959 Karinos
interessante karische Zeustypen auf Münzen,J. Friedländer, Zeus Troios, Zeus Äseis u.Zeus Osogo, Ztschr. f. Num. 2 1875 (p. 107—112) p. 109 ff. Drexler.] Auch in Athen ward der Zeus Kariös verehrt, Herod. 5, 66;vgl. Kratin. bei Flut. Per. 3; zur Erklärunghierfür weist Stein zu Herod. a. a. 0. auf dievon Strabo (9, 397. Paus. 1, 40, 6; vgl. Herod.1,117) bezeugte Thatsache hin, dafs Karer einstbis nach Attika vorgedrungen seien. [Höfer.]
Karinos {Καςινός), Beiname des Apollonin Megara , der daselbst in Gestalt einesSteines verehrt wurde, Paus. 1, 44, 2. Aufum 300 v. Chr. geprägten Bronzemünzen derStadt erscheint ein Obelisk zwischen zweiDelphinen, den man als Apollon Καρινόςdeutet, Head, Η. N. p. 270. Imhoof - Gardner,Λ numismatic commentary on Pausanias p. 6PI. A, 8. Ein ähnlicher Stein wurde in Am-brakia als Apollon ’Λγυιενς verehrt und er-scheint auf Silbermünzen dieser Stadt, Headu. Imhoof - Gardner a. a. 0. [Drexler.]
Karissai (Καρίοοαι), Name von Göttinnen,die sonst nicht bekannt sind, auf einer myti-lenäischen Inschrift ίέρεαν τΰν &έα v Έτη-φίΐαν καί Καρίαβαν καί ερβοψόρον τωνάγιοιτάτων μνοταρίων, Pechtel, Oie inschr.Henkm. d. äol. Mal. bei Bezzenberger, Bei-träge 5, 124 = Collitz, Samml. d. griech. Dial-Inschr. 1, 232. Durch diese Inschrift wird zu-gleich. die von Crusius (Bd. 1 Sp. 1389, Z. 37 ff.)angezweifelte und durch Konjektur beseitigteGöttin Etephila gerettet, die sich auch aufder Bresosinschrift ( Bezzenberger a. a. 0. 5,134.Collitz a. a. 0. 255) findet: rag ΈτηφίλαςΠοβείδωνος Μνχα καί Μνχι'ας καί τΰν απα-ραιτήτων &έαν ... ονμπάρεδρον. Nach Bechtelbei Bezzenberger a. a. 0. 5, 124 sind die ’Ετή-φιλαι = Έτεήψιλαι, die „wahrhaft freund-lichen“ (vgl. Ευμενίδες), ähnlich wie Hadesden Beinamen Ενβονλενς (s. d. nr. 4) führt.
[Höfer]
Karkabos (Καρκάβος), Sohn des Perrhäber-königs Triopas. Er tötete seinen Vater wegenseiner grausamen Tyrannei und erhielt deshalbvon den Bürgern ein Ehrengeschenk. AlsFlüchtling kam er nach Brenthis in Troas ,wurde von Tros vom Morde gereinigt und er-hielt von ihm Grund und Boden, auf dem erdie Stadt Zeleia gründete. Von ihm stammtePandaros, der vor Troja kämpfte, Schot II.4, 88. Eustath. nennt ihn Καρνάβας. [UberKarnabas s. Marquardt, Cyzicus p. 22. Drexler.]
[Stoll.]
Karkinos (Καρκίνος, Καρκίνος ), 1) In derspäteren euhemeristischen Auffassung erscheintder Krebs (καρκίνος), der in der Sage vonder lernäischen Hydra den Herakles (s. d.) zuhindern suchte, als ein άνήρ μέγας τήν ίοχΰνκαί πολεμικός und Bundesgenosse des Lernos(s. d.), Namens Karkinos. Vgl. Palaeph. 39.[Roscher.] Nach Tzetz. Chiliad. 2, 239 warer Bundesgenosse und Freund der Lerna, d. h.der neun gegen Herakles kämpfenden Brüder.— 2) Ein Krebs, der den Herakles bei dessenKampfe gegen die Hydra in den Fufs bifs, vonihm aber zertreten wurde; Hera versetzte ihnunter die Sterne, Eratosth. Jcatast. 11. [Höfer.]
Karnabon 960
Karko (Ααρκώ), ein anderer Name fürLamia (s. d.). Vgl. Hesych. s. v. καρκώ-λάμια, wo wahrscheinlich zu lesen ist: Καρχά'Λάμια. Der Name hängt wohl mit κάρκαρος,κάρκαρα, καρχαρόδονς etc. (Curtius, Grdz. i,gr. Etym . 5 144) zusammen und bezieht sietvielleicht auf die scharfen Zähne, die derLamia ebenso wie den Gorgonen eigen waren,
[Roscher]
Karmanor (Καρμάνωρ), ein kretischer Sühn-priester zu Tarrha, Vater des Eubulos und desSängers Chrysothemis. Er sollte nach kre-tischer Sage Apollon und Artemis von demMorde des Python gereinigt, und Apollon inseinem Hause mit der Nymphe Akakallis Um-gang gepflogen haben, Paus. 2, 7, 7. 2, 30,3.10, 7, 2. 10, 16, 2. Nach Schot Find. HypoihPyth. p. 298 Boeckh reinigte Chrysothemis denGott, Müller, Bor. 1, 207. 343. Welcher, Gr.Götterl. 1, 503. [Stoll.]
Karme (Κάρμη), Tochter des Eubulos (S.der Demeter, Diod. ; S. des Karmanor, Paus.)·,zeugte auf Kreta mit Zeus die Britomartis,Diod. 5, 76. Paus. 2, 30, 3. Nach Ant. ΙΛ.40 ist sie Tochter des Phoinix, Sohns desAgenor, und der Kassiepeia, T. des ArabienIn Verg. Cir. 220 ist sie als bejahrtes Weibzu Megara im Dienste des Königs Nisos Ammeseiner Tochter Skylla . Sie ist als Gefangene(v. 290) dorthin gebracht, eine Tochter desOgygiers Phoinix, also wohl aus Böotien, wo-hin Phoinix mit Kadmos gekommen sein mag,Heyne, Exc. zu v. 220. —■ Schweneh, An-deutungen 159 f. Vgl. Kassiepeia. [Stoll.]
Karmeios (Κάρμειος), Flufsgott, erscheint,mit der Beischrift KAPMEIOC, unbärtig, ge-lagert, in der R. ein Füllhorn, den 1. Armauf eine Quellurne gelehnt, auf einer Münzedes Severus Alexander von HadrianopolisPhrygiae, Head p. 564. Imhoof, Num. Zeitschr.16 1884 p. 291 zu nr. 144 u. Griech. Münzenp. 737 nr. 687. [Drexler.]
Karmeios (Κάρμτβος), göttlich verehrterBerg, Tac. hist. 2, 78: „Est Iudaeam interSyriamque Carmelus, ita vocant montem Deum-que, nec simulacrum Deo aut templum situmtradidere maiores: aram tantum et verentiam.“v. Andrian , Der Höhenkultus asiatischer undeuropäischer Völker. Wien 1891 p. 257 ff.; vgl·Io. Iac. Bosius, Epistola de Carmelo monte etdeo in Taciti et Suetonii locos. Lipsiae 1752.4°; in anderen Quellen wird Karmeios nur alsheilige Stätte erwähnt; so nennt Micha 7, 14Jahwe den einsam auf dem Karmel Wohnen-den, und Skylax, Periplus p. 42 ed. Hudsonbezeichnet den Karmel als ιερόν Λιός, vgl.Baudissin, Stud. z. semit. Beligionsgesch. 2p. 228 Anm. 1; p. 234, 240, 254. [Drexler.]
Karnabas s. Karkabos.
Karnabon ( Καρναβών ) od. besser Charnabon(Χαρναβών), König der Geten, der den Tripto-lemos (s. d.) zuerst gastlich aufnahm, als dieserauf Geheifs der Demeter mit seinem Drachen-wagen durch die Welt zog, um die Menschenden Getreidebau zu lehren; später aber stellteKarnabon dem Triptolemos nach und töteteeinen seiner Drachen; zur Strafe versetzte ihnDemeter samt dem getöteten Drachen an den
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