Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1103-1104
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1103 Kephalos (in der Kunst)

a. a. 0. 196. Hieran reiht sich eine zahlreicheKlasse von Vasenbildern, auf welchen einegeflügelte Frau in ganz ähnlicher Weise einenJüngling mit einer Leier (z. B. Millingen, Vas.Cogh. 42), zweimal auch mit einem PacketBücher (Millin, Vas. 1 , 48) verfolgt, vgl. Jahna. a. 0. 97. Stephani a. a. 0. p. 199 und neuer-dings die Hermonaxvase, Helbig, Bull. d. Inst.1873 p. 167; auch diese Darstellungen sindzum Teil ebenso mit Nebenpersonen versehen, iJahn trug Bedenken, hierin Kephalos zu er-kennen, da die Sage ihm nicht solche Zügeephebischer Bildung verleihe; Stephani wolltein allen diesen Darstellungen Tithonos sehen(nach der Inschrift Bull. d. Inst. 1848 p. 40);neuerdings nimmt man ihn einfach als einenmit den Attributen des musisch gebildetenattischen Jünglings ausgestatteten Kephalos(.Helbig a. a. 0. Furtwängler, Arch. Ztg. 40,350. Robert, Bild und Lied S. 32). :

3) Kephalos wurde aber auch in seinerVerbindung mit dem attischen Prokrismythusdargestellt, welcher zu den aus der attischenLandessage, wahrscheinlich von Polygnotos(vgl. oben dessen Prokris in der Leschevon Delphi, und Robert, Bild u. Lied S. 28),entnommenen und in die Vasenmalerei des5. Jahrh. übergegangenen Stoffen gehört.Kephalos wird hier durchaus wie in der Eos-sage dargestellt, ein Beweis für die schon be-gonnene Verschmelzung der beiden Sagen.Auf einer Vase desschönen Stils bei Mil-lingen, Aneient unedited monuments Tf. 14 (s.Abbildung 3), dem einzigen erhaltenen Exem-plar dieses Gegenstandes, ist der Tod derProkris wiedergegeben in dem (ganz ebenso vonOvid Met. 7, 840 geschilderten) Augenblick,wo sie, von dem Speer in die Brust getroffen,auf einen Felsen niedersinkt, indem sie sichbemüht, den Speer herauszuziehen, währendKephalos, der herbeigeeilt ist, den Irrtum er-kennend an die Stirne greift. Er erscheintganz wie sonst mit Chlamys, Petasos undKeule und mit dem Hund an der Leine, Pro-kris (in Vorderansicht und deshalb etwas mifs-lungen) ebenfalls als Jägerin in amazonenhafterTracht; über ihr das entschwebende Eidolon inVogelgestalt. Auf die Scene eilt ihr VaterErechtheus zu, um dem Kephalos seine Thatvorzuhalten (vgl. oben Abschn. II, 4). Dasvon Jahn, Arch. Beitr. S. 72 auf Kephalosund Aura (oben Abschn. II, 3) gedeutete pom-pejanische Wandgemälde bei Zahn 2, 78 stelltSelene und Endymion dar, vgl. Helbig,Wandgem. Campaniens nr. 960.

4) Auf die Sage, welche den Kephalos zumEponymos der Insel Kephallenia machte, sinddie Münzen der kephallenischen Stadt Palezurückzuführen, auf welchen ein Jüngling miteiner Lanze, inschriftlich als Keyalos bezeich-net, auf einem Felsen sitzt, vgl. Bosset, Essaisur les medailles des iles de Cephalonie Lond.1815 Tf. 1 nr. 15. Combe num. mus. Britann.

^ f. 7, 22. 23. Catal. of greek coins in the Brit.

lus. Peloponnesus S. 84 f. 89. 91 Tf. 17, lOff.18, 4. Wahrscheinlich ist auch die schon vonEckhel angenommene Beziehung des Wind-hunds auf den Münzen des kephallenischen

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Same auf den Hund Lailaps, vgl. Bosset a. a. 0.nr. 42 u. 47. Combe num. Hunter. 46,22. Catala, a. 0. S. 90 Tf. 18, 9 f. S. 92. Wegen derÄhnlichkeit mit jenem Kephalos auf den Mün-zen von Pale in der Stellung wurde eine kleineBronzefigur in Paris , Gazette archeol. 2 pl. 36ebenfalls auf Kephalos bezogen; ob mit Rechtmufs bei der Abwesenheit aller Attribute frag-lich bleiben. [Rapp.]

Keplienes (Κηφήνες, f Κηφήναι nur einmalbei Arrianos in Eustath. zu Dionys. Perieg.1005, F. H. G. 3, 601, 78, wo der accus, her-zustellen ist: τους δε Πένσας . . . Κηφήνας[Hs. - ναι ] ποτέ χαλείο&αί φηβινΑ. OvidMet. 4,764 einmal Cepheni proceres adjektivisch,wonach wohl Plinius n. h. 6, 10 [27f.] seinSubstantivum Cepheni [απα| Isy.] schuf): dasVolk des Kepheus in der Andromeda-Sage,doch in unseren Quellen erst seit Herodotosund Hellanikos auftretend. Seitdem wird derAusdruck promiscue mit Αί&ίοπε g gebraucht.v. Wilamowitz hat einmal (Homer . Unters.S. 152) behauptet, sie seien ursprünglich inTegea zu Haus. Aber diese sinnreiche Kom-bination der stets in Mehrzahl auftretendenK. mit den 50 Söhnen des Tegeaten Kepheuskann sich einstweilen auf kein direktes oderindirektes Zeugnis berufen. Ebensowenig wirdin den erhaltenen Zeugnissen die Bezeichnung) K. im Zusammenhang des hesiodischen Mythosvon der 'Araberin Kassiepeia gebraucht, giltalso nicht für die Aithiopen Arabiens und desNillandes (nur der geschäftige Polyhistor beiSteph. B-yz. Αιβνη ' %mqa πολυώνυμος zähltunter 12 anderen Namen für das afrikanischeLibyen aufser AtiHonCu auch Κηφηνίη auf; undEustathios zu Dionys. Per. 910. G.G.M. 2,375hat aus dem Κηφήνες of Αί&ίοπες des Steph.Byz.ΐόπη auf eigene Faust ein K. of Alyv-i πτιοι (!) gemacht). Auch in der von Theo-pompos abhängigen ioppensischen Kepheus-sage ist von K. nicht die Rede; denn beiStrabon 1 p. 42 § 36 steht das ε&νος Atiha-πικόν . . άλλο Κηφήνων in einer apollodo-rischen Aufzählung' mythischer 'Aithiopen-völker (Erember, Pygmaien) und ist von dem,allerdings demselben Apollodoros angehörigenTheopompos - Citat über Ioppe p. 43 C zutrennen. Dagegen sind in dem ostaithiopischen) Mesopotamien , in welchem schon Hesioäos(frg . 44 Ki.) und Aischylos (Suppl. 276) beiden Καμηλοβοσκοί des persischen Meerbusens(vgl. Strabon 16 p. 767f. Aithiopenländer etc.,Fleckeisen JB. Suppl. 16 S. 181) die Aithio-pen der Memnon - Sage lokalisiert hatten,durch Herodotos und Hellanikos oder viel-mehr ihren gemeinsamen Gewährsmann (Sky-lax? vgl. Aithiopenl. S. 155) auch die K.angesetzt und mit dortigen Ureinwohnern) identificiert worden. Ihnen folgte Apollodoros(b. Strabon a. a. 0.), der agyolmbg σχεδιααμόςbei Deinias von Argos (F. H. G. 3, 25, 4:Αί&ιοπία εκαλείτο . . . τότε Κηφηνία, mit Er-wähnung der Perser, des Perseussohnes Ery-thras u. derEgv&ga &άλαααα), Ovidius , Nonnos.Weder für diese örtliche Beschränkung aufMesopotamien noch für das späte Auftretendes Namens ist eine Ursache zu entdecken.