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Eigentümlich ist die Darstellung bei Welcher,a. D. 5, 328 Taf. 21, auf welcher Boreas Orei-thyia zu Wagen entführt.
4) Deutung der Mythen des Boreas .
Das räuberische Wesen, die Eigenschaft,Menschen und Dinge mit sich fortzureifsen,hat Boreas mit den anderen Winden gemein.Von einem spurlos Verschwundenen sagte man,die dvellai oder usllca hätten ihn geraubt,
auf atmosphärische Vorgänge zurückzuführen.Wenn Apollon. Rhod. 1, 218 erzählt, dafs Bo-reas die Oreithyia in einer Umhüllung dunk-ler Wolken umarmte, woraus die WindgötterZetes und Kalais entsprangen; wenn er sienach dem Sophokleischen Fragment No. 658an die Quellen der Nacht, des Phoibos altenGarten trug, und sie fortan nach Soph. Ant. 983in seiner Windhöhle mit ihm weilt; oder wenn
Namen {aQicvia eine Participialendung vonciQit-aim nach üsener, Rhein . Mus. 1868 p. 333)nichts anderes als eine Personifikation der da-hinraffenden Stürme. Diese Raublust, welchenicht blofs in der griechischen und römischenMythologie (vgl. Roscher, Hermes 39. 40) son-dern auch in der deutschen ( Mannhardt, Ant.Wald- u. Feldkulte S. 93 ff. Schwarte, Poet.Naturansch. 2 S. 53) den Windgottheiten eigen
und die Harpyien sind nach Bedeutung und io Boreas nach Ps. - Flut, de fluv. 6, 3 aus Lie-
-HT- ,e>. - - -— besbegierde Chloris, die Tochter des Arkturos,
raubt und mit ihr auf der Höhe des Niphan-tes, des Schneebergs, der deshalb Βορέον κοίτη,des Boreas Ehebett, heifst, den Sohn Hyrpaxerzeugt, so weisen diese mythischen Lokalitä-ten ebenso deutlich auf Naturereignisse hin,wie die oben angeführten Sagen vom Beilagerdes Boreas mit der Harpyie oder mit der Wol-kengöttin Erinys , wovon diese die Gewitter-20 rosse gebiert. Wenn die Winde sich tummelnund einander jagen, so verfolgt in der deut-schen Sage der wilde Jäger d. h. der Sturmdie fahrende Frau, seine Buhle, die Winds-braut, Mannhardt a. a. 0. S. 93 f. 206. Schioart!,Urspr. 159 und Poet. Nat. 2, 62: Wenn derSturm der Windsbraut nachjagt, so wird dasals ein Buhlen und Ent-führen des weiblichenWesens aufgefafst, oderals Brautzug, Mami-hardt a. a. 0. 39. 96.Denn die Winde sindbuhlerisch nicht blofs inder deutschen Mytho-logie, Mannhardt a.a.O.S. 131.171, sondernauchin der griechischen: au-fser den genannten Lie-besabenteuern wird vonBoreas ’ Liebe zu Hya-kinthos, Mythogr. Vat1 n. 117, zu Chione,Aelian de nat. anim.11, 1 und zu Pitys er-,zählt, der personificier-ten Fichte, um die er,durch ihre Zweige sau-ist (auch das Schmausen der Winde gehört send, wirbt, Mythogr. Gr. ed. Westermann p. 381,dahin, von Boreas Ψ 200, vergl. Mannhardt vgl. M. Müller, Essays 2, 142. Deshalb wird era. a. 0. S. 94), zeigt Boreas auch sonst; er ent- so auch Porphyr, antr. nymph. 26. 28 ερωτικός ge-
führt zur Strafe, den Phineus im Wirbelwind(aT^oepuSsaoiv ccsllaig) weit fort nach Bisto-nien und überliefert ihn dort seinem Verder-ben, Orph. Arg. 680, oder auch den Harpyien,Serv. Aen. 3, 209; oder er blendet ihn nachApollod. 1, 9, 21. Diod. 4, 44. Serv. Aen. 3,209, wie der Wind in der mährischen Sage,Mannhardt a. a. 0. 94; die Pitys stöfst er ansEifersucht von einem Felsen und tötet sie.
nannt und mit Hinweisung auf seine Begünsti-gung der Fruchtbarkeit und Zeugung rgöipifios·So wäre also nach Analogie jener griechischenund deutschen Sagen Oreithyia, wenn sie auchin die attische Königsgeschichte verwoben ist,ursprünglich ein dem Boreas verwandtes weib-liches Windwesen, wie es leicht aus den weib-lich gedachten asM.cu und &vsMai entstehenkonnte, die als das sanftere Wehen dem avs-
ehern Grund den Hyakinthos, Myth. Vat. 1n. 117, so dafs er allerdings nach dieser Seitehin wie auch andere Windgottheiten ( Roscher,Hermes S. 58) einem Todesdämon nahezukom-men scheint, wenn man ihn auch mit Unrechtgeradezu zu einem solchen gemacht hat, vgl.Welcher, a. D. 3, 166. Auch die Sagen vonRaub und Verfolgung von Jungfrauen sind
Name ’ίίρεί&νια hinzuweisen, welcher freilichverchiedene Deutungen erfahren hat. Schondas JEtym. M. p. 823, 43 erklärt ’ίίρεί&νιαττιαρα την tpst δοτικήν και το ίΗίοο, το ορμο,γίνεται ώρεί&νια, κατ’ εκταοιν τον ο εις ω>also „Bergdurchstürmerin“. Dieser Erklärungsind gefolgt Welcher, a. Ώ. 3, 154, indenperdie Dehnung des o zu erklären sucht und eine