949 Kantharos
B.-Ene. v. Canobus. — [Vgl. auch die Σαρά-m, "lau, ’Ανούβει, Άρποκράχει, Κανωπ[ω] ge-weihte Inschrift von Ambrakia C. I. Gr. 1800. R.][Stoll.] f Jabionski, Panth. Aeg. 3 p. 131—154,besonders aber Ebers, Der geschnitzte Holz-sarg des Hatbastru, Abh. d. K. Sachs. Ges.d. W. in Leipzig Bd. 21 p. 233 f. — DasGemälde eines Manuskripts der Theriaka desNikandros hinter den Versen 309 — 319 zeigtIianobos mit Nimbus auf dem Ufersand liegend,den Oberkörper erhebend, gestützt auf den 1.Ellenbogen; neben ihm sich windend dieSchlange, auf welche Helena, gleichfalls mitNimbus am Haupt, losstürmt. Ein Mann vonder Besatzung des Schiffes, das in einer derEcken sichtbar ist, bewaffnet mit Schild undLanze, sieht der Scene zu, E. de Ohanot,Gaz. archeol 2 1876 p. 34 — 35. PI. 11, 2.Drexler.]
Kantharos (Κάν&α pog), ein attischer Heros,nach welchem der Kriegshafen der Athener im Peiraieus, 6 Καν&άρου λιμήν, benanntwar, Aristoph. Pac. 145 u. Schol. [Stoll.]
Kantlios (Κάν&ο g), 1) der Sohn des Kane-thos aus Euboia (Kerinthos), ein Argonaut, derin Libyen durch die Hand des Kaphauros fiel:Apoll. Bh. 1, 77 ff. (darnach Orph. 142. Hyg.f. 14 p. 45, 15 Sch. p. 48, 21 — Kephalionstatt Kaphauros genannt). Val. Flacc. (vgl.1, 451 ff., wo er Sohn des Abas heifst),läfst ihn in Kolchis durch die Hand desGesandros fallen, 6, 317 ff., vgl. 7, 422. —Nach Schol. Ap. Bh. 1, 77 stand sein Nameauch im Verzeichnis der Argonautika des Eleonvon Knrion. — [Nach Maafs im Index lect.Gryphiswald. 1889 S. VII ist Kanthos eigent-lich der Eponymos der Stadt [A]kanthos aufder Chalkidike, einer Kolonie der Euboier. R.]— 2) Ein Sohn des Aigyptios, mit der DanaideHippothoe verheiratet, nach Hyq. f. 170 p. 33,6 Sch. [Seeliger.]
Kanzaras ? (Καν ζάρας ?) vielleicht Bei-name des Asklepios in folgender Inschriftvon Komana: CGOTHPIA | CKAHTTO | KANZA |PAIAAPOCJ YHepeiCIN ! OYTOYYI ! OY. Bam-say, Inscriptions of Cilicia , Oappadocia, andPontus , Journal of^philology 11 (1882) p. 159nr. 21 liest Σωχήρι ’Aexb jwtcu Κανζαραι λαρος (?)xtl.; es dürfte aber zu lesen sein Κανζάρα'Ιλα-
SJfS, vgl. für die Endung: Απόλλων ΤνρίμναςG. I. Gr. 3493. 3497, Zeig Παπίας Ο. I. Gr.3817. [Drexler.]
Kaosl Auf einer Münze von Eriza (bei Mi.3, 345, 248. Boutkowski, Met. num. p. 603)ist einem bärtigen Haupte mit Dreizack da-hinter die Beischrift KAOC gegeben. Im Re-gister zum ganzen Werk S. 9 p. 235 fafstMionnet Kaos als Flufsnamen, und noch imA C. II. 1883 wird von Αημίχαας, Περί Έρι-ζψάν νομιβμάτων (ρ. 58—66) KAOC als Flufsauf Münzen von Eriza nach Sestini, Class. gen.i. 82 * 88 aufgeführt. Die Annahme, dafs
K ^ , e i uen Flufsgott darstelle, stützt sichaur Livius 38, 14, wo als Namen einesHusses in der Nähe von Eriza die Hand-schriften Chaus oder Cahus oder Casus ( tertioi nae die ad Casum amnem perventum; inde
Kapaneus 950
profecti Erizam urbem primo impetu ceperunt)bieten. Eckhel, D. N. V. 2 p. 581 bezeichnetdas Haupt als „Caput Iovis“, und Mommsenzu O. I. L. 3, 859 wäre geneigt, darin den indieser Inschrift genannten Iuppiter OptimusMaximus Erusenus zu erkennen, wenn nichtWaddington, Bull. arch. de l’Atheneum fram;.1855 p. 51 nach sorgfältiger Prüfung der Münzeerklärt hätte, dafs darauf nichts deutlich zuerkennen sei. Auch eine Amphora von Nolamit einem Satyr auf Vgrder- u. Rückseite zeigtdie Aufschrift KAOS, die de Witte, Cat. d’ob-jets d’art composant la coli, de M. Castellani.Paris 1866 p. 25 nr. 60 als Schreibfehler fürKAAOC anzusehen geneigt ist. [Drexler.]Kapaneus (Kanavsvg), Sohn des Hipponoos.Bei Homer erscheint er nur als Vater desHelden Sthe’nelos, Ilias 2 , 564. 4, 403 mitden Epitheta ayasXsixog und nvSäXifiOg, vgl.Eurip. Iph. Aul. 246. In der Thebais desepischen Cyklus hatte er natürlich auch seineStelle, vgl. Welcher, Ep. Cykl. 2, 347. 359 f.Stat. Theb. 3, 604. 4, 176. 6, 731. 753. Dochbieten uns die Tragiker, die offenbar aus demEpos schöpfen, einigen Ersatz für dessen Ver-_lust, vgl. Aesch., Sieben g. Theb. 422 ff. Soph.O. C. 1319. Antig. 134 ff. Eurip. Phoeniss.1191 ff. 1202. Suppl. 496 ff. Iph. Aul. 246.Überall erscheint er hier als einer der siebenargivischen Fürsten , die mit Polyneikes gegenTheben zogen, als Held von riesenhafter Ge-stalt (yCyag Aesch. .424. Philostr. Imag. 2, 29)und frevelhaftem Übermut. Durchs Los fälltihm der Sturm auf Elektras Thor zu (Aesch .423. Paus. 9, 8, 7). Apollodor nennt dasogygische Thor (3, 6, 6, 1). In vermessenemTrotz ruft der Riese, selbst des Zeus Blitz-strahl soll ihn nicht hemmen, die Stadt zuverbi’ennen. Im Schild führt er bei Aeschylos einen Feuerträger mit brennender Fackel unddazu die Inschrift: ngpem uoliv. Er legt dieSturmleiter an, als deren Erfinder er genanntwird ( Veget. 4, 21), aber Zeus schmettert ihnmit seinem Blitzstrahl nieder, avxixvna ä’iiti yä Ttsas tavxaXco&eig nvgcpoQog ( Soph.Amt. 134), dafs sein Leichnam rauchte, nsgav-vlov äijiag Y.axtvovxa t, Eur.^Suppl. 496, exiTvyexai Philostr. Im. 2, 29. Übereinstimmendberichten Apollodoros 3, 6, 3, 1. 3, 6, 6, 1.3, 6, 7, 8. Hyg. f. 70. 71, vgl. Onid Met. 9,404. Seine Gemahlin Euadne (s. d. nr. 3),des Iphis Tochter, stürzt sich bei der Leichen-feier in die Flammen des Scheiterhaufens, Apd.3, 7, 1, 3. Mythogr. graec. ed. Westermann 359,5. Philostr. Imag. 2, 30. Sein Grab erwähntEuripides , Suppl. 981. Nach anderer Über-lieferung soll ihn Asklepios ins Leben zurück-gerufen haben, Apd. 3, 10, 3, 10. [Die vonK. handelnden Stellen latein. Schriftsteller s.bei De Vit, Onom. unter Capaneus. Roscher.]Über seine Verwandtschaftsverhältnisse wei-chen die Quellen vielfach von einander ab. Alssein Sohn erscheint durchweg Sthenelos, alssein Vater Hipponoos, Nachkomme des Proitos,Schol. Find. Nem. 9, 30. Schol. Eur. Phoen.181. Seine Mutter heifst Astynome Hyg. f.70, oder Laodike, Tochter des Iphis, Schol.Eur. Phoen. 181. Seine Gemahlin ist Euadne,
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