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Ceres (Name)
Ceres (— Demeter)
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Carseoli zum selbigen Wortstamm gezogenwerden.
Ob nun Ceres selbst zunächst die Schöpfe-rin oder das Schaffen oder etwas Geschaffe-nes bedeutete, läfst sich nach der Wortformnicht entscheiden. Bei Terme steht das Dic-tum {Fun. 732) sine Cerere et Libero frigetVenus; noch älter ist der Vers des Naevius{com. v. 121R.) coeus edit Neptunum, VeneremCererem (vgl. auch Verg. Aen. 1, 701 und da- ioselbst Servius )·, diese Metonymie gilt den Rhe-toren als stilistische Eleganz ( Cornißc. 4, 43;Gic.deor. 3, 167), und die in stoischer Manierspekulierende Theologie bei Cicero de not.deor. 2, 60 knüpft an sie an, um zu zeigen,dafs man häufig Dinge nach ihren göttlichenUrhebern benenne. So hiefs ja auch z. B.ianus „der Durchgang“ u. a. m. Doch wärenicht undenkbar, dafs in ceres sowie in venusumgekehrt die dingliche Bedeutung die pri- 20märe war. Denn ähnlich machte man ja auch
Demeter oder Ceres stehend (pompeian. Wandgemälde;
SO
vgl. Müller-Wieseler, Denkm. a. K. 2, 90).
sol, luna und lymphae zu Gottheiten, schuf so-gar eine Göttin Robigo, eine Göttin Fornax,die dea Pecunia u. a. Hierfür aber würde 60sprechen, dafs bei den Sabinern das Wort fürBrot Panis selbst Name dieser Göttin war, wievon Servius bezeugt ist, zu Verg. Georg. 1, 7:quamvis Sabini Cererem Panem appellent, Li-berum Lebasium; der Zusammenhang dieserStelle beweist, dafs hier Servius unter Panisso gut wie unter Lebasius einen Eigennamenverstanden wissen will.
Eine immerhin auffallende Thatsache, welcheden Ceresdienst selbst betrifft, könnte durch dieseErwägung ihre Erklärung finden. Piir das alteLatium ist kein Ceresdienst nachweis-bar, Und so hat, soviel wir wissen, auchin Rom ein Heiligtum der Göttin mit einhei-mischem Ritus nie bestanden. Der römischeCeresdienst, den wir kennen, ist vollständiggriechisch, also erst durch griechischen Ein-flufs geschaffen. Es war, wie Festus S. 257ausdrücklich sagt, ein peregrinum sacrum;diese Ceres ist nach demselben dea evocataund um nichts römischer als die Magna Ma-ter oder Aesculapius. Somit kann schwer-lich schon vorher eine Ceres Gegenstand desKultus gewesen sein; erst damals ist das alteNomen für Saat und Brot auf die Saat undBrot spendende Demeter der Griechen ange-wendet worden. Gleichzeitig wurden dannauch Liber und Libera mit persönlicher Ge-stalt versehen. Vorbild aber war wahrschein-lich speziell die Demeter von Enna auf Sici-lien; denn zur Zeit der Gracchen war es ebendiese, auf welche die sibyllinischen Bücherverweisen zu müssen glaubten (vgl. Cic. Verr.4, 108. Val. Maxim. 1, 1, 1).
Die Tradition machte den Cereskultus zudem ältesten der griechischen Kulte in Rom ;vgl. Dionys, antig. 6, 17 u. 94. Tacit. Ann.2, 49. Seine Gründung fällt in den Anfangder Republik; die Kriege mit Porsenna hat-ten Not ins Land gebracht; nach Befragungder sibyllinischen Bücher beschlofs man, denDienst der griechischen Korn- und Weingott-heiten einzubürgem. Wie in griechischenStädten wie Lampsakos Demeter, Dionysos und Kora als Hauptgottheiten neben einanderbestanden (vgl. Klausen a. a. O.), so wurde inRom i. J. 496 v. Chr. von A. Postumius dieaedes Cereris Liberi Liberaeque gelobt undnach drei Jahren von Sp. Cassius konsekriert,und zwar am Aventin beim Circus maximus (vgl. Liv. 40, 2, 2. 41, 28, 2. 3, 55, 7). Eswar dies somit ein publicum sacrum {Marquardta. a. O.), und dasLectisternium konnte gelegent-lich auch in ihm stattfinden ( Arnob. 7, 32).Während Tempel und Tempelschmuck in Rom bisher etruskischen Vorbildern nachgebildetzu werden pflegten, zeigte dieses Heiligtum zumersten Mal griechischen Stil und den Schmuckgriechischer Plastik und Malerei; in griechi-scher Schrift standen die Künstlernamen Ja-fiotpilos und Pogyaeos am Tempel zu lesen{Plin. 35, 154). Das Erzbild der Göttin kametwa fünf Jahre nach der Einweihung hinzu(vgl. Plin. 34, 15 mit Liv. 2, 41, 10). Sie trug,der griechischen Argirizrig entsprechend, auchden volleren Namen Ceres mater {Varro der. r. 3, 1, 5; vgl. I. R. N. 5750. Renier inscr.Afr. 3581; hiernach ist Preller l s , S. 56 zu be-richtigen). So durften aber auch die Prieste-rinnen nur Griechinnen sein; die Kultsprachewar die griechische {Cicero pro Balbo 55: perGraecas sernper curata sunt sacerdotes et grae-ca [?] omnia nominata etc.); ein Geheimgot-tesdienst der Frauen knüpfte sieh daran„graeco sacro“ {Cic. de leg. 2, 21). Der vgazsicnentsprach endlich das iciunium Cereris, welches