Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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939-940
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939 Kalydnens

2) Bejahrte Priesterin der Inno zu Ardea,Verg. Aen. 7, 419. [Stoll.]

Kalydnens (Kalvövsvg), Kalydnios (Ka-IvSviog), Beiname des Apollon von der InselKalydna ( Androtion hei Steph. Byz. s. v. Ku-Ivdva). [Höfer.]

Kalydnos (KalvSvog), 1) Sohn des Uranos,der erste König von Theben, Vorgänger des Ogy-gos; er soll Theben zuerst ummauert und um türmthaben, wovon Theben KalvSva und Kalvävov irvgoig hiefs, Steph. B. v. KalvSva. Tzetz. Lyk.1209, vgl. 1206 p. 962 Müll. 2) Nach einem Ka-lydnos waren die Inseln Kalydnai bei Tenedos genannt, Tzetz. L. 25. Steph. B. a. a. 0, [Stoll.]

Kalydon ( KalvSmv ), 1) Heros, nach welchemdie gleichnamige ätolische Stadt benannt war;Sohn des Aitolos und der Pronoe, einer Tochterdes Phorbas, Bruder des Pleuron, zeugte mitAiolia, einer Tochter desAmythaon, die Epikasteund Protogeneia, welche dem Ares den Oxylos ge-bar, Apollod. 1, 7, 7. Steph. B. s. v. nenntihn Sohn des Aitolos oder des Endymion,Baimachos aus Plataia bei Schot. II. 13, 218Sohn des Pleuron, Enkel des Aitolos, Urenkeldes Endymion, Bruder des Eures. Nach Ps-Plnt. de fluv. 22, 1 u. 4 war Kalydon, Sohn desThestios, von dem Vater wider Willen getötetworden, der sich dann aus Reue in den FlufsAxenos stürzte und diesem den Namen Thestiosgab (d. i. der spätere Acheloos); oder Sohn desAres und der Astynome, der in einen Felsen,den Berg Kalydon am Acheloos, verwandeltwurde, weil er die Artemis im Bade gesehen.[Stoll.] [2) Heroine, Personifikation der StadtKalydon, weiche nach Philostr. jun. im. 4 demKampfe zwischen Herakles und Acheloos bei-wohnt. Vgl. Arch. Ztg. 20, 319. [ Purgold ,Arch. Bemerkungen zu Claudian u. Sidoniusp. 75. Drexler.] [Roscher.]

Kalydonische Jagd s. Meleagros .

Kalyka (Kalina), Nereidenname auf einerVase in München , 0. Jahn , Beschr. d. Vasens.König Ludwigs 2 p. 96 nr. 331 (HAVVKAwasan riamg oder Plavva denken liefse (Schlie),aber von Brunn im Katal. von 1871 Kalvnagelesen),Rosenknospe, Schlie, Zu den Ky-prien. Waren 1874. 4°. p. 17 u. Anm. 4.

Vgl. Kalyke. [Drexler.]

Kalykadnos, Flufsgott, erscheint schwim-mend zu Füfsen der sitzenden Stadtgöttin vonDiokaisareia, vor welcher Tyche steht, aufeiner Münze des Philippus sen. von Diokai-sareia, Mi. S. 7, 209, 236 nach Sestini, Lett.Num. 9 p. 52 tav. 3, 7. Head p. 602. Dochfügt Head dem Namen des Flusses, denMionnet unbenannt läfst, ein Fragezeichen zu.

[Drexler.]

Kalyke (Kalv>ig), 1) Tochter des thessa-lischen Aiolos und der Enarete, von AethliosMutter des Endymion, Apollod. 1, 7, 3. 5.Hesiod bei Schot. Ap. Bh. 4, 57. 2) Danaide ,durchs Los dem Lynkeus zur Ehe bestimmt,Apollod. 2, 1, 5. 3) Tochter des Hekaton (?),zeugte mit Poseidon den Kyknos, Hyg. f. 157.4) Stiefmutter des Tennes, der ein Sohn desKyknos war; dieser aber war Sohn des Po-seidon und der Skamandrodike, Schot. II. 1,38. 5) Eine gewisse Kalyke, von Liebe zu

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dem Jüngling Euathloa ergriffen, erflehte vonAphrodite die Ehe mit demselben; von ihmverschmäht, stürzte sie sich von dem leuka-dischen Felsen. Sie ward in einem altenVolkslied Kalyke besungen, Stesichoros b. Athen .14, 619d; vgl. Eustath. II. 1236, 62. Preller, Gr.Myth. 1, 296. 6 ) Eine Bassaride, Begleiterindes Dionysos gegen die Inder, Norm. Dion.14, 222 . 29, 251. [Vgl. auch die Trinksehalebei Keydemann, Satyr- u. Bakchennamen S. 29.C. 1. Gr. 7558. R>.] 7) Nach Schot. II. 2 , 104soll Pelops Sohn des Hermes und der Kalykesein, Stark, Niobe 416. 8 ) S. Kalyka. [Stoll,]Kalypso (Καλυψώ), eine Nymphe («14; ε 14.57 u. ö.; &εά ε 92 u. ö.; δεινή &εδς ανδήεαβα μ 449;δία &εάων ε 78 u. δ.), die den schiffbrüchigenOdysseus aufnimmt und sieben Jahre (17 259;sechs, Ovid. ex Pont. 4, 10 , 13; zehn, Sen.Aen. 3, 678; ein Jahr, Hyg. f. 125) auf ihrerInsel zurückhält, vergeblich um seine dauerndeLiebe werbend («15; avayntj ίαχει δ 556ff.;ε 14; μ,αΧακοίβι καί αιμνΧίοιαι Χόγοιβι &έΧγιια56; δοΧόεσαα η 245; aber keine φαρμακίς-,vgl. Schot. Τ zu τη 245). Sie verhelfst ihmUnsterblichkeit (ε 209; η 257; ψ 336; vgl.Mythogr. 318, 32 Westerm.), vermag aber seinHeimweh nicht zu bezwingen (a 58ff.; ε 151 ff.;i29ff. Overbeck, Galerie heroischer BildwerkeS. 753). Hermes überbringt ihr im 8 . Jahre denBefehl der Götter, Odysseus zu entlassen(s 112 . Pomp. Wb., Mus. Borb. 1 , 32; vgl.Michaelis, Arch. Ztg. 1867, 14. Gaedechens,Ursch u. Gruber 2 , 32, 200 ). Sie fügt sichungern, ist aber dem Odysseus beim Bau der βχε-δίη behiilflich (ε 163. 241 ff.; η 264; geschnitteneSteine; vgl. Ooerb. a. a. Ο. Σχεδίη Block-schiff, Breusing, Nautik 129 ff.), auf der dieserzu den Phäaken fährt (vgl. auch Mythogr.343, 24ff. Westerm,.).

> Kalypso trägt alle Züge einer Nymphe:Einsame (η 246) Wohnung in bebuschter Grotte(ε57ΐϊ.; vgl. Ath. 1, 16 d. Aelian. hist. an. 15,28. Bio Ohrys. or. 2 , 27 M.). Weben und Singen(ε 61; vgl. Lehrs, Pop. AufsA 123 und B. Schmidt,Volksleben d. Neugr. 1, 106). Sie heifst νύμφη,ff«« u. s. w., ifst Nektar und Ambrosia (ε 199),vermag Unsterblichkeit zu verleihen und kanndem Odysseus einen günstigen Fahrwind senden(ε 167. 269; »j 266). Gleichwohl ist sie keine1 in Volksglauben und Sage lebendig wurzelndeGestalt, sondern lediglich poetische Fiktion,(weswegen Vergleichungen mit Halia undsonstige Deutungsversuche in sich zerfallen;das wichtigste bei Müllenhoff, Deutsch . Alt. 1,30 ff.). Die ältere Gestalt der Odysseusdich-tung kannte sie nicht, sondern liefs Od. vonThrinakia unmittelbar nach Scheria gelangen(Spuren bes. r 273ff. u. die Erwähnung derHeliosrinder im Prooemium « 7 ff.). Kalypso ) ist nach dem Muster der Kirke, deren Doppel-gängerin sie ist, frei erfunden und der Odysseeeingefügt, um den Odysseusnostos auf zehnJahre zu dehnen. Da aber gleichwohl daseigentliche Kalypsolied, ε (ΚαΧυψονς ανζρονals Rhapsodietitel: Aelian. v. h. 13, 14) formellnicht von κ abhängig ist (wie zu zeigen ver-suchten Kayser, Hom. Abh. 32 ff und Niese,Entw. d.homer. Foesie 174. 184ff), so ist an-