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Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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1313-1314
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von

ien.

1313 Erinys (Naturbedeutung)

und von der Gorgo gebraucht ( Roscher, Gorg.

S. 58) und hat dieselbe Bedeutung des Flam-menblicks, wie auch Verg. Aen. 7, 448 derErinys flammea lumina beilegt. DenselbenSinn wird demnach der von den Erinyen ge-brauchte Ausdruck Sstvmnsg (Soph. Oed. G. 84)haben, jedoch so, dafs in der Furchtbarkeitdes Blicks zugleich auch die Schärfe desselbenenthalten ist und SsivÜTtsg zugleich in dempindarischen Ausdruck 6 |eiE givvg {Olymp, io2, 41) und im sophokleischen Ttavfi· bgäoca(0. G. 42; Ai. 836) seine Erklärung findet. Sobesteht die Furchtbarkeit der Erinys nichtzum wenigsten in ihrem flammenden, scharfen,alles sehenden Blick.

Eine Verstärkung und Vervielfältigung die-ses schreckenden Blicks und ein Bild derallenthalben aus der Wetterwolke hervorzün-gelnden und herauszischenden Blitze ist dasSchlangenhaar der Erinys . Diese Beden- 20tung der Schlange ist aufser Zweifel, vergl.Schwartz, Ursprung d. Mythologie S. 36. 45 ff.Laistner, iS ebelsagen S. 74. Roscher, GorgonenS. 64, woselbst (S. 74ff.) auch das Attributder Schlange bei andern Gewittergottheitennachgewiesen wird. Dies ist jedenfalls einesehr alte Vorstellung und die Behauptung desPausanias 1, 28, 6, dafs Aischylos den Erinyenzuerst Schlangen in die Haare gegeben habe,nur so zu verstehen, dafs er sie zuerst so auf sodie Bühne brachte, weil der Volksglaube sich .dieselben so vorstellte. Aufser Aischylos {Cho.1049 mnlenravrigivai itvnvoig ägayiovai) er-wähnt sie von den älteren Dichtern EuripidesTph . T. 287. Or. 256; viel häufiger aber die-nen sie den römischen Dichtern zur Ausmalungder Schreckensgestalt der Furien, welche beiihnen die Schlangen nicht blofs in die Haare{Hör. carm. 2, 13, 35), sondern auch um Leibund Arme geschlungen haben, Ovid Met. 4, 40483. 491 (vgl. S. 1315, 10; weiteres s. unterFuriae). Auch in der Kunst bildet die Schlangezu allen Zeiten das stehende Attribut (s. unt.

S. 1331ff.).

Ein weiteres Attribut der Erinys ist dieFackel. Wenn auch bei Aischylos, Sopho-kles und Euripides dieselbe nicht erwähntwird, so ist sie doch für Euripides mit Wahr-scheinlichkeit zu erschliefsen aus Ennius Alcu-maeo fr. 3 Ribb ., und aus einer Stelle in 50Aristophanes Plutos (v. 423) geht gerade fürdie Tragödie die Anwendung derselben bei denErinyen wenigstens vom vierten Jahrh. an mitSicherheit hervor (vgl. auch das Scholion da-zu); ebenso aus einer (von Cicero pro Rose.

24, 66 nachgeahmten) Stelle bei Aischines inTimarch. § 190:Glaubet nicht, ihr Athener ,dafs die Erinyen wie in den Tragödien dieVerbrecher mit brennenden Fackeln verfolgen;wie sie auch in den Tragödien Senecas häufig eovorkommt (s. Furiae ). Die Fackel kann indiesem Zusammenhang nur wiederum ein Sym-bol des Blitzes sein, wie schon Kuhn, Ztschr.

IS. 455 ausgesprochen hat; vgl. auch Schwartz,Urspr. S. 37. [Vgl. auch die XagnaSsg wqav-ntu des Euripides . R.] Eine Andeutung derursprünglichen Naturbedeutung enthalten dieWorte bei Verg. Aen. 7, 457, wo Allekto die

Roscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol.

Erinys (Naturbedeutung) 1314

Fackel auf Turnus wirft: atro lumine fumantisftxit sub pectore taedas, indem die aus dunk-lem Qualm leuchtende Fackel an den ausdunkler Wolke brechenden Blitz erinnert; ähn-lich Orph. Arg. 972. Auch sonst wird vonden römischen Dichtern die Fackel zur Aus-schmückung der Erinyengestalt verwendet,0cid Her. 11, 103; Met. 4, 48 (s. Furiae ); eben-so in der Kunst (s. unten).

Auf mehrere Seiten des Wesens und derThätigkeit der Erinys zugleich bezieht sichdie Peitsche in ihrer Hand. Unter den Stra-fen, die ihm von den Erinyen drohen, wenner den Vater nicht räche, nennt Orestes beiAischylos Cho. 290 mit erzgetriebener Peitsche{%aX%riXaxip nXctoziyy C) zerfleischt zu werden.Häufiger erwähnen dieselbe die späteren Dich-ter. Die rasche Bewegung der von der Erinys geschwungenen Peitsche (TaQtagigv iXsXifevi%iSvfjsaeav· ifuxa&Xyv, Sonn. JDion. 44, 261)ist ein Bild des sich schlängelnden Blitzes,wie auch Homer (B 782) sagt: Zeus peitscht(Igdaast) die Erde mit seinen Blitzen; undwenn Vergil (Aen. 7, 337) die Erinys die Woh-nungen der Menschen mit ihren Geifselschlä-gen treffen läfst, um sie zu zerstören, so kanndamit auch nichts anderes als der Blitz gemeintsein. Auch in der indischen und deutschenMythologie bedeutet die Peitsche den Blitz;vgl. Mannhardt, German . Mythen 120. Grimm,Mythol . 2 162. Laistner, Hebelsagen S. 160. Ineiner Alpensage erscheint im Gewitter einefeurige Frau mit einer Peitsche in der Hand(ebendas. S. 45), ganz wie bei Seneea, Hereul.987: flammifera Erinys verbere excusso sonat.Auch das Beiwort %aX%r\Xa%og zu TtXdeziyt, hatseine Bedeutung. Roscher, Gorgonen S. 68 hateinleuchtend dargethan, dafs das Erz in mehr-facher Beziehung, vornehmlich wegen seinesLeuchtens und seines dröhnenden Schalls, einSymbol des Blitzes und Donners ist, sowie auch(S. 78ff.), dafs die Gewittergottheiten eherneWaffen führen. Vielleicht dürfte hierauf auchdie Benennung %ccX%6nov sEgcvvg (Soph. El. 492)zurückzuführen sein, die auch sonst von Ge-witterwesen vorkommt, Schwartz, Urspr. 166.Noch viel mehr aber ist es der Peitschenknall,dem der auf den Blitz folgende Donner ent-spricht, wodurch die Peitsche zum Symbol desBlitzes wird. So finden wir auch bei denSpäteren, welche die Peitsche oft erwähnen(Verg. Aen. 6, 570. Lucan. 6, 730. Sonn. Dion.21, 106. 44, 225. Heliod. Aeth. 2, 11) denSchall der Erinyspeitsche besonders betont:Verg. Aen. 7, 451: Allecto verbera insonuit, liefsdie Peitsche knallen; Sonn. Dion. 32, 103:Ktvitov sagagdyries | osiaafievr] ßuQvSovnov i%i-Svrjseeav LgciB&Xrjv . Diese von Honnos öfter(10, 38; 44, 261) genannte sxiSvysaaa tycia&Xri,eine aus Nattern gewundene Peitsche, ist wohleine Ausgeburt der Phantasie der späterenDichter, vergl. Seneea, Here. f. 88: Eumeni-des viperea verbera incutiant·, Elaccus Arg. 8,20: torto furiarum flagello. Erinys mit derPeitsche auf der unten abgebildeten Unter-weltsvase und dem Sarkophag bei Müller- Wie-seler 2, 37, 441.

Eine eigentümliche Wirkung der Erinys -42