Cornia
Cuba
928 ■ 929
930
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logie romaine, in Memoires de VAcademie deVaucluse 1884 publioiert). Auf die Göttin selbst,nicht auf das Appellativ bezieht sieh auch dieBenennung der durch Munatius Planeus i. J.711/43 in Lugdunum gegründeten römischenKolonie Colonia Copia Claud. Aug. Lugd. (Gru-ter 30, 2. 388, 6. 488, 8; danach hat manMünzen mit der Legende COPIA und einemSchiffsvorderteil u. s. w. Lugdunum zugeteilt,Eckhel, Doctr. numm. 1 S. 73. Mionnet , Descr.de med. 1 S. 82 n. 214. Suppl. 2 S. 148 n. 149—152; ist dies mit Recht geschehen, so hatdie Kolonie, da die Münzen zum Teil denKopf des Augustus auf der Vorderseite tra-gen, wohl bald nach der Gründung den NamenCopia erhalten), sowie der Name der i. J.561/193 ( Liv. 34, 53. 35, 9) nach Thurii ge-sandten Kolonie Copia (Münzen derselben mitdem Namen COPIA bei Eckhel a. a. 0. 1 S. 164.Mionnet a. a. 0. 1 S. 172f. n. 697—700 Suppl. 2S. 324 n. 872—875. Ritschl, P. L. M. E. tab. 7,84. 85 und Enarratio tabularum S. 13; wases mit dem Plural Kamai bei Strabo 6 S. 263 Cund Steph. Byz. s. v. ®ovqiol , der sich in die-sem Artikel ausdrücklich auf Strabo beruft,für eine Bewandtnis hat, wenn derselbe nichtauf einem Irrtum beruht, l'äfst sich nicht er-kennen: die offlcielle Bezeichnung, die vollstän-dig wohl Colonia Copia gelautet hat, gebenjedenfalls die Münzen). In der VerbindungCol. Copia, wie Lugdunum ohne allen Zweifelgenannt wurde, ist nach Reifferscheid Copiaadjektivisch gefafst, ebenso Concordia in derVerbindung Colonia Concordia, da das Lateindie Substantive auf -ius, -ia ohne weiteres Suf-fix als Adjektiva verwendet, wie lex Iulia,colonia Claudia. Col. Copia bezeichnet alsodie unter den Schutz der Copia gestellte Kolo-nie (vgl. colonia Veneria); dafs die BenennungCopia dieselbe Bedeutung auch bei Thurii hat,ergiebt sich aus dem Füllhorn, welches alsStadtwappen auf den Münzen der Stadt er-scheint (s. oben; Borghesi.fafst das auf einemrepublikanischen Denar mit dem Kopfe derROMA und L . CVP auf der Rückseite nebendem Kopfe der Roma befindliche Füllhorn alseine Art sprechenden Wappens auf und teilthiernach die Münze einem Mitgliede der gensCupiennia oder Copiennia, die ihren Namenvon Copia abgeleitet hätte, zu; vgl. Borghesi,Oeuvres 1. S. 466 f. Mommsen, Histoire de lamonn. rom. 2. S. 278 n. 76). Die Benennungvon Kolonieen nach der Copia sowie die Be-zeichnung des Füllhorns als Horn der Copiazeigen, dafs Copia eine der ältesten und an-gesehensten Personifikationen der römischenReligion war, die aber schliefslich durch dieFortuna verdrängt worden zu sein scheint. Inder späten Kaiserzeit tritt der ihr zu Grundeliegende Begriff der Fülle zum Überflufs gestei-gert in der Abundantia (s. d.) hervor. BildlicheDarstellungen der Copia sind nicht erhaltenoder lassen sich wenigstens nicht nachweisen;die Annahme Prellers (R. M. s 2 S. 259), dafsCopia auf den römischen Denkmälern einesehr gewöhnliche Figur gewesen sei, ist ohneallen und jeden Anhalt. [R. Peter.]
Cornia, Beiname der Diana auf einer In-
Roscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol.
schrift aus Rom , Orelli 2909 = 3539: Ti. Clau-dius divi Claudii Hb. Actius Honoratus cura-tor Germanorum et aedituus Dianae Cornie etc.Henzen z. d. I. erinnert jedenfalls richtig anPlin. n. h. 16, 44, (91), 242, wonach sich imGebiete von Tusculum ein Hügel namens Cornemit einem alten, der Diana heiligen Buchen-hain befand. [Steuding.]
Corniscae. Nach italischer Religionsvorstel-lung waren der Iuno unter andern Vögelnnamentlich auch die Krähen heilig; so sehenwir eine Krähe als Begleiterin der luno Lanu-vina auf den Münzen der Cornificier {Cohen,med. cons. pl. 15 Cornif. 1—3. Denkm. d. altenKunst 1, 341). In Rom aber besafsen dieseheiligen Krähen einen eignen geweihten Hainin Trastevere , der unter dem besondern Schutzeder Iuno stand {Paul. p. 64, wo wohl zu lesenist: 'Gorniscarum diuarum lucus erat transTiberim’). Aus dieser Gegend stammt ein er-haltener Grenzstein mit der altertümlichen In-schrift ’deuas Corniscas sacrum’ , der offenbarzur Begrenzung des Areals dieser Gottheitenin republikanischer Zeit gehörte (C. I. L. 1,814). Übrigens ging die Verehrung dieser gött-lichen Wesen früh unter, da Festus von ihrals etwas Vergangenem sprach. [Wissowa.]Corotiacus, ein celtischer Beiname des Marsauf der Basis des Erzbildes eines liegenden,mit Schild versehenen Mannes, aus Martleshamin Suffolk , C. I. L. 7, 93a: Deo. Marti \ Co-rotiaeo | Simplicia \ Proce v. p. I. m. [Steuding.]Corsica, die Personifikation der gleichnami-gen Insel. Dafs derselben ein Tempel geweihtwar, geht aus den Resten einer Inschrift zuAleria hervor, C. I. L. 10, 8034. [Steuding.]Cososns, ein celtischer Beiname des Marsauf einer Inschrift aus dem Gebiet der Bitu-riges Cubi, Orelli 1984: Flavia Cuba Firmanifilia \ Cososo deo Marti suo hoc \ signum dicavitAugusto ; doch scheint Henzen die Abschriftder ganzen Inschrift nicht recht zuverlässig zusein. [Steuding.]
Coventina, Couvenlina, Countina oder Con-ventina, die (keltische?) Göttin einer Heilquellebei Proeolitia auf Inschriften, die neben etwa16000 Münzen und 2 Reliefs in dem Quellen-schacht selbst gefunden worden sind. S. Hüb-ner im Hermes 12, 257 ff. Clayton, the templeof the goddess Coventina at Procol., Newcastle1878. Watkin , Ephem. epigr. 4, 680. [Steuding.]Crisida = Chryseis auf einer pränestinischenCiste, C. I. L. 1, 1501; vgl. Aucena. [Steuding.]Crongintoudadigoe (Dat.), Bezeichnung einerceltischen Gottheit auf einer Inschrift aus Sa.Ma. de Ribera, C. I. L. 2, 2565: GROUGIN \TOÜDA | DIGOE \ RUFONIA SEVER . . jToudadigoe (Dat.) dürfte neben TotatigensC. I. L. 6, 2407 und Toutati ib. 7, 84. 3,5320 zu stellen sein, unter welchem Namender Nacht- und Todesgott Teutates (s. d.)zu verstehen ist. S. H. D’Arbois de Iubain-ville, le cycle myth. Irl. p. 378 f. Vielleichtist Crougin auch in dem Namen der britan-nischen civitas Croucingo (Anon. Ravenn. 5, 31p. 433 Find. s. De-Vit, On. s. v.) enthalten.
[Steuding.]