7 Iakehos (eleusin. Kult)
menden religiösen Gebräuche (&υαίαι καί χο-ρείαι καί πολλά τών δρωμένων κα& όδον ιερώνPlut. Ale. 34, 3) viele Zeit in Anspruch nahmen;eröffnet wurde der Zug durch den ίακχαγ'ωγός(Pollux 1, 35. Böckh, Ο. I. nr. 481. Hofs, Dem.nr. 189 p. 103), der das aus dem Iakcheionabgeholte Bild (so Mommsen 253; dagegenvermutet Gerhard. Abh. 2, 412, dafs Iakehos,der als schöner Knabe, ωραίος &εός ( Arist.ran. 395) gepriesen wird, durch einen leib-haftigen Knaben [vielleicht einen παίς έφ’εστίας ] dargestellt worden sei) des Gottes trugoder führte (Poll. a. a. 0.), ihm folgen Priester,Mystagogen und die Schar der Mysten (ιερείς δεHai μυστας και μνσταγωγούς Plut. Ale. 34, 5),bekränzt mit den Zweigen der Weifspappel(Harpocr. u. Suid. λεύκη' οί τα Βακχικά τελού-μενοι τη λεύκη στέφονται-, Strab. 468) und derdem Iakehos geweihten Myrte (Arist. ran. 330;Istros im sehol. Soph. Oed. C. 681), Packelnin den Händen tragend (Suid. λαμπαδεύεσ&αι.Strube a. a. 0. 55 f.) und beim Durchschreitendes Marktes einen Gesang zu Ehren des Iak-chos anstimmend (Hesych. Αιαγόρας- . . αδειντον "Ιακχον δι’ αγοράς βαδίξοντες). Dieser Ge-sang hiefs selbst Iakehos (Suid. s. v. I. ύμνοςεις Αιόν. Hesych. ωδή, ήν οι μεμυημένοι άδου-σιν; vgl. Hust. ad II. 962, 61; Long.p. 3, 11) undsoll von dem Gotte selbst erfunden sein; Arist.ran. 397. Im Festzug ward höchstwahrschein-lich auch die mystische Wanne oder Wiegedes Iakehos (λϊκνον, mystica vannus IacehiVerg. Georg. 1, 166; nach Servius z. d. St.soll diese mystische Wanne bedeuten, dafs derMensch in den Mysterien ebenso gereinigtwerden soll, wie das Getreide durch dieFruchtschwinge [vannusl-, vgl. Procl. in Fiat.Tim. 5, 330 b: οί , . τω Αιονύαω και τη Κόρητελούμενοι τνχεΐν άναπνενααι κακότητος) vonLiknophoren (Harpocrat. s. v.) mitgeführt,· wieja auch Iakehos als Liknites (έπί&ετον Αιονύ-σον άπό τών λίκνων, εν οίς τά παιδία κοι-μώνται Hesych.) bei Persephone erzogen (Orph.Hym. 46) und nach dreijährigem Schlummer(im λϊκνον) erwacht sein soll (ebendas. 53;s. Weniger, d. Colleg.d. Thyiaden 14); auch dievon Kistophoren getragenen heiligen Kisten(Suid. κιστοφόρος- εοικε δε τάς κίατας ίεράςείναι Αιονύαον και ταϊν Θεαιν ; vgl. Jahn, decista mystica Hermes 1869, p. 319. Lenormanta. a. 0. 1205 ff.) befanden sich im Zuge; unter-wegs verrichteten die Teilnehmer, wie schonerwähnt, allerlei religiöse Gebräuche (vgl. dieInschrift .im Philistor bei Mommsen a. a. 0.227 &υαιών και σπονδών και παιάνων τώ[νγιγνομένων καθ’] οδόν με&έξειν), ferner fandendie sogenannten Gephyrismen, Scherze undNeckereien (σκώπτειν Arist. ran. 417; πολλάγελοία είπεΐν ebend. 390) statt, und zwar ander über den Kephissos führenden Brücke(IStym. Af. p. 229,6 γέφυραν, δι’ ής έπι Ελευσίνακάτειαιν οι μύσται. Hesych. γεφνρισταί, οίσκώπται, έπει έν ’Κλευσϊνι έπι της γεφύραςτοΐς μνατηρίοις καΟεζύμενοι έσκωπταν τούςπαριόντας)·, doch ist es fraglich, ob die Deu-tung der Gephyrismen von γέφυρα die richtigeist; Mommsen a. a. 0. 29. 255. Der Zug trafabends oder in der Nacht bei Fackelschein in
Iakehos (Kult zu Ägräi?) 8
Eleusis ein, worauf die Teilnehmer nach derlangen Prozession sich der Ruhe widmeten;Mommsen 256. Am eigentlichen Festtag, am20. Boedromion, wurde in Eleusis der Demeter und den mit ihr in Zusammenhang stehendenGottheiten (Hur: Suppl. 1 ff.) ein Opfer dar-gebracht, das auch inschriftlich bezeugt ist;s. Ο. I. A. 1,5: Ι’ΐάκΙχφ (nach Lenormants Er-gänzung; zu gleichem Resultat ist Mommsen257 gelangt) Θεοΐν τριττόαν βόαρχον έν τηεορ[·π)]; Lenormant deutet die τριττόα βόαρχος— τριττύα βουβρώρω, als ein Opfer von dreiTieren, wovon zuerst das Rind, das dem Dio-nysos (Iakehos) heilig ist (Mommsen 257; vgl.Art. Dionysos Bd. 1 Sp. 1057 Z. 2 ff.) diesem alsder Hauptgottheit geopfert wurde; vielleichtwurde dem Iakehos auch das — für Perse-phone bezeugte (Arist. ran. 337) — Schweins-opfer dargebracht; wenigstens liefse es sichaus der Notiz des Athanis bei Athen . 3, 98 d,dafs Dionysios das Schwein emphatisch Ίακχοςgenannt habe, vermuten. Die ganze darauffolgende Nacht hindurch fand auf der ameleusinischen Meerbusen (s. ο. Αηονς έν κάλ-ποις) gelegenen thriasischen Ebene (ευαν&εΐςκόλπους λειμώνων Arist. ran. 373, άν&ηρόνελειον δάπεδον ebend. 351) unter Fackelschein(Arist. ran. 344 φλογι φέγγεται λειμών-, vgl.445; Hur. Ion 1076. Aeschyl. fr. 383 (D.) λαμ-πραΐσιν άατραπαισι λαμπάδων σ&ένει' daherheifst die thriasische Ebene selbst das 'Fackel-gestade’, λαμπάδες άκταί Soph. 0. C. 1049από τών αϋτό&ι έν τοΐς μνατηρίοις λαμπάδωνschol.) eine nächtliche Feier statt ( παννυχίδεςArist. ran. 371; vgl. 445. Cie. de leg. 2, 14, 35:quid ergo aget Iacchus Humolpidaeque vestri, etaugusta illa mysteria, siquidem sacra nocturnatollimus? όργια νυκτιφαη Orph. Hymn. 54. οργιάπάνννχα Anth. Pal. Append. 246, 3 = C.I. G.1, 401); daher heilst Iakehos auch Ννκτέλιοςschol. Soph. Ant. 1146; vgl. Plut. de εΐ Delph. 9.Paus. 1 , 40, 6. Anth. Pal. 9, 524, 14. Dar-gestellt wurde in dieser Feier das Suchen undIrren, die Trauer und die Aufheiterung derDemeter (Gerhard, Abh. 2, 352. 439. Momm-sen 261); auch wurden die Mysten, welche denhöchsten Grad der Weihe erlangt hatten, indiesem mystischen Drama auf die künftigeSeligkeit hingewiesen. „Dogmatischer Gegen-stand der höchsten Weihe,“ sagt Mommsen(S. 261; vgl. 72) „scheint der wiedergeboreneBacchus (Iacchus) im glückseligen Verein mitseiner Mutter Kore und mit Demeter gewesenzu sein.“
Eine Verehrung des Iakehos in den 'kleinenMysterien’ zu Agrai ist nicht bezeugt (Gerhard,Abh. 2, 355), doch nahmen eine solche anStephani, compte rend. 1859, 48 ff. Welcher,Götterlehre 2, 546. 640. Bibbech■ a. a. 0. 20,der sie aus den Worten des Steph. Bye.schlofs "Αγρα . . . έν φ τά μικρά μυστήρια έπι-τελεΐται, μίμημα τών περί τον Αιόννσον.Mittelhaus, de Baccho Attico 53 findet in derNachricht, dafs vor dem Tempel des Tripto-lemos zu Agrai die Bildsäule des Epimenides(Paus. 1 , 14, 4) stand, Epimenides aber fürdie Verbreitung des Kultes des mystischenBakchos sehr gewirkt habe, den Beweis für
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