17 lanus (Kult d. Geminus od. Quirinus)
vgl. die beistehende' Abbildg.). Nach Procop(bell. Goth. 1, 25 S. 122 f.) war der Tempel(vecog) ganz von Erz (aitag %uIkov j), viereckig(sv TSTQaycovcp B%iqfLau) und nur so hoch, dafsdas 5 Ellen hohe Erzbild des Gottes darunterstehen konnte. Das Doppelgesicht der Statueschaute nach Osten und Westen zu beidenThoren heraus (vgl. auch Ov. f. 1, 140 eoaspartes hesperiasgue .simul. Lutatius b. Io. Lyd.
lanus (Kult. d. Geminus öd. Quirinus) 18
wurden, redet Ovid f. 1, 275 (vgl. ib. 127:cerialc libum farraque mixta sale); in betreff der12 Altäre, die Fronteius (?bei Lyd. 4, 2) wohldiesem Tempel zuschreibt, s. oben Sp. 15. Anden lanus geminus knüpft sich eine, wie esscheint, ziemlich alte ätiologische Lokalsage,welche einerseits die Entstehung der Lautolaeoder Lotolae, d. i. einer in unmittelbarer Nähedes Heiligtums befindlich gewesenen warmen
de mens. 4, 2 : ο γε μην Λουτάτιος "Ηλιον [τον 10 Schwefelquelle, andrerseits die Öffnung derΙανον καλεΐ] παρά το εφ’ εκατέρας πύλης Tempelthüren zur Kriegszeit erklären sollteαρχειν, ανατολής ί'αως και δΰβεώς). Auf den
Münzen des Nero „erscheint der geschlossenelanus als ein würfelförmiges Gebäude, vondem die Eront und eine Seite sichtbar sind.Jene besteht aus einem Thor mit geschlossenenvalvae, welches von zwei einen Bogen tragen-den korinthischen Säulen gebildet wird; vondem . unzweifelhaft die Rückseite bildenden
(vgl. Varro l. I. 5, 156: Lautolae a lavando,quod ibi ad Ianuni geminum aquae caldaefuerunt. Ov. Met. 14, 785: lano loca iunctatenebant Naides Ausoniae gelido rorantia fonteetc.; hinsichtlich des vulkanischen Charaktersdieser lautolae vgl. Jordan, Top. 1 , 1 , 122).Die Geschichte steht ziemlich übereinstimmendbei Macrobius (1, 9, 17), der wohl aus Varro
beide Thore verbindende Seitenwand ist qua-driert und erreicht nur s / i der Höhe der Thore,das offene obere Viertel schliefst ein Gitter,auf den Säulen ruht vorn wie zur Seite einzweigliedriges Gebälk, darüber aber liegt kein
Münze des Nero mit der Darstellung des lanustempels auf demPorum Iiom. (nach Baumeister , Denkm. d, kl. Alt. S. 234 nr. 200).
Dach mit Fastigium. Unzweifelhaft also istdas Gebäude keine aedes, sondern ein dop-pelter ianus, dessen __Seitenwände pluteabilden“ (Jordan 351).*) Uber ein interessantesMotiv der in dem alten Ianustempel stehendenStatue belehrt uns Plinius 34, 33.· lanus Ge-minus a Numa rege dicatus .... digitis itafiguratis, ut CCGLV dierum nota per signi-ficationem anni, temporis et aevi esse se deum in-dicaret (vgl. Io. Lyd. de mens. 4·, 1 u. Suid. 60 Ii. M . 3 2, 128).
1, 259 ff.). Als die Sabiner, heifst es beiMacrobius , um der ihnen geraubten Jung-frauen willen unter Titus Tatius die am Pulsedes- Viminalis (vgl. darüber Jordan S. 349Anm. 52) gelegene porta Ianualis stürmten,deren Thüren sich immer wieder von selbstöffneten (nach Ovid ä. a. 0. öffnet sie dieden Römern feindliche Iuno), und als dieVerteidiger das offene Thor nicht mehrhalten konnten, soll lanus eine solche Masseheifsen Quell wassers aus der geöffneten Pforteauf die Angreifer geschleudert haben, dafsdie an dieser Stelle arg gefährdete Altstadtdadurch gerettet worden sei. So sollte dieSitte entstanden sein, in Kriegszeiten dieThüren des lanus offen zu halten (vgl. auchServ. V. A. 1 , 291. 12, 198 = Mythogr. Vat. 3,4,' 9, wo die Stiftung des lanus bifrons aufdas Bündnis des Eomulus und Tatius zurück-geführt wird). Nicht undenkbar wäre es, daisauf dieser Nachbarschaft der, wie es scheint,durch vulkanische Ereignisse zeitweilig zu Tagegetretenen Quelle die Sage von Iuturna als Gattindes lanus und Mutter des Fontus beruhte (Arnob.3, 29), zumal da Iuturna als Nymphe der inder Nähe des Vesta- und des Kastorentempelsauf der andern Seite des Forums (Jordan,Topogr. 1 , 2, 370) hervorsprudelnden Quellegefaist wurde (vgl. d. Art. Iuturna u. Preller,
s. v. ’lavovdqwg. Macrob. 1 , 9, 10. MommsenChron. 34). Im übrigen haben wir uns dieGestaltung des Kopfes der Statue wohl nachMafsgabe der alten römischen Münzen zudenken (s. u.). Von einer ara parvo coniunctasacello, auf welcher strues und farra geopfert
Endlich haben wir in diesem Zusammen-hänge noch der merkwürdigen, soeben be-rührten Sitte zu gedenken, die Thore dieseslanus geminus während des Krieges geöffnetzu halten und nur dann zu schliefsen, wenneinmal im ganzen Gebiet des römischen Reichestiefer Frieden herrschte. Vergils (A. 7,607) Be-schreibung des von ihm für allgemein latinisclrgehaltenen Brauches bei der Öffnung des lanus-
*) Wenn Servius zu .Aen, 7, 607 diesen lanus „circaimum Argiletum iuxta theatrum Marcelli “ ansetzt
und seine spätere Verlegung an das Forum transitorium - . . -
und Verwandlung in ein templum quattuor portarum, ^ tömpGlS VOr .Beginn eines KlicgSZUgGS ntcicllt
d. h. in einen ianus quadrifrons, behauptet, so beruht -- 1 ·'-
das, wie Jordan a. a. O. S. 347 Anm. 46 überzeugendnachgewiesen hat, auf einer irrtümlichen Interpolation,welche aus der Verwechselung des numanisclien ianusmit dem am Theater des Marcellus befindlichen hervor-gegangen ist. Die irreführenden Worte iuxta — Marcellifehlen in den ältesten Veroneser Scholien, und der dieVerlegung des alten Ianus behauptende Satz lautet imFloriacensis ganz anders.
fast den Eindruck, als meine er, dafs der Feld-herr und das ganze Heer durch den geöffnetenlanus in den Krieg gezogen seien (vgl. Lyd.de mens. 4, 2: φασ'ι δε τον αυτόν και έφοροντων επί πόλεμον όρμώντων τνγχάνειν καιδιά μεν τής μιάς οψεως (= OS Eingang,ostium?) άποπέμπειν, διά δε τής ετέραςάνακαλεΐβ&αι το στράτευμα). Suid. s. ν.