1411 Europa
2, 850 ff. Fast. 5, 605 ff. German . Arat. Phaen.53lff Apul. Metam. 6, 39. Ael. Aristid. 3, 38(I p. 34 ed. Pindorf).
Sie gebiert vom Zeus den Minos und Iiha-damanthys {TL 14, 322. Plato Min. 318. Für.Cret. fr. 475 ed. Nauck (b»i Porphyr, de abs-tin. 4, 19). East. z. II. 14, 321 p. 989. Ael.Arist. 7, 75), oder den Minos und Sarpedon,Herodot 1, 173. Eur. {Rhesus 29 (doch istletzterer erst in der nachhomerischen Dich-tung ihr Sohn; vergl. Hock, Kreta 2, 341),oder die drei Genannten, Hesiod Fragm. 39= Sehol. II. 12, 292 (397); Apollod. 3, 1 , 1 .Piod. Sic. 4, 60. 5, 78. Lykophr. im Etym.Magn. s. v. Europa und Etym. Magn. p. 343,34. 588, 25. Schol. min. u. Paraphr. z. Lyko-phron 1283 ff (p. 261. 334 ed. Bachmann).Tzetzes ibid. Eust. z. Pion. Perieg. 270. Hyg.f. 155. 178. Lact. Plac. z. Stat. Theb. 4, 530.Nach Praxilla bei Paus. 3, 13, 5 od. Schol.Theokr. 5, 83 = Eudoc. Viol. p. 251 nr. 519.Hes. s. y. KccQveios war sie vom Zeus auchMutter des Karnos, den Apollo liebte, vergl.Preller 1, 205. Gerhard § 323, 4d. 733. 34.Mit dieser Sage von der Abstammung desboiotisch-lakonischen Stammheros hängt wohldie von der allgemeinen Überlieferung ab-weichende Darstellung in der Thebais des An-timachos {Steph. Byz. s. v. Tevfigoßog, Et. M.s. v. Tsvgfjaaxo, Paus. 9, 19, 1) zusammen, dafsZeus die Europa nach glücklich vollbrachtemRaube in einer Grotte zu Teumessos verborgenhabe. Geht vielleicht ebendarauf das in demhomerischen Hymnus auf Apollo V. 224 ge-brauchte Beiwort von Teumessos ls%S7toigg zu-rück? Endlich bezeichnet noch Steph. Byz.s. v. Taga — Eudoc. Viol. p. 194 nr. 414den Aiakos, König von Kreta , und s. v. z/to-Scavi j (nach Akestodoros) den Dodon als Söhnedes Zeus und der Europa [vgl. im allg. TJnger,Theb. Farad, p. 399 ff. Crusius.].
Nach dem Beilager schenkte ihr Zeusden Erzmann Talos (Apoll. Bhod. 4, 1643), denHund, dem keine Beute entging, nebst demnie sein Ziel fehlenden Jagdspiefs (Erat. Kat.33. Poll. 5, 38. Hyg. Poet. Astr. 2, 35 Schol.Germ. p. 94. 167.) und gab sie dem König Aste-rios oder Asterion von Kreta zum "Weibe, der,selbst kinderlos, ihre Söhne Minos , Rhadaman-thys und Sarpedon adoptierte, Hesiod im Schol,II. 12, 292. Apollod. 3, 1, 2. Piod. Sic. 4, 60.Lykophr. 1298ff. Nonn. Pion. 1, 352ff. 2,693 ff. Et. M. 588, 24. Tzetz. Aniehom. v. 101.Chil. 1, 473. Exeg. II. p. 14, 22ff.; vgl. Hock,Kreta 2, 38. 48—50. Der phoinikische KönigAgenor aber sandte vergeblich seine SöhneKadmos, Kilix, Phoinix und Thasos aus, dieverschwundene Tochter zu suchen, Herod. 4,147. Apollod. 3, 1 , 1 . Conon Narr. 32. 37.Hyg. f. 178. Ov. Met. 3, 3. Paus. 5, 25, 12.Nonn. Pion. 1, 138 u. ö. Lact. Plac. z. Stat.Theb. 1 , 5. 181. 7, 187. Eur. Phoen. Argum.u. Schol. z. v. 7 u. a.
Nach ihrem Tode genofs Europa göttlicherEhre und wurde unter dem Beinamen Hellotia(s. d.) oder Hellotis an einem nach ihr Hellotiagenannten Feste gefeiert, bei dem ein Umzugmit einem zwanzig Ellen messenden Kranze,
der gleichfalls den Namen Hellotia führte unddie Gebeine der Heroine umschlofs, veranstaltetwurde, Seleuc.b. Athen . 15, 22 p. 678 b. Steph.Byz. s. v. Γόρτυν, Hesych., Et. M. s. v. EinFest gleichen Namens fand in Korinth zu Ehrender Athene Hellotia statt, Et. M. s. v. Schol.Pind. Ol. 13, 56. Vielleicht waren diese Hel-lotia das jährliche Auferstehungsfest der zurGottheit gewordenen Europa , dem Fest undUmzug des Osiris oder der deutschen Nerthusauf Rügen vergleichbar, s. Fr. Franz, Mythol.Stud. im Gymn.-Progr. v. Villach 1880 S. 30.— Einen Tempel der Europa-Astarte in Sidon erwähnt Lucian dea Syr. 4 mit dem Zusatz,dafs die Phoiniker die verschwundene Königs-tochter göttlich verehrten und die Sidonierihre Münzen mit dem Bilde der auf dem Stier(Zeus ) sitzenden Jungfrau schmückten; nachPaus. 9, 34, 4 war im Hain des Trophonioszu Lebadeia ein Heiligtum Αήμ,ητρος επίν,ληαινΕυρώπης (vergl. nr. 1), und Ioann. Malal.Chron. 1 p. 34 berichtet, dafs die Tyrier nochzu seiner Zeit die Entführung der Europa unterder Bezeichnung ν,ακη δ-ψινή, „böser Abend“,feierten.
• Eine spätere Nebenform des Namens, Ev-ρώπεια, findet sich Mosch. Id. 2. G. I. Gr. 4nr. 7747. Choerob. in Gramers An. Gr. Oxon. 2p. 205, 15—19. Schol. Eur. Phoen. 5. Et. M.s. v.; vgl. auch Hes. Ενρωπία· η "Ηρα· , auchgab es unter diesem Namen Dichtungen aufoder über Europa von Eumelos, Schol. z. II.6, 131, vielleicht die επη εις Ενρώπι^, Paus.9, 5, 8, Nikander, Athen . 7 p. 296 F. Steph.Byz. s. v. "Α&ως (denselben meint wohl Cle-mens Alex. Str. 1, 24, 164: b την Ενρωπίανποιήβας)·, Stesichoros, Schol. Eur. Phoen. 670;den Aischylos nennt als Verfasser eines Dra-mas Κάρες η Ευρώπη , Steph. Byz. s. v. Mv-laea-, vergl. Weil, Revue de Philol. 4, 145.Blafs, Rhein . Mus. 35 S. 85. 94. 248.
Der Stier, welcher die Jungfrau raubte, istnach gemeiner Überlieferung der verwandelteZeus selbst; einige aber meinten, dafs es einwirklicher, von Zeus gesendeter Stier, der.sogen, kretische, gewesen sei (so Akusilaos b.Apollod. 2, 5, 7. Eur. im Phrix. fr. 817 ed.Nauck = Eratosth. Cat. 14 = Hyg., Poet. Astr.2, 21. German. Arat. Phaen. 530), oder dafsPoseidon seinem Bruder einen Stier mit mensch-lichem Verstand geschenkt habe, den diesernach Sidon sandte, um die Europa zu rauben(Nigid. im Schol. Arat. Phaen. 173); des himm-lischen Stiers der Europa gedenkt Nonn. Pion.33, 287.
Mit besonderer Vorliebe wandte sich die bil-dende Kunst dem Mythus zu und fafste ihnin seine drei charakteristischsten Momente zu-sammen : I) Europa mit dem Stier am Gestade,II) Europa auf dem Stier reitend, III) Europa aufKreta . Am häufigsten begegnen uns Darstel-lungen des zweiten Moments in den mannig-faltigsten Formen: einige zeigen den Stier mitseiner schönen Bürde noch in der Nähe desGestades, an dem man die klagenden Gespie-linnen der Jungfrau erblickt, so das Gemäldeim Grabmal der Nasonier und ein schönesMosaik aus Palestrina, jetzt im Palazzo Bar-
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