1309 Erigdupus
258—324. Luc. dial. deor. 25. Fraglich sindPhiloxenus, Nicander , Satyrus b. Plin. 37, 31.Herodot 3, 115 bestreitet des Eridanos Realität,vgl. Strabo 5, 215. Polyb. 2, 16. Plin. 37, 31.Christ, Jahrb. 1871,708 meint, Eridanos sei derName Rhodanos gräcisiert. Nach Preller 1, 358gehörte der Eridanos ursprünglich wohl demNordland der Hyperboreer am Okeanos an.Phaethon gab dem Strom seinenNamen, Serv.Aen. 6, 659. Eridanos Strom im Hades, inwelchem Tantalos steht, ih. 603. Eridanosals Sternbild, Erat. cat. e. 37. Arat. phaen.359. Eippokrates 1, 18. Hyg. p. astr. 2, 32.Cie. Arat. 389. Mart. Cap. 8, 838. [Vergl.B. Brown, Eridanus : river and constellation.London 1883. R.]. [v. Sybel.]
Erigdupus ( 'EglySovriog ), ein Kentaur: Ov.Met. 12, 453. Über den Namen handelt Bo-scher in Fleckeisens Jahrhl·. 1872 S. 424. Vgl.Dupon u. Kentauren. [Roscher.]
Erigone ( ’Hgiyovif), 1) Tochter des ikarios,Geliebte des Dionysos, der sie durch eineTraube verführt, Ov. Met. 6, 25, und dem sieden Staphylos gebiert, Hyg. f. 130; s. Ikariosu. vgl. E. Maass, Analecta Eratosth. (Philol.Unters, h. v. Wilamowitz u. Kiessling 6 c. 2'de Eratosth. Erigona ’). — 2) Tochter des Ai-gisthos und der Klytaimnestra, die dem Orest den Penthilos gebiert, Paus. 2, 18, 5. Marrn.Par. 25. Etym. M. 42, 4. Nach Hyg. f. 122wollte Orest sie töten, aber Artemis entrücktesie nach Attika und machte sie zur Prieste-rin; nach Biet. 6, 4 tötete sie sich selbst, alssie hörte, dafs Orest vom Areopag frei gespro-chen sei. — 3) Tochter der Themis , Personi-fikation der Gerechtigkeit und daher von Ver-gil Jungfrau genannt, Serv. zu Verg. Ed. 4, 6(s. Sternbilder). [Schultz.] E) ü;
Erikapaios s. Erikepaios.
Erike (’Egturj = igeim j Heidekraut), nachHesych . Tochter des Flusses Anauros (in Thes-salien), d. h. eines bei trocknem Wetter ver-siegenden Giefsbaches, da für solche dieserName bei späteren Dichtem geradezu appel-lativ gebraucht wurde. Vergl. Benseler-Pape,Lex. s. v. [Steuding.]
Erikepaios (’HgineTtaiog oder ’Hginanutog),ein Wesen der orphischen Theogonie, aus demWeltei entstanden und auch Eros, Metis, Pha-nes genannt, Orph. H. 5, 4. fr. 8. · Vgl. auchQöttling de Ericapaeo Orphicorum numine,Progr. Jen. 1862 ( Opusc. acad. p. 206—214).Lobeck, Aglaoph. 1, 478ff. Preller, Gr. Myth.1, 36. Gerhard, Gr. Myth. 1 § 517, 3. [Stoll.]
Erilus s. Erulus.
Erimede (’EgifirjSrj oder ’Egvgyärj), Tochterdes Damasiklos, Gemahlin des Elatos , einesSohns des Ikarios, Mutter des Tainaros, nachwelchem Stadt und Vorgebirg benannt waren,Pherekyd. b. i Sehöl. Ap. Eh. 1, 102. [Stoll.]
Erinona (v. 1. Erittoma, vielleicht Erinoma?),Tochter des Celes (= äe'Ijjs? vgl. Plat. hei Athen .10, 442 a), auf Cypern, welche wegen ihrerKeuschheit von Minerva und Diana geliebt wurde.Aus demselben Grunde hafste sie Venus undentflammte deshalb Iuppiter in Liebe für sie.um diese zu hindern, veranlafste Iuno die Ve-nus durch Adonis die Erinona schänden zu
lassen, vgl. o. S. 74, 65ff. Zur Strafe töteteIuppiter den Adonis durch einen Blitz in seinemHeiligtum am Berge Cassius, in welches der-selbe geflüchtet war, doch wurde auf Bittender Venus sein Schattenbild durch Mercur aufdie Oberwelt zurückgeführt. Die Erinona aberverwandelte Diana nach ihrer Schändung ineinen Pfau, gab ihr jedoch später ihre mensch-liche Gestalt wieder und überliefs sie danndem wiedergekehrten Adonis, welcher mit ihrden Taleus zeugte, Serv. Verg. Ed. 10, 18.Über Artemis als Feindin des Adonis vergl.o. S. 71, 48. [Steuding.]
Erin(is) pater, ein zur Vesuna in naher Be-ziehung stehender Gott auf einer alten In-schrift aus dem Marsergebiet bei Milionia,C. I. L. 1, 182 und Mommsen L. N. 5483 : V.Atiediu(s) \ Ve(s)une I Erinie. et | Erine | pa-tre | dono. mere \ Ubs. Vielleicht dürfte derName auf denselben Stamm wie igiveog zu-rückzuführen sein, da ja Vesuna auch sonstmit Göttern der ländlichen Fruchtbarkeit wiePuemunus (?) und Phuphluns (Bacchus) zusam-mengestellt wird. Vgl. Preller, Born. Myth . 31 , 454, 1 . Bugge, Bhein. Mus. 1885, 474verbindet ihn dagegen mit etrusk. Etrus, daser italischem aisu-s, esu-s Gott gleichsetzt.
[Steuding.]
Erinys ( ’Egivvg ). Die Erinys reicht in dieAnfänge der griechischen Religionsgeschichtezurück; Aischylos hebt mit Nachdruck ihrhöheres Alter gegenüber der jüngeren Götter-ordnung hervor ( Eum. 150. 162. 394. 731), undschon bei Homer überwiegt die ethische Auf-fassung ihres Wesens ihre übrigens noch deut-lich erkennbare Naturbedeutung. Erinys undErinyen, Einzahl und Mehrzahl, gebrauchenHomer und die folgenden ohne Unterschied derBedeutung. Die Dreizahl erscheint zuerst beiEuripides Or. 408. 1650; Pro. 457, wiewohl aucher Iph. T. 968 eine gröfsere Zahl annimmt(vgl. unt. Abschn. IV). Ihre Namen werdenerst spät genannt: Alekto, Tisiphone, Megaira,Verg. Aen. 6, 571. 7, 324. 12, 846. Apollod.1, 1, 4. Orph. Hymn. 68,2. Arg. 971; über derenEtymologie siehe Pott, Kuhns Zeitschr. 5, 265.
Litteratur: Böttiger, die Furienmaske imTrauerspiel 1801. Kampe, Erinnyes (BerlinerDissertation 1831). K. O. Müller, Aischylos ’Eumeniden ;mit erläuternden Abhandlungen 1833.Prusinowski, De Erinyum religione, Berl. Dis-sert. 1844. Schömann, Aischylos’ Eumeniden ,deutsch mit Einleitung 1845. Ders., Opuscula 2,141. Kuhn, Zeitschr. für vergl. Sprachfor-schung 1 S. 439—470, 1852. Aschenbach, dieErinyen bei Homer , Hildesheimer Progr. 1859.Max Müller , Vorlesungen über Sprachwissen-schaft v. Böttger 2 1870. 2, 494ff. Gladstone,Iuventus Mundi, London 1870 S. 348ff. Bil-they, Archäol. Zeitg. 31, 78 ff. Körte, die Per-sonifikationen psychologischer Affekte in derspäteren Vasenmalerei 1874. Bosenberg, dieErinyen, Berl. 1874.
I. Naiurbedeutung der Erinys .
Die Naturseite der Erinys ist in demhomerischen Beiwort r\sgorpotrig ausgesprochen(L 571; T 87) „die im Nebel, in dunklem
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