Band 
Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
Seite
871-872
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871 Chalybs

Orchomenos, Erfinder der Schilde, Plin. N. H.7, 57. Müller, Orchomenos S. 132. [Stoll.]

Chalybs ( Χάλυψ ), Sohn des Ares, nach wel-chem die Chalyber, ein eisengrabendes undeisenbearbeitendes skythisches Volk in Pon-tos, benannt sein sollte, Schol. Ap. Rh. 2,373. [Stoll.]

Cliamos (Xagcog), nach Suid. s. v. und s. Σολο-μών (vgl. Zonaras lex. p. 1840) eine Gottheitder Ammaniter u. Tyrier; Alex. Polyhist. beiEuseb. Ghron. 1, 23 deutet auf Verehrung des-selben bei den Babyloniern, die orientalischenQuellen aber erweisen ihn als den Hauptgottder Moabiter , vgl. W. v. Baudissin in HerzogsR.-E. s. v. Kemosch und oben S. 650, 50.

[Steuding.]

Chamyne (Χαμννη), Beiname der Demeterbei den Eleern, Paus. 6, 20, 9. 21, 1. Anletzterer Stelle wird ein Tempel derselben er-wähnt und der Name mit χανείν zusammen-gebracht in Bezug auf die Erdspalte, in wel-cher Hades mit Persephone verschwand; dochwird zugleich auch ein von Pantaleon getöte-ter Pisäer Chamynos erwähnt, auf dessenKosten jener Tempel erbaut worden sein soll.Es ist aber wohl besser an den Stamm χαμαErde (vgl. χαμαί, χαμαξε) vgl. ghamina dieErde betreffend zu denken. Litauisch heifstdie Erdgöttin Zemina, Zemyna oder Zemyne,Eich, vergl. W. 1, 578. [Steuding.]

Chamynos s. Chamyne.

Chanaan ( Χαναάν = 7§33), der jüngste Sohndes Cham (=Ham), Heros'eponymos des Lan-des Chanaan, Hesyeh. Suid. Josephus 1, 6, 2.Nach Alex. Polyh. fr. 3 bei Euseb. pr. ev. 9,17 p. 419 d ist er ein Sohn des Belos undStammvater der Phönizier, also identisch mitChnas (s. d.). [Steuding.]

Chania, eine Nymphe, welche mit Herakles den Gelon, den Stammvater der skythisehenoder sarmatischen Geloner, zeugete, Serv. Verg.Georg. 2, 115. [Stoll.]

Chaon ( Χάων ), ein Trojaner, ein Bruder oderFreund des Helenos, nach welchem dieser, alser König in Epirus geworden, einen Teil vonEpirus Chaonia nannte, weil er ihn gegen sei-nen Willen auf der Jagd getötet hatte, oderweil Chaon sich bei einer Pestilenz oder beieinem Sturm auf der See zum Besten seinerGenossen freiwillig geopfert, Serv. Verg. Aen.3, 297. 334. 335. [Stoll.]

Chaos (Xaog, sog von χαίνω klaffe, vgl. χάσ-μα, χάog Kluft, G. Curtius, Grundzüge 5 196),bei Hesiod . Theog. 116 das erste Moment derWeltwerdung, vor aller Gestaltung, der gäh-nende Kaum, doch wohl nicht reiner Kaumscharf distinguiert, sondern Raum, Materie undDunkel in Eins (vgl. Flach, Hes. Kosmog. 11 ff.).Aus dem Chaos gingen Erebos und Nyx her-vor, aus diesen Aither und Hemera, v. 123 ff.Vgl. Akusilaos b. Müller frg. hist. 1,100. Plat.Symp. 178b. Verg. Georg. 4, 347. Ludern. Salt.37. Philopatr. 13. Amor. 32 u. a. Deutungauf den leeren Raum bei Aristot. phys. 4,208 b, 31. Sext. Emp. 478, 17. 149, 2 Bekk.;stoische Deutung bei Schol. Hes., Flut. mor.955e. Flach, Glossen 37f. Als Urmaterie, ru-dis inäigestaque moles Ov. met. 1, 7. Als zwei-

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tes Moment der Kosmogenie u. a. Hygin. fab,pr. Ex Galigine Chaos etc. s. Preller-Piew 1,32, 1. In orphischer Kosmogenie ist zuerstChronos (s. d.), der den Äther und das Chaoshervorbringt, Zeller, Gesch. I 4 , 85 ff. In derbestehenden Welt o) der Weltraum, das Welt-all , Hes. Th. 700; b) der Luftraum, Ibyk. frg.

28. Bakchyl. frg . 47 Bgk. Aristoph. Nub. 424.627. Av. 192. Simm. Al. 6, 672 Jac. In derParodie der Hes. Th. bei Aristoph. Av. 691ff.erzeugt der geflügelte Eros mit dem dämme-rigem Chaos das Geschlecht der Vögel; c) derHades Ov. met. 10, 30. Verg. Aen. 4, 510. 6,265. Plut. mor. 953 a. Quint. Smyrn. 2, 614.Epigr. adesp. 282; als Strafort, %(5(>og dacßär[Platf] Axioch. 371 e; Abgrund überhaupt, s.die Lexika. Metaphorisch die schwarze Nacht,Ap. Rhod. 4, 1697, die Ewigkeit, M. Anton.4, 3. [v. Sybel.]

Charaxos, ein Lapithe, auf der Hochzeit desPeirithoos von dem Kentauren Khoitos miteinem Feuerbrand erschlagen, Ov. Met. 12,271 ff. [Stoll.]

CharideniOS ( XagiSrgiog) ein Bakchant: C. I.Gr. 8184. [Roscher.]

Chariklo (Xagmlco), 1) Tochter des Apollon oder des Perses oder des Okeanos, Gemahlindes Kentauren Cheiron (s. d.), Mutter des Iia-rystos, Find. Pyth. 4, 103 (181) nebst Scholien .Bei ihr und Cheiron und dessen Mutter Philyrawurde lason erzogen, . sowie auch Achilleus ,Ap. Rh. 1, 554. 4, 813 nebst Schol. Hesiod nannte die Gemahlin des Cheiron eine Naiade,Schol. Find. a. a. O. Auch Ap. Rhod. 4, 813nennt Chariklo und Philyra Naiaden. EineTochter der Chariklo und des Cheiron hejfstOkyroe, Ovid . Met. 2, 636. [Bildlich dargestelltauf der Framjoisvase; vgl. Overb. Gail. T. 9, lu.G. I. Gr. 8185 d. R.] 2) Tochter des Kychreusaus Salamis , Gemahlin des Skiron oder Skei-ron in Megaris, dem sie die Endei's gebar,die Gemahlin des Aiakos , Megarensiscke Ge-schichtschreiber bei Plut. Thes. 10. Vergl.Apollod. 3, 12, '6 u. Heyne z. d. St. Paus. 2,

29, 7. Anderwärts heifst der Vater der En-dels Cheiron statt Skeiron, Schol. Find.Nem. 5, 12. Schol. II. 16, 14. Hyg. f. 14· 3) Eine Nymphe, Gemahlin des Eueres,Mutter des Teiresias Athene hatte den Tei-resias geblendet, weil er sie nackt gesehen;da aber Chariklo ihr teuer war, so reinigtesie auf deren Bitten zum Ersatz des Augen-lichts dem Teiresias die Ohren, dafs er dieStimmen der Vögel verstehen konnte, und gabihm einen Stab, an dem er sicher ging, Phere-kydes bei Apollod. 3, 6, 7. Kallim. lav. Pall59 ff. [Stoll.]

Charila ( Xägila ), ein Mädchen und ein nachihr benanntes ennaeterisches Fest zu Delphi{Plut. Quaest. Graec. 12). Während einer in-folge grofser Trockenheit entstandenen Hun-gersnot in Delphi bat unter vielen anderenauch ein kleines Waisenmädchen Namens Xa-gila an der Thüre des Königs um Getreide,dieser aber schlug sie mit dem Schuh ins Ge-sicht, worauf sich Charila aus Scham erhängte.Da die Hungersnot zunahm, wurde durch einOrakel befohlen, ihren Tod zu sühnen. Dies

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