Band 
Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
Seite
867-868
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867 Cerus

Altäre Castor und Pollux, die Stellae derSchiffer, neben ihm dargestellt werden. Ander-wärts {D'Arb. de Jul·, a. a. 0.) ist diese Gott-heit meist noch von einer Schlange (Blitz) mitWidderkopf begleitet; hier ist diese dagegenauf eine andere Seite des Altars verlegt, wosie (von dem Gotte des Lichtes?) erschlagenwird (siehe Atusmerius). Natürlich tötet die-ser ursprünglich auch nach irischer Überliefe-rung den Gott der Nacht selbst, der als seinVater oder Grofsvater bezeichnet wird {D'Arb.de Jub. a. a. 0.). [Steuding.]

Cerus. Cerus oder Kerus ist die ältere latei-nische Bezeichnung für ein schöpferisches gött-liches Wesen, welches uns unter den entspre-chenden Namen auch bei den verwandten ita-

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lischen Völkern begegnet, als Kerri bei denOskern auf der Weihinschrift von Agnone ( Mommsen , Unterital. Dial. p. 133), als Qer-fus auf den Denkmälern umbrischen Dialektes,Aufrecht-Kirchhoff, Umbrüche Sprachdenkm. 2,265. Bücheler, Rhein . Mus. 33,281. Lexieon Ita-licum p. 13. Alle diese Worte stammen zusam-men mit Ceres (s. d.), creare u. ähnl. von einerWurzel, welche 'thun, schaffen bedeutet undnoch in der Sskrt.-Wurzel har vorliegt, Corssen,Aussprache 1 , 473. Curtius, Griech. Etymolog.p. 154, und es verhält sich demnach Cerus zucreare, wie Genius zu gignere und Semo zuserere, Breal, Bereute et Cacus p. 60; alle dreiNamen sind Bezeichnungen für dieselbe schöpfe-rische Gottheit, für die später der Name Genius(s. d.) der allgemeine geworden ist. Was diealten Grammatiker noch von Cerus wufsten,stimmt völlig zu dem eben Gesagten. ImSalierliede wurde er mehrfach angerufen, Paul.p. 122 führt daraus die Worte Cerus manus,das heifse creator bonus, an, und in dem beiVarro l. I. 7, 26 erhaltenen Fragmente je-nes Liedes hat Bergh {de carmin : Saliar. reli-quiis, Ind. lect. Marburg 1847/48 p. 8) mit Evi-denz die Worte duonus Cerus es hergestellt(anders Corssen, origin. poes. Boman. p. 56 ff.Aussprache 1, 230, der Ceruses als eine Weiter-bildung von Cerus erklärt, sicher mit Unrecht).Endlich ist uns noch eine jetzt im MuseoGregoriano des Vatikans befindliche Trink-schale erhalten, welche neben einem Flügel-knaben mit der Doppelflöte die Inschrift KEBIrOGOLOM trägt, C. I. L. 1, 46. Wahrschein-lich ist aber in diesen Denkmälern überall derName Cerrus zu sprechen: darauf führt sowohl

das osk. Kerri, als das umbrische Cerfus (vgl.umbr. parfa, latein. parra) und dafs unsereÜberlieferung überall nur ein r giebt, ist durch-aus in der Ordnung, da all diese Denkmäler indie Zeit zurückgehen, wo man die Konsonanten-gemination in der Schrift noch nicht ausdrückte,Buecheler, Umbrica p. 98 f. [Wissowa.]Cervaej vielleicht segenspendende Geister aufeiner Inschrift aus Zalatna (Dacia), C. I. L.3, 1303: Libero {p)atri et Li{b)ere Herclia{n)iset Cervabu{s ) Bomanus Aug{usti) n{ostri ) etAur{elia) Creste vo{tmn) posuerun{t). Momm-sen a. a. 0. hält die Hercliani und Cervae fürPriesterkollegien; wenn wir aber bedenken,dafs Hercules (= Semo Sancus) auf dem Lande

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als Genius des Segens verehrt und gerade indieser altitalischen Auffassung mit Ceres zu-sammengestellt wird {Preller, B.. MS 2, 282),so dürfen wir neben Liber und Libera, denalten Gottheiten des strömenden Segens, wohldie Hercliani für eine Vervielfältigung diesesHercules (ursprüngl. Herdes, Preller a. a. 0.2,278, 1), die Cervae aber für die weibliche Er-gänzung derselben halten, welche dann derCeres (Cereres) entsprechen würden. So wärevielleicht Cerva als eine Femininbildung zuCerus (s. d.) resp. * Cervus, entsprechend denCerfiae der iguvinischen Tafeln, zu betrach-ten. [Steuding.]

Chadisia {Xaöieia), Amazone, Eponyme dergleichnamigen Ortschaft bei Themiskyra, Steph.Byz. s. v. Χαλιαία u . Χαδιαία; nach Belcataios,b. Schot. Ap. Bh. 2, 999 Chadesia; vgl. Schd.Ap. Bh. 2, 373. [Klügmann.]

Cliairesilaos {Χαιρ-ηβίλαος, Χαιρηβίλιως),Sohn deslasios, Enkel des Eleuther, Vater desPoimandros, des Gründers von Tanagra , Paus.9, 20, 2. [Stoll.]

Chairias {Χαιρίας) , s. Eunomos. [Stoll.]Chairon {Χαίρων), Sohn des Apollon undder Thero, einer Tochter des Phylas, nachwelchem das von ihm gegründete Chaironeiabenannt ward, Hesiod in d. grofsen Eoien beiPaus. 9, 40, 3. Hellanihos b. Steph. Byz. s. v.Χαιρωνεια. [Stoll.]

Chaitos {Χαΐτος) 1) Sohn des Aigyptos, vonder Danaide Asteria ermordet, Apollod. 2,1,5, [2) vgl. C. I. Gr. 7719. K.] [Stoll]Chalastre {Χαλάοτρ rj), nach welcher dieStadt Chalastra in Makedonien genannt seinsoll, Steph. Byz. s. v. Χαλάατρα. [Stoll.]Chalbes {Χάλβης), Herold des ägyptischenKönigs Busiris, von Hei-akles erschlagen, SehlAp. Bh. 4, 1396. S. Busiris. [Stoll.]Chaldaios {Χαλδαΐος), der vierzehnte Könignach Ninos, dem Erbauer von Ninos, der allenach ihm genannten Chaldäer zusammenzogund die Stadt Babylon gründete, Steph. Bp.s. v. Χαλδαΐοι. Eustath. ad Dionys. 767. G.Müller, fr. hist. gr. 2. p. 237, 8. [Stoll.]Chaldene {Χαλδήνη) , gebar von Zeus denSolymos, den Heros eponymos der Solymer,die später den Namen Pisider erhielten, StephByz. s. v. Πιοιδία, Dieselbe wird jedoch vonAntimachos bei Schot, zu Od. 5, 283 Καλχηδο-vCa genannt, weshalb vielleicht mit Buttmann(z. d. St.) b. Steph. Byz. Χαλκηδονία zu lesenist. [Steuding.]

Chalis {Χάλις) , Beiname des Dionysos alsdes Gebers des reinen, ungemischten Weines,Eustath. Bom. p. 1471, 2; dennΛ&ηναϊ in zovάκρατον χάλιν λέγοναιν, Schot. Ap. Bh. 1, 473.Deshalb hatte auch der dionysische Dämon,der Silen Akratos, den Namen Chalis. Erklä-rungen des Wortes χάλις (wahrscheinlich zu-sammenhängend mit χαλάω und so viel alsλυαιος) b. Besych. s. v. Tzetz. Besiod. Opp. 336.Lyh. 579. Et. Μ. χαλίφρων. Creuzer , Symbolu. Myth. 3. S. 210ff. 2. Aufl. Gerhard, griech.Mythol. § 447, 3. 464, 2. [Stoll.]

Chalkaor {Χαλκάαρ), eine Führerin der Ama-zonen vor Troja, von Achilleus getötet, Tzets.Posthorn. 181. [Stoll.]

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