαιν εν πα-τρώοας. ebenso bei Sil. Ital. Pun. 8, 513 seinSohn Kalais Geticis in antris. Bei Kallim. H.
Boreas (als Person) 806
Del. 63 stellt Ares , während er auf dem Gip-fel des thrakischen Hämus Wache hält, seinePferde in die siebengrottige Höhle cnsog sntde-gvxov Bogeao, und von Agathon (?) Ps.-Plut. defluv. 14, 5 wird diese Höhle der kälteste Ortgenannt. Offenbar ist zunächst an eine Berg-höhle zu denken, der Art, wie Vergil die Höhledes Aeolus beschreibt; es ist der Ort, densich die mythenbildende Phantasie ausdenktals Antwort auf die Frage, wo denn der Windsich birgt, wenn er plötzlich verschwindet, woer verbleibt, bis er wieder zu wehen beginnt.Wenn aber auch in der griechischen Mytho-logie, wie in der indischen und germanischen,unter der Berghöhle eine Wolkenhöhle zu ver-stehen sein sollte, vgl. Koscher, Hermes 21, 106.Schwartz, Poet. Naturansch. 2, 54 f., so wärees doch wohl die Höhle, wo der Wind die
F.tr. u. C. V. 26; vgl. unt. S. 808).
Wolken verbirgt, wenn er sie plötzlich ent-führt, und woher er sie wieder hervorholt,wenn er sie hertreibt, eine Anschauung, diesich aus der Gleichsetzung von Wolke undRinderherde (vgl. Koscher a. a. O. 44) und derebenfalls in alten Sagen vorkommenden Sittediese in Höhlen zu bergen leicht ergiebt. DieGegend des sittayvxov eniog ist sodann wohlauch mit den sehr altertümlichen Ausdrückengemeint, mit welchen Sophokles in seiner Orei-thyia den Ort bezeichnet, wohin Boreas die-selbe entführt, Frgm. 658: ht sG%a.xa %&o-vog vvKtog %s rtyyug ovguvov %’ ävamvxag,
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