Bormanicus
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812 813 Boreas (Kult)
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OPBf&TA auf einer Vase anführt, Gerhard,a. V. 3 S. 9; Pott, Kuhns Zeitschrift 8, 435;Mannhardt a. a. 0. S. 206 ; Stephani a. a. 0.6; Meyer in Curtius' Studien eur griech. u. lat.Gramm. 5, 93: floii-Avui aus SiQ£ßi-&viu.Wörners Ableitung von wqvco, sprachwissenseh.Abhdl. aus Curtius ’ grammat. Gesellsch. 1874p. 120 hat wenig Wahrscheinliches. Welcherhat jedoch später Griech. G.-L. 3, 70 für denersten Teil des Namens eine andere Ableitungaufgestellt, von opro, opeopa. Neben diesemhat freilich ein zweites Verbum thiro wenigWahrscheinlichkeit, weshalb Useners Annahme(Rhein . Mus. 1868 p. 333) einer NebenformdpsttiB zu bgvvfu, wobei die Endung via blofsals Paiticipialendung aufzufassen, ansprechen-der ist. Welcher zog die Ableitung von 6 'qcooffenbar deshalb vor, um den Namen in Über-einstimmung zu bringen mit der früher vonihm a. J). 3, 156 aus der Erklärung der He-siodischen Stelle Op. et dies 547 ff. hergeleitetenBedeutung der Oreithyia, die mit den Bergennichts zu thun hat. Es wird daselbst ein at-mosphärischer Vorgang beschrieben, wonachder Boreas die fruchtbare Morgenluft, welcheaus dem Flusse Wasser anzieht, im Windes-sturm, avsyoio &vslXg, hoch über die Erdeentführt. Hierin erkannte Welcher die Ur-sache zur Entstehimg des Mythos vom Raubder Oreithyia, indem er sie jener Thyia beiHerod. 7, 178 gleichsetzt, der Tochter desFlufsgottes Kephisos in Boiotien, welche denfruchtbaren Morgenhauch in der Elufsniede-rung bedeute. Diese Erklärung Welckers hatlebhafte. Zustimmung gefunden von Gerhard,A. V. 3, 9. Stark, Annal . 32 S. 332. Preller 22, 149. Roscher, Herrn. 40. Da man bei die-ser Erklärung doch wohl an eine sichtbareErscheinung, an Wasserdünste oder Nebel zudenken hat (Preller a. a. 0.: „Oreithyia ist <der Morgennebel“), so würde damit der Orei-thyiamythos in die Reihe der Nebelsagen zustellen sein, in welchen ein Nebelfräulein voneinem Jäger verfolgt, d. h. der Nebel durchden Wind entführt wird, was auch von Laist-ner, Nebelsagen S. 113. 278 geschehen ist. Ab-gesehen von den sprachlichen Unklarheitender hesiodischen Stelle, welche von den Er-klärern verschieden gedeutet werden, ist daranzu erinnern, dafs Hesiod doch wohl zunächst !von einer Naturerscheinung in Boiotien spricht.Ob dieselbe auch auf die attische Ilissosebenezu übertragen ist, müfste doch erst aus alteroder neuer Beobachtung erwiesen werden, inähnlicher Weise, wie Laistner seine Nebel-sagen an örtliche Vorgänge anknüpft. Gegendie Erklärung Forchhammers, Helleniha S. 85(Oreithyia eine „Heroine der Wasserdämpfe“)die dies zu leisten scheint, s. Welckers Bemer-kungen a. D. 3, 157. Jedoch schliefsen sich«die beiden Auffassungen der Oreithyia alsWind- oder als Nebelwesen keineswegs gerade-zu aus, da diese Erscheinungen durch denMittelbegriff Dunsthauch in einander übergehenkönnen und beide Erklärungen auf demselbenPrinzip beruhen.
5) Kultus des Boreas.
Am entschiedensten ist die Personifikation
des Boreas in seiner Verehrung durch Gebetund Opfer ausgesprochen, welche auch andernWinden zuteil wurde, vergl. Welcher, KleineSchriften 3, 57—63; [Stengel im Hermes 1881,349 f.]. Bei Homer W 195 wendet sich Achil-leus , da der Scheiterhaufen des Patroklosnicht brennen will, an Boreas und Zepbyrosum Hilfe mit Opferversprechen und Spende.Viel erwähnt wird die Hilfe, welche Boreas) auf die Anrufung der Athener mit Opfer undGebet im Krieg gegen Xerxes leistete, indemer hei Chalkis die persischen Schiffe vernich-tete, Herod. 7, 189. Paus. 1 , 19, 5. Die Athe-ner, sagt Herodot weiter, schrieben dies ihrerVerwandtschaft mit Boreas zu und errichtetenihm den auch von Platon erwähnten Altaram Ilissos . Ebenso sollte er Megalopolis vondrohender Eroberung gerettet haben, Paus. 8,27, 14, weshalb er dort ein Heiligtum hatte> und mit jährlichen Opfern wie ein rechterGott verehrt wurde, Paus. 8, 36, 6. Thurioi ,eine athenische Kolonie, bewahrte er vor derKriegsflotte des Dionysios, Ad. V. H. 12, 61,weshalb ihn die Thurier zu ihrem Ehrenbürgerernannten, ihm Haus und Grundstück zuteiltenund ihm jährlich opferten. Dafs man ihmaber auch zur Beschwichtigung seiner vernich-tenden Gewalt Opfer darbrachte, sehen wiraus der Erzählung Xenoph. An. 4,5,3. Ini Athen scheint nach Hesych. s. v. Bogsaßgoiein Pest für Boreas bestanden zu haben, dasbesonders in einem Sehmaus bestand, vielleichteine Erinnerung an die schmausenden Winde;ob anzunehmen ist, dafs damit auch Gesängeverbunden waren, hängt von der zweifelhaftenLesart der Stelle ah, vgl. Welcher, Kl. Sehr.3, 58 mit Stephani a. a. 0. S. 2. [Rapp.]
Bores (Bogfif), Hund des Aktaion, Bergk,P. L. fr. ad. 39, 9. Apollod. 3, 4, 4. Vergl.Borax. [Steuding.]
Borias, auf einer Inschrift zu Pola in Istrien ,C. I. L. 5, 7: Euangelus colonorum PolensiumBoriae v. s. I. m., der personilicierte heftigeNordwind, der noch jetzt in diesen GegendenBora genannt wird, vgl. Boreas. [Steuding.]
Borios (Bögiog), beigeschriebener Name einesMeergottes(?) auf einem bei Toulouse gefunde-nen Mosaik: C. I. Gr. 6784. [Roscher.]
Bormanicus, celtischer Gott einer Heilquellezu Caldas de Vizella bei Guimaraens in derNähe von Oporto , wo ihm zwei Inschriftengeweiht sind, C. I. L. 2, 2402: Medanius Ca-mal(i) Bormanico v. s. I. m. und 2403: G. Pom-peius Gal(eria) Caturonis fiilius) RectugenusUxsamensis deo Bormanico v. s. p. s. ete. AlsKultstätten ähnlicher Gottheiten zu betrachtensind die Städte Borma am Rhein , Bormanniin Gallia Narbonensis, Bormio mit dem altenMartinsbad, die Aquae Bormonis jetzt Bour-bon l’Archambault in Bourbonnais, Bourbon-Lancy , Bourboule und die Bormiae aquae ( Cos -siod. Var. 10, 29) am Bormia (jetzt Bormidain Montferrat). Vergl. auch die Quellgotthei-ten Bormonia, Borvo, Borvonia. Alle gehen aufden Stamm bor = bar wallen, fervere zurück, dersonst im Celtischen nicht mehr nachweisbar zusein scheint, aber germanisch (Born etc.) inderselben Bedeutung erhalten ist. [Steuding.]