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es unzweifelhaft, dafs kleinere Sintfluten inverschiedenen Teilen der alten Welt zu ver-schiedenen Zeiten stattgefunden haben. „DieKushiten,“ sagt Maspero ( Gesell. ä. Orient.Völker, deutsch v. Pietschmann S. 143), „warenzuerst aus der gemeinschaftlichen Wiege ge-gangen. Sie kamen von Osten und stiegenvon jenem Hochland herunter, von dem alleedeln Kassen der alten Welt ausgegangensind. Sie brachten die Erinnerung an ihrjenseits des Oxus gelegenes Vaterland und andie grofse Sintflut mit, die sie von dort ver-trieben hatte, und verbreiteten sich allmäh-lich über Armenien, Arphaxad bis nach Meso-potamien und an den persischen Meerbusen.“Die Flutsage erscheint demnach um ganzeVölkergenerationen älter als nach dem bibli-schen und chaldäischen Bericht. Damit istnicht ausgeschlossen, dafs in Mesopotamien selbst durch eine Flut ( Suess ) die alte Sageneue Gestalt gewann, und mit Ausbreitungder Noachiden wanderte dann auch die Flut-sage nach Westen. Die mitgebrachte Sagewurde an Örtlichkeiten der neuen Heimat an-geknüpft, die den Gedanken an eine ehemaligeFlut nahelegten oder in denen die Einwandererselbst eine grofse Flut erlebten (Thessalien);aber die Generation, über welche die in dieneue Heimat verlegte Flut hereinbrach, mufstedann naturgemäfs jünger sein, als der Stamm-vater der Einwanderer, Japhet. So wird deraus der noachischen Flut gerettete NoachideJaphet in der griechischen Flutsage seiner-seits der Stammvater des neuen Noah-Deu-kalion, des Flutmannes.
Dafs aber Japhet in der griechischen Mytho-logie aus dem Stammvater eines weitverzweigtenVölkerstammes durch den allein gerettetenDeukalion der des ganzen Menschengeschlechtswird, bietet der Gleichsetzung von Iapetos mitJaphet keine Schwierigkeit, da ja im Altertumjedes Volk gerne sich für den alleinigen Ver-treter des Menschengeschlechtes nimmt. Aberwie kommt denn Iapetos unter die Titanen,die doch die vor den Olympiern herrschendenGötter sind? Das deukalionische Menschen-geschlecht gehört der Periode der Zeusreligionan. Mit dem Untergang der Herrschaft desKronos, sagt Welcher, hat auch das trotzigeGeschlecht dieser Periode, d. h. die unmittel-baren Nachkommen des Iapetos, einem neuenGeschlecht (dem des einzig guten PromethidenDeukalion) Platz gemacht. „Andere Götterbedingen auch ein anderes Menschengeschlecht,darum mufste auch Iapetos als Repräsentantdes früheren, und als solcher ein Titane undBestandteil der früheren Ordnung, eines ab-gelaufenen Weltalters, untergehen. Bedeutsamgenug ist, dafs nur er, der Stammvater derMenschen neben Kronos , dem der Götter,namhaft gemacht wird. 1 ; Bedeutsam ist aberauch, und spricht mit für die Richtigkeit vonWelckers Auffassung, dafs die Griechen schonfrühzeitig durch eine abweichende Genealogieihr Geschlecht statt auf den Titanen vielmehrauf Zeus zurnckzuführen bestrebt sind, s. Deu-kalion (Sp. 997, 26 ff.), lies. frgm. 5 Goettling— 24 lisach, Apolloä. 1 , 7, 3. Der Hymnus auf
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Apollon endlich (v. 335) spricht den Satz aus,dafs von den Titanen die Menschen und Götterstammen.
Iapetos ist in der griechischen Mythologieeine der farblosesten Gestalten, und wird auchaufser der Homerstelle fast nur als Vater desPrometheus und seiner Brüder erwähnt; aufserKlymene ( Hesiod ■ a. a. 0.) und Asia ( Apolloä .)wird als seine Gattin noch genannt Asopis(s. o.) und Libye; sonst erscheint sein Namemeist nur unter denen der übrigen Titanen(s. diese und aufser den genannten StellenBiod-or 5, 66. Proklos in Plat. Tim. 5, 295 D= Orph. frgm. 8, 21 ff. [= fr. 95 Abel].Tzetz. Lykophr. 1277. Verg. Georg. 1 , 279).Infolge der später häufigen Verwechslung derTitanen mit den Giganten erscheint er inspäten Quellen auch unter diesen: Tlyg. praef.,Serv. ad Verg. Georg. 1 , 279. Stat. Theb. 10,916. Nach Silius Ital. 12, 148 ist er nicht imTartaros, sondern unter der Insel Inarime ge-fesselt. Vgl. endlich Völcker, Mytliol. des Iapet.Geschlechts S. 4 ff. — Max. Meyer, Gigantenund Titanen S. 52 verwirft die Gleichsetzungdes Iapetos mit Japhet und beschränkt sichauf das Geständnis, derselbe entziehe sich vor-läufig noch jeder Beurteilung. [Weizsäcker.]Iapis, Sohn des Iasos, Liebling des Apollon,Arzt des Aeneas , Verg. Aen. 12, 391. DieHandschriften und Ausgaben variieren zwischenIapis und Iapyx (s. d.); Servius hat lapix.Vgl. Iasides 4. [Stoll.]
Iapyx (7d®u|). 1) Der Heros Eponymosvon lapygia in Unteritalien, Sohn des Lykaon,Bruder des Daunios und Peuketios, mit denener eine Kolonie nach Italien führte, Anton.Lib. 31. Oder: ein Kreter, Bruder des Ika-dios, der nach Italien zog, Serv. V. Aen. 3,332. 11, 247 (in der 1. St. heifst er lapys, inder 2. Iapyx). Oder: ein Sohn des Daidalosund einer Kreterin, der die Kreter anführte,welche mit Minos , als er den entflohenenDaidalos verfolgte, nach Sicilien gezogen warenund von da nach des Minos Tod nach Unter-italien verschlagen wurden, wo sie sich nieder-liefsen, Stroh. 6 , 279. 282. Plin. N. II. 3, 11,16. Solin. 8. Vgl. Herodot 7, 170. Athen . 12,522 ff. — 2) s. Iapis. [Stoll.]larbas (larba) Sohn des Iupiter Ammon undeiner garamantischen Nymphe, König der Gä-tuler zu der Zeit, wo Dido nach Afrika kam.Er verkaufte den Platz von Karthago an Dido,bekriegte aber die Stadt, da Dido, von Inebezu Aeneas erfafst, seine Bewerbung zurückwies.Verg. Aen. 4, 36. 196. 326. Serv. zu 1, 367. 4,36. Ov. Iler. 7,125. Fast. 3, 552. Iustin. 18, 6.Meitzer, Gesch. d. Karth. 1, 477. [Stoll.]Iardanos {’läQSavogflaqdävrif), 1) Vater derlydisclien Königin Omphale , Apolloä. 2, 6, 3.Steph. B. v/'Tcbj. C. I. Gr. 5984 B. Bei Hero-dot 1, 7 heifst sie Sklavin des Iardanos. NachNile. Damasc. bei Müller, hist. gr. fragm. 3, 372,28 stand Iardanos im Verdacht, den lydischenKönig Kamblitas aus Feindseligkeit durchböse Künste zu einer solchen Gefräfsigkeitgebracht zu haben, dafs er sein eignes Weibverzehrte. [Hinsichtlich des semitischen Ur-sprungs dieses Iardanos s. Ed. Meyer, Gesch.