1189 Kindyas
begraben wurde, das nach, ihm Kinaithion be-nannt wurde, Dionys. A. B. 1 , 50. [Stoll.]
Kindyas (Kivävdg), Beiname der Artemis von dem Ort KivSvr\ in der Nähe der kari-schen Stadt Bargylia, Strabo 14 p. 658. IhrBild, das unter freiem Himmel stand, sollteder Sage nach nie von Schnee oder Hegengetroffen werden, Polyb. 16, 12, 3. ArtemisKindyas in Bargylia, Waddington, Inscr. d’Asiemin. 496. 497. Bull, de corr. hellen. 13 (1889),191 nr. 14. [Vgl. die Münzen von Bargylia,Head, PL. N. p. 622. Imhoof, Mon. Gr. p. 306.Jahrb. f. kl. Phil. 1892, 701. Drexler.] [Höfer.'J
Kinypheios (Kivvysiog), Beiname des Antaiosvom Flusse Kinyphos in Nordafrika , Hesych.s. v.' [Drexler.]
Kinjrii (Kivvga), eine Mänade, abgebildetauf einer Trinkschale, Heydemann, Satyr- u.Bakchennamen S. 32. [Lorentz.]
Kinyras (KivvQag), 1) der erste Königin Kyprosund Stifter des dortigen Aphroditedienstes, diealte phoinikische Zeit der Insel repräsentierend,aber von den dortigen Griechen ganz in diegriechischen Mythen hereingezogen. SeinePerson ist von vielen Sagen umwoben. „Garvieles melden die Gesänge und Sagen derKyprier von Kinyras, dem Liebling des Apol-lon, dem milden Priester der Aphrodite “, Pind.Pyth. 2, 15 (27); vgl. Nem. 8, 18 ff. Br heifstSohn des Apollon, Schol. Theolcr. 1, 109; desApollon und der Pharnake, Hesych. v. Kivvqag·,des Apollon und der Paphos , oder des Eury-medon und einer paphischen Nymphe, Schol.Find. P. 2, 27; Sohn des Paphos , Hyg. f.242. 270. 275; des Theias, der öfter mit ihmvermengt wird, Eustath. u. Schol. zu II. 11,20. — Plin. H. N. 7, 57 nennt seine MutterAgriope. Er war König von ganz Kypros,Schol. Pind. P. 2, 27. Schol. 11. 11, 20. Arnob.4, 25. 5, 19. Engel, Kypros 2, 104; seine undder Aphrodite Tochter hiefs Kypros, Steph. B.v. Rvnqos, Istros b. Constantin. Porphyrog. dethemat. 1 p. 13 (Müller, fr. hist. gr. 1 p. 423fr. 39). Die Stadt Amathus auf Kypros warbenannt nach seiner Mutter Amathusa, Steph.B. v. ’J/ia&ovg, die kyprisehen Städte Kurion und Marion nach seinen Söhnen Kureus undMariens, Steph. B. v. Kovqiov und Maqiov,[er selbst wird wohl Eponymos der von Plin.n. h. 5, 130 und Nonn. D. 13, 451 erwähn-ten Stadt KtvvQsia gewesen sein. Roscher.]Sein Wohnsitz war die von ihm gegründeteStadt Paphos , wo er den Tempel und be-rühmten Kultus der Aphrodite gestiftet hatteund wo bis in die späteste Zeit das gemeinsameHeiligtum der Kyprier und das Hohepriester-tum für die ganze Insel war, Tacit. Hist. 2, 3.Engel 1, 168 ff. 234 ff. 477 ff. Gerhard, Gr. Myth.1 § 365. Kinyras war nach Kypros aus Syrien gekommen, wo der Dienst der Aphrodite unddes ihr verbundenen Adonis in besondererBlüte stand. Darum heifst er auch, obgleichSohn des Paphos, König von Assyrien , Hyg. f.38. 242. 270. Sein ältester Königssitz war inByblos , wo Adonis (s. d.) vorzüglich verehrt ward.Nicht weit von dieser Stadt im Libanon (wahr-scheinlich zu Aphaka) sol] er einen uraltenTempel der Aphrodite gegründet haben, Strab.
Kinyras 1190
16, 755. Eustath. zu Dionys. Per. 912. Lukian .de Dea Syr. c. 9. In der Genealogie beiApollod. 3, 14, 3 werden die_ Vorfahren desKinyras, des Gründers von Paphos , nachAssyrien , in das asiatische Aithiopenland, ver-setzt und zugleich an das attische Königshausdes Kekrops angeknüpft: Kephalos, der Sohndes Hermes und der Herse , einer Tochter desKekrops, wurde von Eos entführt und zeugtemit ihr den Phaethon; dessen Sohn Astynooszeugte den Sandakos, der von Syrien nachKilikien zog (wo die Bevölkerung auch semi-tisch war) und dort die Stadt Kelenderis gründete.Dieser heiratete Pharnake, die Tochter desMegessaros, Königs der Hyrieer, welche ihmden Kinyras gebar. Kinyras kam mit einemHaufen Volks nach Kypros und gründetePaphos , und nachdem er sich dort mit Me-tharme, der Tochter des kyprisehen KönigsPygmalion, vermählt, zeugte er den Oxyporosund Adonis und die Töchter Orsedike, Laogoreund Braisia. Diese pflegten (gleich den Buhl-dirnen im Dienste der kyprisehen Aphrodite)infolge des Zorns der Aphrodite Umgang mitfremden Männern, starben aber in Aigypten(„denn in Aigypten war der dorthin vertrageneAdonisdienst nicht mit Unzucht verbunden“),Movers, Phönizier 1, 239 ff. Engel 2, 130 ff.Des Kinyras Gemahlin heifst gewöhnlich Ken-chreis, deren Name an das attische Salamiserinnert; sie gebar ihm die Myrrha oderSmyrna, Ov. Met. 10, 435. Hyg. f. 58. Engel2, 126. 565. — Die Sagen von der hellenischenKolonisation in Kypros, welche in die Zeitdes trojanischen Kriegs verlegt werden, ziehenden Kinyras, den Vertreter der phoinikischenVorzeit, in ihren Bereich, Engel 1, 205 ff.Schon Homer (II. 11, 20) kennt den Kinyras,König in Kypros; er gab dem Agamemnon einen kostbaren Panzer als Gastgeschenk, als dieKunde von dem Unternehmen gegen Troja bisnach Kypros gedrungen war, vgl. Theodoros b.Boissonade, Anecd. 1, 263. Die spätere Sagespricht von einem Zerwürfnis des Agamemnon und Kinyras. Alkidamas in der Rede gegenPalamedes erzählt, Palamedes sei zu Kinyrasgeschickt worden, um ihn zur Teilnahme amtrojanischen Krieg zu bewegen, habe ihm abergeraten, nicht mitzuziehen. Nach seiner Rück-kehr habe er den Griechen gemeldet, Kinyraswerde 100 Schiffe senden, keins jedoch seidavon erschienen. Nach andern Erzählungennahmen*die Griechen bei ihrem Zuge nachTroja ihren Weg über Kypros und wurden vonKinyras herrlich bewirtet, der sich auch ver-pflichtete, ihnen Lebensmittel nach Troja zuschicken; aber er hielt sein Wort nicht undwurde deshalb von Agamemnon verflucht.Oder Kinyras versprach dem Menelaos zuPaphos , 50 Schiffe nach Troja zu schicken;aber es kam nur eins, die übrigen hatte eraus Thon fertigen lassen und mit thönernerMannschaft besetzt. Dieser Trug und Hohnerregte den Zorn des Agamemnon ; nach seinemAbzug von Troja kam er nach Kypros undnahm das Reich des Kinyras ein, Eustath. u.Schol. zu II. 11, 20. Theopomp . b. Phot. cod.176 p. 202 (fr. 111 b. Müller, fr. hist. gr. 1
38 *
io
20
30
40
50
SO