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Ceres (= Demeter)
Ceres (Eigenschaften)
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im J. 191 v. Chv. auf Geheifs der sibylli-nischen Bücher eingeführt wurde (am 4. Okto-ber; vergl. Kal. Amitern. mit iw. 36, 37, 4).Ein anderer Ceresdienst neben diesem aber hatnicht bestanden. Auch da, wo Ceres mit Tel-lus zusammen angerufen wurde (s. unten), istdie griechische Saatgöttin gemeint. Uber de-meterartige Darstellungen auf römischenMünzen vgl. Overbeck, Kunstmyth. 2 S. 496 f.; sovereinigt eine Münze des Nero Ceres mit der iospäten Proviantgöt-tin Annona (Gölten,med.imp.pl. XII, 84).[Auch dieDarstellun-gen der Demeter aufpiompejan. Gemälden(s. o.) können eben-so gut als solche derCeres gelten. R.].Ihr Tempel brannte 20übrigens i. Jahre 31v. Chr. ab und ist
Annona n. Ceres, Münze desNero (vergl. Cohen, med. imp.pl. XII, 84).
vom Augustus undTiberius restituiertworden ( Tac. Arm.
2 , 49). Die eleusinischen Mysterien führteHadrian in Rom ein (Aur. Victor. 14), nacheinem früheren Versuch des Claudius, ( SuetonClaud . 25). Ein Cereris myste3 des 5. Jhdts.erscheint Ephem. epigr. 4. S. 299. 30
Naturgemäfs hatte sich dieser römischeCeresdienst allmählich über ganz Italien ver-breitet: z. B. war ein Cerestempel in Capua (G. I. L. 1, 566, 568), Teanum (J. li. N. 3988),Pompeji ( I. li. N. 2378. 2350), Palerii (Wil-manns expl. 793), Ostia (ibid. 1724), Casinum(G. I. L. 1, 1183). Dagegen zeigen in denProvinzen Gallien, Spanien , Britannien die la-teinischen Inschriften den Namen der Göttinfast gar nicht (nur G. I. L. 2, 2407 ( Ger)er(i ). 406, 2795). ln Afrika freilich, wo er wiederumhäufig ist, wird spät sogar einmal eine Geresgraeca unterschieden ( G . 1. L. 8,10 564). Ceresin Pannonien z. B. Ephem. epigr. 2 , 841, inAchaia Ephem. 4, S. 47.
Ceres besitzt nun infolge dessen die meistenEigenschaften derDemeter undkeinemehrals diese. Schon der Anlafs ihrer ersten Ein-führung in Rom zeigt, dafs sie vornehmlichals die nährende galt, die die Ernte sichert, sodarum heilst sie alma, ist wie bei Homer die blonde Göttin (z. B. Verg. Georg. 1, 96),kränzt sich mit Ähren ( corona spicea) u. s. w.Ihr sollte jeder getötet werden, der ein Saat-feld beraubte, nach der Bestimmung des Zwölf-tafelgesetzes, (Plin. 18,12). Als Ceres vertens,„die umpflügende“, verehrte man sie speziellin Potentia (I. B. N. 375). Hier und dortwurde mit ihrem Priestertum das der Naturgöt-tin Venus verbunden (G. I. L. 1, 1183. I. B. 60N. 4227. 5434). Ihrem Charakter entsprachendie friedlichen Gaben, die sie empfing, bren-nende Fackeln, Spelt- und Weihrauchopfer;die Tötung des Pflugstiers verpönte sie ( OvidEast . 4, 413); doch war ihr von blutigen Opfernvor der Ernte das Schwein genehm, wie viel-fach auch in Griechenland ; vgl. (Cato de r. r.134 mit Gell. 4, 6, 7. Fest. S. 238. Varro de
r. r. 2, 4, 9). In ihren Festen und Opfern ahmtesie aber in sehr auffallender Weise die Tellus,sowie auch die Ops und Bona dea (s. d.) nach(vgl. Marquardt S. 311), eben Tellus wird dieechtitalische Vorgängerin der Ceres gewesensein. Tellus giebt der Ceres ihren Kranz heiHoraz c. s. 30.
Die Spenderin des Erntesegens war not-wendig zugleich Gönnerin des Friedens: umAbwendung des Kriegs wurde sie angerufen(Ovid . Fast. 4, 407). Und so ist sie es weiter, diemit der Agrikultur als fi-sflpoqiogos oder legi-fera (Vergil) auch überhaupt „Recht, Sitte undMenschlichkeit“ gelehrt hat (vergl. bes. Cic.Verr. 5,187), die die Ehen stiftet und beschützt(Fest. epit. S. 87), und die Städte gründet,wie von ihr Calvus sang (fr. 6 Müller): Et legessanctas docuit et cara iugavit Corpora conubiset magnas condidit urbes. Die Göttin fried-licher Ernährung war in ihrer höchsten Po-tenz die Patronin des intelligenten Fortschrittsin der Menschheit.
Liber und Libera traten hinter Ceres zurück. Dafs sich mit diesen echtitalische Got-tesvorstellungen verbanden, ist wahrschein-lich. Libera aber galt doch wesentlich alsdie griechische Persephone, so wie die Römerauch die sicilische Sage vom Raube der Ceres-tochter in Enna vollständig übernommen hat-ten (Ovid . Fast. 4, 392ff.). Um Ceres nichtan ihren Schmerz zu gemahnen, vermied manbei den Opfern von Vater oder Tochter zureden (Serv. z. Aen. 4, 58); ja, es gab solche,die sie darum für Gegnerin der Ehe und Patro-nin der divortia ausgaben (Serv. z. Aen. 3,139).Der Tochter Vermählung mit Piuton wurdeals Orci nuptiae, so wie in Griechenland , mitgrofser Feierlichkeit von den Pontifices began-gen; dies nannte man, weil der Gebrauch desWeines dabei ausgeschlossen war, auch dop-pelsinnig nuptias Cereri celebrare (so wohl beiServ. zu Georg. 1, 344 zu lesen nach Plaut.Aul. 354). Ceres selbst tritt hierdurch nun inBezug zu Tod und Unterwelt; bei den Säku-larspielen empfing sie ihr Opfer mit Dis undProserpina (Zosim. 2, 4). Die Gruben, die inden Städten den Eingang zum Orcus bedeu-teten (Fest. S. 154), hiefsen geradezu Cererismundus (Fest. S. 142) und waren ihr heiligwie dem Orcus und der Tellus. Wer einemToten nicht die gebührenden Ehren erwiesen,hatte der Ceres zur Sühne ein Schwein zuopfern (Gell. 4, 6, 8. Festi epit. S. 223). BeiErdbeben betete man zu ihr wie zur Tellus(Ovid . Fast. 4, 409). Pluto und Ceres stehenauf Inschriften zusammen, C. I. L. 8 , 8442.9020. 9021. Die frohe Feier der Wiederver-einigung der Mutter und Tochter aber begin-gen die Frauen am Anfänge des August (Pht-tarch. Fab. 18. Ovid Met. 10, 43 lf. Weifsen-born z. Liv. 22, 56, 4) durch neun Nächte, indenen „taetus viriles“ verboten waren (vergl.auch Tertull. de monog. 17). Aus diesem Festeerklärt sich aber, dafs auch im Bauernkalen-der der Ceres nicht die tntela des April, son-dern die des August gehörte, I. B. N. 6746.
Die Hauptbedeutung der Ceres für Rom war indes eine socialpolitische, und wie