1293 Epona
Pomp. S. 388. Sogliano, Le pitture muraliCampane etc., in Pompei e la regione sotterataetc., in Pompei e la regione sotterata etc. Na-poli 1879 parte seconda S. 93f. nr. 31; abgeb.zu Jordans Abhandlung in Annali a. a. 0.
; Taf. D) sicher nicht Epona . Denn zu eineri solchen ganz in der Luft schwebenden An-nahme einer Epona ν,ονροτρύφος zwingt wederder Fundort, ein zum Stalle gehöriger Raum,noch ein unterhalb dieses Bildes gemalter jSklave, der zwei Esel herantreibt, noch dieNische ( Jordan S. 48); ferner kann doch un-möglich das Kind im Arme der Frau (wieJordan S. 53 will) die Fürsorge der Göttinfür ihre Tiere (die in den sicheren Epona-Bil-dern ihren sprechenden Ausdruck findet) sym-bolisieren; andere (Trendelenburg im Pull, d.inst. 1871 S. 180, Preuner in Bursians Jahres-ber. 7, 1876 S. 144u, und Sogliano a. a. 0.)haben an eine eigenartige Darstellung der gVesta gedacht (Vesta mit Zeus hatte ursprüng-lich Brizio S. 46 f. angenommen; Fiorellia. a. 0.: 'Epona o Vesta’). Die Frage, wenjene reitende Frau darstellt, ist einstweilenam besten mit B. Engelmann (in LützowsZeitschrift f. bilä. Kunst 7, 1872 S. 254) un-entschieden zu lassen (an Epona glaubt auchCorssen a. a. 0. S. 129f. nicht). Den wei-teren, an und für sich unwahrscheinlichenAnnahmen Jordans, der (S. 52ff.) das pompe- 3janische Gemälde mit den erwähnten reiten-den Frauen in Verbindung bringt und ver-mutet, dafs der italische Typus einer reitendenEpona κονροτρόφος vielleicht auf gallische1 Epona-Bilder zurückgehe , die etwa um dieZeit des hannibalischen Krieges in Italien Eingang gefunden hätten (S. 54 f.), wird da-durch, dafs die Frau des pompejanischen Bil-des sich als Epona nicht erweisen läfst, allerBoden entzogen. Gar nicht hierher gehörig 4ist, wie Arneth (a. a. 0. S. 585 f.; vgl. Gerhard,Gr. Myth. a. a. 0.) richtig ausführt, der weib-liche Bronzekopf, der die angeführte SchriftCattaneos veranlafst hat.
Eine Spur einer an Epona anknüpfendenLegende könnte man erkennen bei Pseudo-Plu-tarch, Par all. 29 (wo als Gewährsmann an-, geführt wird ’ΑγηοίΙαος εν τρίτοι ’ΐταλικων):/.wueFulvius Stellus, ein Weiberfeind, verband sich\ttit. mit einer Stute, die eine schöne Tochter, 3welche er Epona nannte, gebar, wenn derAutor irgendwie zuverlässig wäre (mit Un-recht also legt Corssen a. a. 0. S. 131 f. die-ser Erzählung, die er als eine 'einheimischeSage’ betrachtet, Wert bei und verwendet sieals Beweis für den angenommenen italischenUrsprung der Göttin). [R. Peter.]
Epopeus ( Έποπενς ), 1) bei Homer und He-siod nicht bezeugt; aber von den nach home-rischen Epikern mannigfach behandelt. Er 6'ist Sohn des Aloeus, Enkel des Helios undbeherrscht als Erbe seines Vaters Asopia (Si-kyon); nach dem Tode des Bunos erhält erauch Ephyraia (Korinthia), so dafs er dengroßväterlichen Besitz wieder in seiner Handvereinigt. Seinen Sohn Marathon behandelter so gewaltthätig, dafs dieser nach Attikaflieht und erst nach des Vaters Tode zurück-
Epopeus 1294
kehrt, Eumelos bei Paus. 2, 1, 1. Nach denKyprien fand Epopeus seinen Untergang beider Zerstörung Sikyons , weil er die Tochterdes Lykurg verführt hatte. So erzählte Nestor dem Menelaos in einer Episode ( ProJclos beiPhotios ). Welcher, ep. Cycl. 2, 98. Asios giebtdem Epopeus die Asopostochter Antiope (s. d.)zur Frau, die von Zeus den Amphion (s. d.), vonihrem Gatten den Zethos gebar, Paus. 2, 6, 4.Bei Apollod. 1 , 7, 4. 3, 5, 5 ist Epopeus Sohndes Poseidon und der Kanake und Bruder desAloeus. Zu ihm flieht, von Zeus schwanger,die thebanische Antiope, die Tochter des Nyk-teus, und vermählt sich mit ihm. Da tötetsich im Unmut ihr Vater Nykteus und trägtseinem Sohne Lykos auf den Epopeus und dieAntiope zu strafen. Lykos erobert Sikyon ,tötet den Epopeus und führt die Antiope ge-fangen weg, wobei sie unterwegs den Zethosund Amphion gebiert, Schol. Apoll. Bhod. Arg.4, 1090. Ganz dasselbe erzählt Hygin. f. 8,nur nennt er statt Epopeus den SikyonierEpaphus. Bei Pausanias endlich (2, 6, 1; vgl.Eudoc. viol. 15 b) ist Epopeus kein einheimi-scher Herrscher, sondern wandert aus Thessa-lien ein und erhält nach dem Tode des kin-derlosen Korax die Herrschaft von Sikyon . Erraubt die schöne Antiope, des Nykteus Toch-ter, die von Asopos stammen sollte. In derSchlacht gegen die heranziehenden Thebanerwird Nykteus, aber auch der siegreiche Epo-peus verwundet. Sterbend trägt Nykteus demLykos aufsor der Vormundschaft für den un-mündigen Labdakos Rache an Epopeus undAntiope auf. Epopeus opferte unterdessenSiegesopfer und baute der Athene einen Tem-pel ; auf seine Frage, ob das Gebäude ihr an-genehm sei, liefs die Göttin 01 aus dem Bodenquellen. Später starb Epopeus an der ver-nachlässigten Wunde; sein Nachfolger Lame-don lieferte die Antiope aus und sie gebarunterwegs. Epopeus erbaute in Sikyon nichtweit vom heiligen Thore einen Athenetempelvon ungewöhnlicher Pracht und Gröfse, derdurch Blitzstrahl zerstört wurde. Nur derAltar daraus erhielt sich, und vor ihm befindetsich das Grabmal des Epopeus. Auch dieGründung eines Heiligtums der Artemis unddes Apollon wurde auf ihn zurückführt, Paus.2, 11, 1. Gerade umgekehrt berichtet Diodor fragm. I. 6, dafs Epopeus die Götter zumKampfe aufforderte und ihre Tempel und Al-täre zerstörte.
Epopeus wird von Preller und Gerhardübereinstimmend als eine Lichtgottheit erklärt,eine andere Form des Helios, der auf derHöhe (hnomrj) thront, wobei daran zu erin-nern ist, dafs ’Emong nach Steph. Byz. einName für Akrokorinth war (vgl. ’Eyvgr ]); alsabgeleitet führt Steph. noch besonders smo-nsvs und STtconizris an. ’Eitantig „die Göttinauf der Warte“ war bei den Sikyoniern einBeiname der Demeter ( Hesych .). Zu dem so-larischen Wesen des Epopeus pafst seine Eigen-schaft als Diener der Athene, derjenigen näm-lich, die in dem benachbarten und verwandtenKorinth durch Fackellauf verehrt wurde. AlsFrühlingsheros erklärt den Epopeus B. Schrö-