825 Kadmos (in Theben: älteste Zeugn.)
( 1890 ) S. 46ff. 55ff. 71 ff. (im Geiste 0. Müllers).Maafs, Gott, geh Am. 1890, S. 348 ff.*)
Δ. Die Überlieferung.
I. Kadmos und Harmonia in Theben,a. Die ältesten Zeugnisse.
Die Theogonie. 1. Die erste ausführlicheNachricht bietet Hesioä. theog. 93ö ff.: „DemAres gebar Aphrodite (Κυ&έρεια nachepischem Sprachgebrauch) Phobos und Deimos(937) | Αρμονίην %·’ r)v Κάδμος νπέρ&υμο sακοιτιν. Dem Zeus aber ' gebar Maiaden Hermes: (940) | Καδμείη δ ’ αρα οιΣιιιΐλη lins φαίδιμον υιόν... Αιώννβον, 943Αλκμήνη δ’ αρ’ ετικτε βίην ‘Ηρακληείην. Indem Kataloge der Seal, welche „mit Sterb-lichen göttergleiche Kinder gezeugt haben“,heilst es dementsprechend nach Erwähnungvon Demeter, Iasios und dem Plutoskinde:(975) Κάδμω δ’ Αρμόν ίη, &νγάτηρ χρνσέηςΑφροδίτης, | ’Ινώ και Σι μέλη ν και ’ΛγαυηνκαΙΙιπάρίβον , | Αντον όιην , ήν γήμεν
Άριοταΐος βα&νχαίτης, | γείνατο, και Πολύ-δωρον ένοτεφάνω ένι Θήβτ], V. 935 ff. wur-zeln ganz in thebisch - boiotischen Verhält-nissen: nur in Theben findet man Ares undAphrodite, Kadmos und Harmonia, Ino , Agaue,Semele und Dionysos, Alkmene und Herakles neben einander (vgl. bes. Tümpel, Ares undAphr. S. 690 ff. 705 ff). Dazu stimmt, dafsTheben Op. 167 als in der Καδμηΐδι γαίρ liegendbezeichnet wird und die Thebaner Theog. 326.940. Scut. 13 Kadmeer heifsen.. Das boiotischeGedicht**) vertritt boiotische Überlieferung. —Kadmos bei Homer . 2. ln den homerischenDichtungen wird Kadmos nur einmal indirektgenannt, in der (zu den älteren Teilen derOdyssee zählenden)Kalypso -Leukothea-Episode£ 333 f.: τον δε ιδεν Κάδμον &νγάτηρ,mU ίαφνρος Τνώ, | Λενκο&έη, τη πριν μεν εηνβροιος ανδήεσσα, | ννν δ’ άλδς εν πελάγεσΰΐΰεών εξέμμορε τιμής. In der Ilias , wie in derOdyssee, sind die Καδμείοι und Κάδμείωνεςdie Bewohner der boiotischen Thebe, aus dersich zahlreiche ionische Geschlechter her-leiteten (Niese, Entw. S. 111), der Dichter hatalso an den thebischen Kadmos gedacht. Dochist die alte Flufsnymphe und Inachostochterzur rettenden Seegöttin geworden, wie inSamothrake ( Philol. 48 [2], 686*); vgl. Archi-lochos 11 πολλά δ’ ενπλοκάμου πολιής άλδς ενπελαγεαοιν | 9εσσάμενοι γλυκερόν νόοτον . .:Verse, die man weitaus am wahrscheinlichstenauf die Leukothea von Samothrake und Um-gegend beziehen wird. Der Dichter schreibtalso — und soweit stimmen wir v. Wilamo-vitz, Hom. Unters. 129 bei — aus kleinasiati-scher Anschauung heraus.***) Die andeutendeErwähnung des Kadmos setzt aber Bekannt-
} Die an letzter Stelle genannten Arbeiten konntenerat nach Abschlufs des Aufsatzes benutzt werden.
**) -° ίθ von O. Gruppe (Gr. Kulte u. Mythen 604. 611)empfohlene Ansicht setzt an Stelle einer gutgegründetenradition eine neue Hypothese, die nicht viel mehr ista ^ ac ^9ildung der Peisistratos-Legende.
) Das älteste datierbare Zeugnis ist Alkman 836' σα λαοσομίόοισ’ αν arte μάσόων . . Vgl.
te luy.alfia in Xeoa C. I. Gr. 3066, 5. Scheffler, de rebusftiorum 7.
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schaft mit dem Sagenhintergrunde des Hesiod beim Hörer voraus. Ebenso nennt die 'ley-hlische Thebais’’ (fr. 2 p. 11 K.) den Heldenals alten Landeskönig, denn Oidipus ist derErbe der Schätze Kciöfioio Seotpoovog. — Er-gebnis. 3. Die Beziehungen dieser ältestenZeugnisse beschränken sich durchaus auf the-bisch-boiotischen Boden. Kadmos ist 1) derHerr der yaia KaS^irjtg, hat 2) Harmonia , diegöttliche Tochter des Landesgottes, gefreitund 3) — nach den Bedürfnissen der lokrisch-boiotischen Heroinenpoesie — vor einem rühm-losen Sohne vier Töchter gezeugt, deren eineihn znm Grofsvater eines neuen Gottes, desDionysos , macht. Yon der folgenschwerenVerbindung des Kadmos mit Kreta und denweitgreifenden genealogischen Bezügen zuPhoi-nix, Belos, Neilos findet sich keine Spur; auchscheint die Schwester Europe, deren NameTheog. 357 einer Okeanide zugeteilt wird, nochnicht die bewegende Rolle zu spielen, wie inder späteren Sage.*) Doch wurzelt auch dieseGestalt auf boiotischem Boden. Ihr Name ist£7rixl?]<ns der Demeter in einem boiotischenKulte (zu Lebadeia , Paus. 9, 16, 5, Bd. 1Sp. 1409, Grusius b. Ersch u. Gr. a. a. O. S. 39),und nach Antimachos bei Stephanos aus Byzanzs. v. Tsvggoaog = fr. 3 p. 277 KI. (danachPausan. 9, 19, 1. Stat. Theb. 9, 421 f. undLactant. z. d. St.) war die <DoiviKog kovqti ineiner Höhle des teumessischen Hügels beiTheben von Zeus versteckt worden ( Welcher,Kret. Kol. 21 . TJnger p. 155ff Bursian, Geogr. 1 ,224).**) Und wenn Kadmos nach Pherehydes(Apollod. 3, 4, 2; s. unten nr. 27) das Harmonia-Halsband von Europe zum Geschenk empfangenhat, so mufs der Held sie nach dieser Sagen-version, wohl in Theben, wiedergefunden haben;doch vgl. nr. 77.
b. Die 'hesiodisclien’ Kataloge undVerwandtes.
4. D er Hauptzug in j enen ältesten Nachrichtenist die Vermählung des Heros mit der Götter-tochter. Mit glänzenden Farben war diese Scenein einem alten, in den Theognideis, bei Stesicho-ros, Herodot, Pindar und Euripides benutztenEpyllion ansgemalt, welches man mit Rechtder hesiodischen Poesie zugewiesen hat (vgl.den KrjvKog ydjxog, die Peleushochzeit im Ai-gimios und andere festliche Existenzbilder ausdiesem Kreise; s. Bergk, P. L. Gr. 2 p. 119);am wahrscheinlichsten wird man dabei an dieKataloge denken, aus denen die erste Notizüber den Europe-Raub stammt (Schol. Ven.B. 11. M 292 — Hes. fr. 58 p. 165 Bz. ; vgl.Bd. 1 Sp. 1410 f.). Derselben Quelle ist diekanonische Gestaltung der für die Genealogiewichtigen Spartensage, wie der tiefe, aufkleinasiatisch-orientalische Verhältnisse Bezugnehmende genealogische Hintergrund der
*) Die Bd. 1 Sp. 1410 von Iielbig angeführte Ilias-stelle £ 321 gehört bekanntlich zu. den spätesten Inter-polationen; vgl. zuletzt E. Thrämer, Pergamos S. 128 f.
**) Anders Helbig ofcen Bd. 1 Sp. 1411, derp wir freilichauch darin nicht beipflichten können, dafs er in demBeiworte ?.s/E7ioi7]g eine Anspielung auf das Brautlagersehen möchte.
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