38. Zeus beschliefst, ihn zum Werkzeug der Rachean Typhoeus zu machen. Pan, sein zweiterReisegeselle, rüstet den Kadmos als Hirtenaus; vor allem δοΧίην αύριγγα φέρων είδήμονιΚάδμω | δάκε Τνφαονίοιο κνβερνητειραν δΧέ-S -ρον. Eros soll den Typhoeus verwunden undso weicheren Gefühlen zugänglich machen (1,400), Kadmos — dem als Lohn die Hand derHarmonia in Aussicht gestellt wird (1, 396es γάρ ρντήρα τεΧέΰοω | άρμονΐης κόβμοιο καίΑρμονΐης παρακοίτην) — soll ihn durch seinSyrinxspiel anlocken und bezaubern. Das ge-schieht; der Drachenfüfsler läfst die Blitzwaffenin der Höhle (410 ff.) und folgt dem Klange,während Zeus in Stiergestalt in der Nähebleibt, (409) εν&εν ορος πέΧε Ταύρος έπώνν-μον. — 39. Kadmos verbirgt sich beim Er-scheinen des Unholdes: der aber spricht ihmfreundlich zu und heifst ihn weiter spielen.Der Listige fafst sich und geht darauf ein: nochganz anders, äufsert er beiläufig (487 ff.),klinge seine Phorminx, mit der er einst Apollon besiegt habe; nur habe Zeus ihm um des be-siegten Sohnes willen die Saiten mit demBlitze zerstört: ε l δέ zcoff’ εί'ρω| (493) νεύραπάλιν αφριγόωντα, &έΧξω δένδρεα πάντα κτλTyphoeus läfst sich übertölpeln: (510) καίταχύς εις έον άντρον έπείγετο' κεί9εν άείρας \νεύρα Αιδ s δοΧόεντι πόρεν ζεινήια Κάδμω \ :er holt die Sehnen des Zeus, νεύρα,τάπερ χ&ονί πΐπτε Τνφαονίη ποτέ χάρμη.(Rudiment einer von Nonnos nicht recht be-rücksichtigten und mangelhaft verstandenenSage, über die vgl. Köhler S. 5 f.) Dies „am-brosische Geschenk“ lobt der listige Hirt: οιά τεχορδήν | (515) εαβομένην φόρμιγγι κατέκρυφεκοιΧάδι πέτρη. Dann spielt er weiter: undούατα πάντα τιταίνων | (520) άρμονΐης ηκονε. . . Κάδμω | (534) &εΧγομένην μελεέοαιν οΧηνφρένα δάκε Τνφωενς. Währenddem kriechtZeus (2, 1 ff.) in die Höhle und bewaffnet sichτο δεύτερον ή&άδι πνρβω, mit dem dort ver-borgenen Blitzgeschosse, den Kadmos aberumhüllt er mit einer Wolke, damit ihn Ty-phoeus nach Entdeckung des Diebstahls nichttöte. — 40. Typhoeus merkt, von den Zauber-klängen betäubt, von dem allem nichts. Erstwie sie schweigen, eilt er in die Höhle: βρον-τήν δ ηνεμάφοιτον έδΐζετο . . (25) καί οτερο-πην άκΐχητον . . . (27) καί κενεδν απέος ενρε.Jetzt gerät das Ungeheuer in blinde Wut,stürmt gegen den Himmel und verwüstet undvernichtet dort alles rings umher, bis dieNacht hereinbricht. Die übrigen Götter habensich zum Teil geflüchtet: nur Zeus bleibt amTauros und nimmt den Entscheidungskampf an,in welchem er vor allem durch das BlitzgeschofsSieger bleibt. Nun erst nimmt Zeus vomKadmos die deckende Wolke (2, 663), danktihm und wiederholt ausführlich die schon 1,395 angedeuteten Verheifsungen. — 41. DemNonnos eigentümlich ist dabei die Kombina-tion verschiedener Genealogieen 2,682 ff. ( KöhlerS. 6), vor allem aber die mit der Warnungvor dem Zorne des Ares verbundene An-weisung: „Nachts den Himmelsdrachen vorAugen (674 ff.) ρέξον υπέρ βωμοΐο Χαβων ενοδ-μον οφίτην , | κικΧήακων Όφιονχον ΌΧνμπιον,
εν πνρί καίων | ’ΐΧΧνρικης εΧάφοιο ποΧνγΧώχινα,κεραΐην, um das Schicksal abzuwenden“ —eine Anweisung ganz im Stil der hellenisti-schen Magie, wie das Zauberwort des μύετης13, 485.
Quelle des N'oimos; Peisandros. — 42. Die
Grundzüge dieses Typhoeuskampfes sind nichtneu: aber gerade das Eingreifen des Kadmos(wie bei ähnlicher Gelegenheit des Herakles)i ist eine Singularität. Den Typhoeus bestehtZeus in der älteren Tradition ( Pindar fr. 93,2)allein; bei den Mythographen treten ihm Pan und Hermes zur Seite; Hermes spielt hier (undnoch mehr dem Argos gegenüber) eine ähn-liche Rolle wie Kadmos in den IJionysiaka,vgl. Plut. de Is. et Os. 55: eine von vielenBeziehungen zwischen dem Heros und demGotte. Erfindung des Nonnos ist die mario-nettenhafte Rolle des Helden im einzelnen:i das Grundmotiv war aus älterer Poesie ent-Jehnt. — 43. Ygl. Pisander bei Olympiodor Plat.Phaed. — Fr. d. ep. Poesie p. 91 Ώ. ·. δηλοί&εοΧογών τά κατά Κάδμον εν τά μν&φ, ίν οιφηαι τον Κάδμον ύποτί&εβ&αι τά Αιΐ, πάς κίκαταγωνΐοαιτο τον Τυφώνα. Man bezieht dasmeist auf die ηρωικοί &εογαμίαι des spätenEpikers aus Laranda ( Düntser; 0. Müller,Proleg. 147): ein durchschlagender Grund gegenden 'Kamiräer’ existiert nicht, und wenn man,wie Kinkel, das von demselben Olympiodorcitierte Fragment über Perseus und Herakles (fr. 10 p. 252 Kk.) dem Kamiräer zuschreibt,mufs man das Gleiche auch hier annehmen.Da sich von dieser Persönlichkeit aber wenigSicheres sagen läfst ( v. Wilamowitz , Ho».Unters. 347, Herakles I 309), würde damitdas Zeugnis nur älterer (vielleicht rhodischer,s. unten nr. 85) Tradition gewonnen. DieTitanomaclii e des 'Musaios’. — 44. Dem In-halte nach fügt sich das Fragment in keineder bisher rekonstruierten Quellen ein, bannaber ebensowenig als späte willkürliche Er-findung (Welcher, Kret. Kol. 33 u. ö.) aufGrund einer spielenden Namenserklärung bei-seite geschoben werden. In der That führtuns, wie u. a. schon Zoega (Bassiril. 1 p- 12)gesehen hat, das bereits oben nr. 5 Sp. 827,34angeführte Citat aus der Τιτανομαχία des' Musaios ’’ (p. 228 K.) in ältere Zeit zurück.*)Wenn im Zusammenhang der Titanomachievon der Wanderung des Kadmos die Kedewar, läfst sich keine bessere Verbindung her-steilen, als die von Nonnos gegebene: durchdie Typhoeuslegende. — 45. Nun erzählt nichtnur ’Hesiod ’ die Typhoeussage zuerst, sondernin der Aspis heifst es v. 32 τάχα δ ’ i|s (Zeus )Τνφαόνιον, τά&ε δ’ αν&ις \ Φίκιον άκρότα-τον κτΧ.\ vgl. Hesych. 4 ρ. 187 Τνφίον οροςΒοιωτίας. Hier also mufs (vor der 'Zeugungdes Herakles ’) der Typhoeuskampf lokali-siert gewesen sein, vgl. schol. Pind. Olymp.4, 11 ενιοι δε εν Πι&ηκονσαις φαβί τον Τν-φωνα .., οι δε εν Αιγύπτιο . . ., οΐ δε εν τψορει τω κατά Βοιωτίαν. Wir befinden unswieder auf boiotischem Boden: boiotischePoesie wird den Kadmos mit Zeus und Ty-
*) Sie ist aber kaum von Nonnos selbst benutzt, s,li. Köhler S. 3.