Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
Seite
1183-1184
JPEG-Download
 

Kileus

1183 Kichyros

Gründer der Stadt Kibyra in Lydien , Steph. B.v. Τάβαι. [Stoll.]

Kichyros {Κίχνρος), Sohn eines Königs derChaonen, welcher auf der Jagd bei der Ver-folgung eines Pardels durch den Wurf einesSpeers in das Dickicht eine darin mit ihremGeliebten versteckte Jungfrau Anthippe tötlichtraf, vor Schreck vom Bosse fiel und umkam.Den Ort, wo er gestorben, umgaben die Chaonenmit einer Mauer und nannten die so ent-stehende Stadt Kichyros, Parthen. 32. Kichyrosin Epeiros ist das alte Ephyra. [Stoll.] [Sohndes Mermeros , nach dem die Stadt Ephyrain Epeiros Kichyros benannt sein soll, schol.Find. Nem. 7, 53. Phylareh. bei Parthen. 32.

Höfer.]

Kidaria ( Κιδαρία ), Beiname der Demeter (s. d.) zu Pheneos in Arkadien , Paus. 8, 15, 3.Vgl. über diesen Kult Immencahr, Kulte undMythen Arkadiens 1, 126. [Roscher.]

Kikou {Κίκων), Eponymos der thrakischenKikonen (s. d.), Vater des Biston, Philostephanosb. Schol. Ap. Rh. 2, 704. Kikon, der Sohndes Amythaon, bei Ilesych. s. v. scheint demIambographen Hipponax anzugehören, s. fr.2 Bergk. [Hinsichtlich der Kikonen vgl. 0.Crusius in Ersch und Grubers Enc. unterKikon u. d. Art. Kikonen. R.] [Stoll.]

Kikonen {Κΐκονες), ein thrakisches Volk, wel-ches vor Troja im Bunde mit Priamos gegendie Griechen kämpft ( Hom. B 846 Εύφημοι 8άρχός Κοκόνων ην αίχμητάων νιος Τροιζήνοιοδιοτρεφέος Κεάδαο), ohne irgendwie hervor-zutreten. Hom. P 73 nimmt Apollon , um mitHektor zu sprechen, die Gestalt des Μέντης,eines ihrer Führer, an, der sonst nicht er-wähnt wird (vgl. den Namen des Taphier-fürsten in Hom. a 180). Als Odysseus vonTroja die Heimfahrt antritt, landet er zu-nächst im Lande der Kikonen und plün-dert ihre Stadt Ismaros. Während die Grie-chen, in Mifsachtung der Warnungen desOdysseus, der ihnen geraten mit der ge-machten Beute sich schleunigst zu entfernen,ein Gelage abhalten, rufen die Kikonen ihreNachbarn, die auf dem Festland wohnen( ήπειρον ναίοντες) zu Hülfe und schlagenam anderen Tage im harten, den ganzenTag währenden Kampfe die Griechen, so dafsvon jedem Schiffe sechs getötet werden {Hom.1 39). Aus dem Lande der Kikonen führteOdysseus den Wein, vermöge dessen ihm dieBetäubung des Polyphemos gelang; Maron,des Euanthes Sohn, Priester des Apollon, hatteihm bei der Zerstörung von Ismaros wegender ihm und seiner Familie zu teil gewordenenSchonung neben anderen Gaben den Weinverehrt. Vgl. Hyg. f. 125. Nach Izetz. inLyc. 818 istΊομαρος ή vvv λεγάμενη Μαρώ-νεια. Vgl. Steph. Byz. ed. Mein. 372, 11.Eustath. ad Hom. 359, 13 Ενάν&ης δ οί'κηοενέν Κικονίη ί'να Μαρώνεια καλέεται. Herod.techn. 2, 887, 37. Schol. Hom. 1 39. NachStrabo 7 fr. 58 liegt das Land westlich vonAinos; vgl. PUn. n. h. 4, 43 oppidum Aenosliberum, Ciconum quondam regio. Die Kikonenwerden bei Herod. 7, 110 unter den Völkerngenannt, durch welche Xerxes zieht; auch

1184

das πάλαι μεν Γαλλαικη, vvv δε Βριαντικήgenannte Land wird ebd. 108 als zu ihremGebiet gehörig bezeichnet. Auch Σέρρειονsoll dazu gehören {Herod. 7, 59), ebenso Ζώνηnach Hekataios {Steph. Byz. 298, 8). Vgl.noch Eustath. ad Hom. 1096, 5 u. 1615, 11.Nach PUn. n. h. 6, 55 wohnen sie dagegennördlich von den Skythen . Sie sind Thraker,ποικίλλοντες ταΐς χροιαϊς την άμφίεοιν. IhrenNamen haben sie erhalten von Κίκων , demSohn des Apollon und der Rhodope {Et. m.513, 36). Dessen Sohn ist wieder ßiston, nachPhilostephanos, von dem das Land Βιβτονίηden Namen hat {Schol. Apoll. Rh. 2, 704). Beiihnen wohnt Boreas mit Oreithyia {Ov. met.6, 710), vor allem aber weilt dort Orpheus {Ov. met. 10, 2), der sogar als Herrscher überdas Land bezeichnet wird {Orph. Arg. 77Βιστονίη Κικόνεββι πολνρρήνοιαιν άνάααων).Er lehrt dort die Mysterien {Hiod. 5, 77, 4),und wird von den Frauen derselben (nurusCiconum Ov. met. 11, 3) zerrissen, per Liberisacra simulata, Serv. ad Verg. Georg. 4, 520.Strab. 7 fr. 18 νπο τφ Όλνμπω πόλις Alov,έχει δε κώμην πληοίον Πίμπλειαν ένταν&ατονΟρφέα διατρϊιραί φαοι τον Κίκονα. Beiden Kikonen soll er auch begraben sein, nachdem Epigramm {Bergk, Lyr. Gr. 2 S. 352):Θρηϊκα χρνβολνρην Οίάγρον παιδα ϋανόντκΌρφέα έν χώρω τωδ έ&εβαν Κίκονες. SeitHomer {ι 204) hat der Wein der Kikoneneinen vorzüglichen Ruf, vgl. Said. s. v. Ki-κονία χώρα και Κικόνιος οίνος , er wird später(nach Et. m. 443, 8) für thasischen Wein er-klärt. Im Lande der Kikonen ist ein Flufs,qmd potum saxea reddit Viscera, quod tactisinducit marmora rebus, nach Ov. met. 15, 313;vgl. PUn. n. h. 2, 226 in Ciconum fluminelignum deiectum lapideo cortice obducitur. Vgl.t Abel, Makedonien vor König Philipp (1847)S. 70. B. Giseke, Thrakisch-pelasgische Stämmeder Balkanhalbinsel (1858) S. 11. 109. Vgl.Kikon. [Engelmann. J

Kilarios, vielleicht Bezeichnung des Helios,s. Hesychios : κιλάριος b ήλιος, vgl. de Witte,Rev. num. 1864 p. 21. M. Schmidt schlägtallerdings vor:Forte βκιάλλιος· b ΑπόλλωνMacrob. Sat. 1, 17. [Drexler.]

Kilbis {Κίλβις), die Stadtgöttin der Kilbis,ist abgebildet, mit einem Turm gekrönt, aufeinem Felsen sitzend, in einer Handschriftder Theriaka des Nikandros (zu vs. 630635),Gaz. arch, 2, 1876 p. 34 36 Tfl. 11.

[Drexler.]

Kilbos (Χίλβος), Flufsgott, dargestellt aufeiner Münze der oberen Kilbianer (AntoninusPius ), mit der Beischrift KIABOC, gelagert,im 1. Arm das Füllhorn und darunter denumgestürzten Wasserkrug, Imhoof, Num.Zeitschr. 20, 1888 p. 6 nr. 2. Ein Exemplardieser Münze befindet sich im Berliner Kabinett.

[Drexler.]

Kileus {Κιλενς), Grofsvater des Laertes,Vater des Arkeisios, Sohn des Kephalos (s. d.Bd. 2 Sp. 1095), Enkel des Hermes; vgl .Schol.zu Hom. II. B 173 : έάτι δε Λαέρτον τονΐρ-κειβίον τον Κιλέως τοί Κεφάλαν τον 'Ερμοίund Topffer, .Att. Geneal. S. 85. Eustath.