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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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9-10
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9 lakchos (Kult zu Lerna, Tegea otc.)

die Iakchosfeier zu Agrai. Mommsen (S. 378;.vgl. 71 f.) vermutet, dafs sich die zweite Weihezu Agrai auf die Vermählung des Zeus mit derPersephone bezogen habe, aus welcher lak-chos entsprossen sei. Ganz entschieden abergegen einen Kultus des lakchos zu Agraispricht sich Struhe a. a. 0. 56 f. 65. 78 ff. 84.97 aus, der die von Stephani (vgl. Archäol.Ans. 18 [1860] 26 ff.) gegebene und von Welchera. a. 0. 640 ff. gebilligte Deutung der zweitenDarstellung der Kertscher Vase als die zuAgrai gefeierte gemeinschaftliche Anodos derKore und des lakchos unter gleichzeitiger Ge-burt des letzteren durch Persephone verwirftund vielmehr die Geburt des Erichthonios er-blickt; ebenso erklärt Struhe 97 0. Jahns ( Ar-chäol. Zeit. 25 [1867], 68) Ansicht für unhaltbar,der auf einem Krater mit der Beischrift hsqo-epazra die Übergabe des lakchos durch Hermesan Persephone zu erkennen glaubte.

Auch in den mit Eleusis wohl in Zusam-menhang stehenden ( Preller, Demeter 211; inder Realencyhl. 2,1066. Gerhard, Abhandl. 406)lernäischen Mysterien (ein OrgiophantesAsqvaiav dSvzwv Anthol. Pal. 9, 688, einHierophantes Arjovs Kai /(ovQrjg AsqvaiavdSvziov Append. epigr. 145) findet sich lak-chos ( Liban. orat. 14, I p. 427: o zijv Aiqvijvxazi%iov "laK^og-, vgl. die römische Inschrift beiPreller, Demeter 213: Sacratae apud LaernamDeo Libero et Cereri et Corae und die Weih-inschrift bei Kaibel, epigr. 821 f. Baxxrp gsßdxyjiv xat Hqoevgvaia Ocoi/.. r. I.) mit Perse-phone und Demeter, welche letztere hier denNamen Prosyinna führt, gepaart. Nach Paus.2, 37, 2 befanden sich in einem zwischen denFlüssen Pontinos und Amymone gelegenenheiligen Haine Bilder der Demeter Prosymna und des Dionysos , in einem anderen Tempel einsitzendes Holzbild des Dionysos Eacbzgg (= lak-chos; vgl. Hermann, Gottesdienstl. Altert. 52,12; ein Altar des Dionysos Saotes auch inTroizen, Paus. 2, 31, 8), dem alljährlich andem alkyonischen See nächtliche Mysteriengefeiert wurden (Paus. 2, 37, 6), zu denen dieArgiver in den älteren Zeiten das Feuer ausdem Heiligtum der Artemis LLvqavia vomBerge Krathis holten; Paus. 8, 15, 8. WieZagreus von den Titanen getötet. ward, sowurde nach argivischer Sage Dionysos vonPerseus erschlagen und in den lernäischenSee geworfen ( schol. Victor. II. £ 319. Lobech,Aglaoph. 574); zu einer bestimmten Zeit riefendie Argiver, indem sie ein Lamm in den Seewarfen, den Dionysos wieder empor. Stellenbei Loheek a. a. 0. 619 Anm. d.

Nicht unwahrscheinlich sind mit dem vonPaus. 8, 54, 5 erwähnten Tempel des DionysosMystes (Anth. Pal. 9, 524, 13), der auf demWeg von Tegea nach Argos nicht weit voneinem Tempel der Demeter stand, und denzwei in Tegea selbst neben einem Altar derKore gelegenen Heiligtümern des Dionysos(Paus. 8, 53, 7) Tempel des lakchos gemeint.Ebenso scheint Verehrung des lakchos statt-gefunden zu haben in Pheneos (Paus. 8,15,1),Thelpusa (Paus. 8, 25, 2), Megalopolis(Paus. 8, 31, 3).

lakchos (Kult zu Sikyon ; Etymologie) 10

Dafs lakchos auch in- Sikyon verehrtwurde, beweist die von Timachides bei Athen .15, 678 a (Hesych. ιάν,χα) bezeugte Benennungbacchischer Kränze als ίάκχαι; vgl. Philetasebendas., der einen στέφανο sίακχαΐος er-wähnt, vgl. Hesych. & ίάκχα" άν&η iv Σικνώνι-,denn der in Sikyon verehrte Βακχείος (Orph.Hymn. 30, 2 Βακχείος άναξ), dessen Bild nureinmal im .Jahre nachts unter Fackelscheinund Hymnengesang aus dem sogenanntenKosmeterion in das Dionysion geschafft wurde.(Paus. 2, 7, 5), ist ebenso wie der Βακχείοςder Korinthier (Paus. 2, 2, 6) mit lakchosidentisch (Gerhard, Äbh. 2,187. 223. Prodrom.129,33). Vgl. Bd. 1 Sp. 1093 u. Paus. 2, 11, 3.

Aus einem von Oehler (Philologus 16, 355)herausgegebenen, zur 51. Haeresie des Epi-phanios gehörigen Fragmente, das die nächt-liche Feier der Kore in Alexandria und dasZeigen und siebenmalige Herumtragen eineshölzernen Bildes unter Gesang und Musik umden Tempel der Kore schildert, wobei manden Huf ertönen liefs η Κόρη έγέννηαε τονΑιώνα, wollte Stephani, compte rend. 1859, 60auf eine Festfeier des lakchos zu Alexandriaschliefsen (das Gleiche wie in Alexandria ge-schah übrigens in derselben Nacht in denStädten Elusa und Petra, wobei man in ara-bischer Sprache die Kore als Chaabu und denvon ihr geborenen Dusares [s. d.] feierte); da-gegen sucht Struhe a. a. 0. 82 ff. nachzuweisen,dafs unter dem Aion des Epiphanias nichtlakchos, sondern Christus gemeint sei.

Etymologie. Gewöhnlich leitet man lak-chos von den bei seinen Festen ausgestofsenenRufen ab; Etym . M. 462: παρά ζην ιαχήν τηνεν ταΐς χορείαις γινομένην τοντέστι την βοήνγίνεται ΐαχος και πλεόνασμά τον κ Ιακχος·,vgl. Eust. ad Horn. II. 629, 30. 962, 60. Gram.Anecd. Oxon. 2, 451, 7. schol. vet. Aesch . Sept.618 (K.). Suid. ίαχήματα· φδαϊ Αιονναιαχαί.ιαχή· από τον ιάχω" τοντο δε παρά το ί'α, <)σημαίνει την φωνήν ; es wäre lakchos alsodann ein Jubelruf wie Eleleus, Euan etc.Bergh bei Ersch und Gruber, Griech. Litt.315 a Anm. 88. Savelsberg, de digamm. 24.lUbbech a. a. 0. 20 Anm. 1. Roscher in Cur-tius Studien I, 2 S. 122. Curtius, Grundzüge 5460. 576 erklären es mit Recht als Reduplikation,von Βάκχος aus Ρίίακχος entstanden, wie ja beiHomer Ιάχω und ιαχή stets noch mit Digammaanlauten. Mommsen a. a. 0. 68 sieht in lak-chos einen schmerzlichen Klageruf ( ίνγμόςHom. II. 18, 572). [Bichter a. a. 0. 378 b hältes für eine Abkürzung von Ίόβακχοδ (s. d.)und weist daneben auf die Ableitung vondem syrischen Iakko (= säugender Knabe;vgl. oben Αιόννΰος' επί τώ μαστοί) hin, Sichlerbei Richter a. a. 0. leitet den Namen hervon ϊι3) erhellen, Licht machen, und er-klärt als die erhellende, erklärende,

deutlich machende Kraft, Neuber a. a. 0. 29erblickt in lakchosdie apokopierte drittePers. des Fut. der Form Aphel vom Verbumchav'a, jacho d. h. er wird leben machen, wirdbeleben; noch andere bringen lakchos in Zu-sammenhang mit Iao (s. d.) vgl. Bolle a. a. 0.1, 302 ff.]

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