Kamareites
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zunehmen, dafs das Kalypsolied nur von derKirkesage abhängt und vielmehr seinerseitsdas Kirkelied, wie es heute vorliegt, be-einflufst hat (so v. Wilamowitz, Ilom. Unters.115 ff.).
Schon die Durchsichtigkeit des NamensKalypso ( Occulina nach G. Hermann, die Ver-bergerin) beweist, dafs sie in Bezug aufSagenechtheit mit Kirke nicht Wettstreitendarf. (Die Alten wandten das gtvjiov falsch:q firj änlrj, Kalvnxovaa ro äiavoov/isvov, Et. M.Gad. Snid-, wegen SoXosogcc rj 245. Über son-stige Allegorie und Rationalisierung der Er-zählung: Heralü. AUeg. 67 [Schol. ET zus 85. Eust. 1389, 40ff.]. Diletys 6, 5. Ioann.Antioch. fr. 24, 10 [F. H. G. 4, 551].) DerName ist sonst nicht populär, und seine Trä-gerin eignet nur der Odyssee oder unmittel-bar abhängiger Dichtung (s. u.). Auch in derspäteren Litteratur und Kunst ist K. wenigbemerklich. Die mythologische Neigung dermittleren Komödie hat sich gelegentlich ein-mal mit ihr beschäftigt ( Anaxilas Kalypso ,Kode 2, 266; von demselben eine Kirke; vgl.Meinelce, Hist. crit. 407. Io. Schmidt, UlixesCom. Jahrb. Suppl. 16, 398). Ein hellenisti-sches Epyllion setzt wohl Ovid Ars am. 2,123ff. voraus (Keime dazu schon bei Homer ;vgl. p 390). Auch der bei Kalypso der Heimatvergessende Odysseus wird auf ähnliche Quellenzurückzuführen sein: Philostr. vit. Ap. Tyan.7, 10; vgl. auch Lucian. rer. hist. 2, 36 (sowie27. 29. 35). — Kalypsobilder von Nikias : Plin.35, 132.
Der Dichter des s kennt keinen Vaters-namen der Kalypso . Daher kann sie in denKatalog bei Hesiod . Theog. 359 als Okeanideaufgenommen werden (identisch beide schonfür die Alten: Schol. V zu a 52). Aus diesemKatalog die Gespielin der Persephone, Hymn.in Cer. 423 (vgl. Gemolls Ausg. p. 308). BeiEurip. Cycl. 264 ist sie vielmehr Nereide.Dies ist auch die Version der Vulgär mythologie;Apd. 1, 2, 7. Ganz vereinzelt als Hesperideauf der Neapeler Assteasvase, Heydemann 281 S.Atlas als Vater erst in Stellen, die s ausführenwollen, jedesfalls kennen: a52. rj 245. Daher’Axlccvxig bei Ap. Rh. 4, 575; vgl. Schol. PQT zu s 29. Paneg. in Messall. 77. Priap.68, 23 M. v. Wilamowitz a. a. O. 17. (Singulärals Gemahlin des Atlas, Eustath. zu Pion.Per. 78 [aus Steph. Byz. vgl. p. 148 Mein.']~ vgl. auch Tzetzes zu Lykophr. 174 [Helios]).Beachtenswert ist, dafs dieser Erdichtung einMuttername fehlt. Erst bei Hygin. fab. p. 11,19 Schm, heifst die Mutter Pleione. Auchlokal ist Kalypso nicht zu fixieren: denn ihreInsel ist von Haus aus namenlos (vgl. bes.f 55). £172 vyaov an ooyvyiys hindert nichts,adjektivisch zu verstehen (vgl. v. Wilamowitz ia. a. 0.). Als Name erscheint ’Slyvyig erst inden abhängigen Partieen: y 244. 254. ft 448.
“ 85 (vgl. a 50). xj> 333. Die richtige Deutungschon bei Steph. Byz. v. ’StyvyCa; Scholl. e:85.Tust. 1393, 31 (unabhängig hiervon und fürdie Sage irrelevant ist die Frage nach Her-kunft und Bedeutung des Wortes ätyvyiog,Müllenhoff a. a. 0. p. 61). Die gelehrte Lo-
kalisierung der unbestimmten Kalypsoinsel istbei den Alten durch für uns nicht mehr kontrol-lierbare Voraussetzungen geleitet und scheidetsich darnach in 2 Richtungen: 1) In der Nähevon Kreta: a) Antimachos: ’Άγύλιος (zw. Kreta und Kythera ). Er führte den Namen sogarin seine snSoais ein ( Scholl. a 85). b) Kalli-machos: Gaudos bei Kreta , vgl. fr. 524 Schn.sowie Apollod. n. νεών ν,αταλ. bei Strabo 299.i o) Eust. zu Pion. Per. 823 (aus Steph. Byz.vgl. p. 453, 5 Meineke); λέγεται δε %al τηνΚαΧνψονς νί\<ϊον Μίλητον κλη&ηναί ποτέ. Auchhier ist wohl vom kretischen Milet auszugehen(anders v. Wilamowitz a. a. 0. 139). 2) Gewöhn-lich suchte man die Insel im Westmeer (vgl.Strab. 26. Scholl, ε 100. Wenn bei Eust . 1389,52 ff. die Solonische ’Λτλαντίς erscheint, so istdas wohl Irrtum, hervorgerufen durch Strabo 26 und 102). Dies besonders geläufig seit derLokalisierung der Odysseusabenteuer in Italien ,a) bei Lakinion: Skylax 13 (Plin. 3, 96; all-gemeiner, in der Nähe von Kroton: lanibl.vit. Pyth. 57; vgl. Prokop, bell. Goth. 4, 22,628 c). b) Νυμφαία (παρα τω ’Αδρία, Steph.Byz. s. v.): Ap. Rh. 4, 574. c) Aeaea, durchVerwechselung mit Kirke : Prop. 4, 12, 31.Mela 2, 7, 18. Hygin. 125 (vielleicht Kor-ruptel). d) bei Puteoli : Cassius Pro 48, 50(Heroinenstandbild. Dies ist die einzige Spurvon einer Art Kult. Aber nicht alle deutetendas Bild auf Kalypso ).
Von diesen italischen Einflüssen abhängigsind auch die Nachrichten über Kinder des Odys-seus und der Kalypso. Zuerst Hesiod . Theog.1017 (junger Zusatz, Füllstück zwischen Theo-gonie und Katalog, auch sonst unter grofs-griechischem Einflufs, Nissen, Ital . Landesk.1, 5; vgl. Io. Schmidt, Ulixes posthom. I.Berl. 1885, 33): Nausithoos (vgl. η 56) undNausinoos, beide ohne jede Sagenbedeutung,entfernt nicht zu vergleichen mit dem Kirke-sohn Telegonos (der bei Eust . 1796, 47 irr-tümlich der Kalypso gegeben wird; vgl. v. Wila-mowitz a. a. 0. 182 ff.). Von Hesiod offenbarabhängig Pacuvius fr. inc. 40 Ribb. (wo filiostris nicht richtig sein kann). Die Vulgär-tradition nimmt nur einen Sohn Kalypsos an,Namens Auson. Die Zeugnisse (zumeist aufTheon zurückgehend) siehe ob. Bd. 1 Sp. 734.Hinzuzufügen ist: Scholl. Dion. Per. 78. Scholl.Marc, zu Lykophr. 44. Paulus Epit. Fest. v.Ausoniam. Auch hier ist, wie bei der Lokali-sierung der Insel, Kalypso mehrfach mit Kirke verwechselt. [0. Immisch.]
Kamareites (Καμαρείτης), Name des Menauf Münzen von Nysa , Head p. 552. Roscher,Pie Reiterstatue Iulius Caesars auf d. Forumlulium ( Ber. d. K. S. Ges. d. W. 1891) p. 129.Eckhel 2 p. 587, unter Hadrian (stehend mitSchale und Scepter), Mi. 3, 365, 362; Antoni-nus Pius (ebenso), Mi. S. 6, 520, 411 u. MarcAurel (stehend zwischen zwei Löwen, mitPinienapfel u. Scepter), Mi. S. 6, 520, 415.Der Name wird mit dem arabischen Qamar= Mond in Zusammenhang gebracht, Eckhel,D. N. V. 2 p. 187. Numi vet. p. 16. Wad-dington, Asie-Min. p. 216 nr. 7. — Pappado-poulos, Περιγραφή Ητνπωμάτων άρχ. βφραγι·