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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1203-1204
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1203 Kirke (in der Argonautensage)

Kisar 1204

nisehen Zeit, als man die Argonauten auch indas westliche Meer führte, ist die Kirkesageunter Benutzung der homerischen Andeutungenmit der Argonautensage verbunden worden;wie äufserlich dies aber geschehen ist, beweistam besten die Erzählung des Apollonios Rhod.

4, 659 ff., in der Kirke zur Entsühnung desflüchtigen Paares benutzt wird, um sofortwieder zu verschwinden. Auch der NameKigxcuov oder πεδίον Κίρκης in Kolchis darf lnicht zum Beweis einer älteren Verbindungangeführt werden; dieselben Schriftsteller, dieaus einer Anzahl zweifelhafter, von ihnen künst-lich zurechtgemachter Lokalüberlieferungen undNamensdeutungen die Fahrt der Argo ins west-liche Meer zu beweisen versuchten, haben unsauch diesen Namen überliefert: Timaios fr. 9aus Schol. Apoll. Rh. 2, 399 (vgl. damit fr. 6aus Diod. 4, 56), wahrscheinlich aber auchTimagetos und Timonax (s. die fragm. aus den 2Apollmiiosscholien bei Müller, fr. h. 4, 519. 522);vgl. Apoll. Rh. 2, 400 und Schol. Eustath. z.Dion. Per. 692. Etym. M. Suhl. s. v. Plinius6, 13; nach Apollonios auch Val. Flacc. 5, 327.

6, 426. 7, 544: Oircaeus Campus. Am eigen-tümlichsten handelte von Kirke bei den Kolehern(im Taurenlande) Bionysios Slcytobrachion. des-sen Erzählung bei P)iod. 4, 45 (vgl. Schol. Ap.Rh. 3, 200) vorliegt; nach ihm ist Kirke dieTochter des Aietes und der Hekate, Schwester 3der Medeia , eine berüchtigte Zauberin nachdem Beispiel der Mutter. Mit dem König derSarmaten verheiratet, tötet sie diesen und be-geht so viele Verbrechen, dafs sie aus demLande vertrieben wird; nach einigen soll siesie mit ihren Frauen auf einer einsamen Inseldes Ocean gelebt haben (dem homerischenAiaie·?), nach anderen nach Circei in Italien gewandert sein. Auch Apollonios Rhod., derKirke nach Homer als Tochter des Helios und 4der Perse bezeichnet (4, 591) berichtet (3, 308 ff.),dafs Kirke auf dem Wagen ihres Vaters nachTyrrhenien gekommen sei (vgl. 4, 850 ακτήνΑίαίην Τνραηνίδος ητϊείοοιο ; nach Apolloniosauch ApoTlod. 1, 9. 24, 5. Val. Flacc. 7, 217 ff.120).*) Als Iasonund Medeia an demWohnsitz derKirke landen (4, 661 t|ov Αίαΐης λιαίνα κλη-τόν , vgl. Lyl·. 1273 f. τνραιν μαχεδνάς άμφιΚιρκαίου νάπαςΑργονς τε κλεινόν όρμον Αΐή-την μέγαν und Schol.). treffen sie dieselbe am 5'Gestade, wohin sie durch nächtliche Träumeerschreckt gekommen ist, um sich Haupt undGewänder in den Fluten des Meeres zu waschen;ihr folgen wilde Gestalten, aus mancherleiLeibern verschieden geformt, Gebilde devfeuchten Erde. Sie will die Gefährten Iasons in ihren Palast locken; aber dieser hält siezurück und begiebt sich allein mit Medeia dahin; hier werfen sie sich als Schutzfliehendevor den Herd, bis Kirke sie durch ein Ferkel- 6

*) [Nach. Tyrrhenien weist wohl auch die bisher über-sehene Notiz beim Schol. z, Theokr. id. 2, 15: εχι καί vvvev χω Σεληναίοι όρει ολμονς δεικνϋοναι χης Μήδειας,και Κίρκης, £ν οις εκοπχον χ'α φάρμακα.Wahrscheinlichist dieses Σεληναίον δρος identisch mit dem ακρον Σελίρης( Ptol . 3, 1, 4) bei der etruskischen Stadt Luna (= Σελη-νης πόλις b. Strab. 222 u. Steph. Byz. s. v.). Ygl. Roscher,Selene u. Verwandtes S. 15. K.]j

opfer reinigt. Als aber Medeia Schuld undSchicksal gebeichtet hat, werden sie sofortvon der Göttin entlassen. (Kurze Hvpothesisdieser Erzählung bei Apollod. a. a. O.). DerDichter der Orphika (v. 121212431, der Kirkeeine Tochter des Helios (Hyperion) und derAsterope (v. 1222) nennt und ihr Haupt miteiner Strahlenkrone schmückt (v. 1224 f., s. diebildlichen Darstellungen unter 1), läfst zwarauch nach dem Vorgänge des Apollonios das Iblutbefleckte Paar zu Kirke gelangen, aber jseinem Plane gemäfs diese die Sühnung ver- i

weigern und dem Orpheus übertragen, der !

sie bei dem Vorgebirge Malea vornimmt(v. 1371 ff.). Aus dem Gesagten dürfte sichergeben, dafs die Verflechtung der Kirke indie Argonautensage keine Spur alter Über-lieferung aufweist.

5) Kirke und Glaukos. AlexandrinischenCharakter trägt auch diese Erzählung. Skylla ,von Glaukos (s. das. Bd. 1 Sp. 1684) geliebt,weist seine Werbung zurück; dieser bittetKirke um ein Zaubermittel, welches ihm dieLiebe der Verschmähenden gewinnen soll. DieZauberin, die ihrerseits Glaukos liebt, mischtaus Eifersucht in das Wasser, worin sich Skylla

zu baden pflegt, ihre Gifte und verwandelt sie ;in das Ungeheuer, das ihren Namen trägt. Sohatte vielleicht die Athenerin Hedyle (3. Jahrh.)erzählt {Athen . 7, 297 b ); nach alexandrinischerVorlage dichtete Ov. Met. 14, 174; vgl.Hyg. f. 199 (Myth. Vat. 1, 3. 2, 169). Sen.Verg. Ecl. 6, 74. Aen. 3, 420. Nach einerÜberlieferung bei Serv. Verg. Ecl. 6, 74 (vgl.Tzetz. z. Lylt. 754) ist Poseidon an die Stelledes Glaukos zu setzen.

6) Kirke und Kalchos (s.d.). In das Ge-biet des Romans fällt die Erzählung bei Parth.erot. 12; Der Daunierkönig Kalchos verliebtsich in Kirke und darf ihr so lange dienen,bis Odysseus kommt; da wehrt sie ihm denZutritt zu ihrer Insel. Als er in seinen zu-dringlichen Werbungen nicht nachläfst, ladetsieihn hinterlistig zum Mahl, um ihn durch ihreZauberkräuter in ein Schwein zu verwandeln;erst die drohende Ankunft der Daunier veran-lafst sie, den König freizulassen. [Seeliger.]

KirpheYs = Kriphe'is (s. d.).

Kirrha {Ki§oa), Nymphe, nach welcher diegleichnamige Stadt in Phokis benannt war,Paus. 10, 37, 4. [ Gerhard, Arch. Ztg. 23 S. 104u. 117 vermutet K. in einer Figur auf einerVase des Brit. Museums, welche Apollon zuDelphi mit Nymphen und Thiasoten darstellt,während andere sie als Opora deuten (vgl.

Taf. 202, 2). [Roscher.] [Stoll.]

Kirris (Kiggis) = Kiris (s. Adonis ).

Kisalaudenos (KiealavSrivog), Beiname desApollon auf einer Inschrift aus Smyrna, Kon-toleon in Mitt. d. deutschen arch. Inst. 14, 96nr. 28. Auf einer anderen Inschrift aus Smyrnaheilst der Gott KieavloSSrivog, Kontoleon a. a. 0.

97. Reinach in Revue archeol. 15 (1890), 288.

[Höfer.]

Kisar. Nach Damascius , Quaestiones deprimis principiis ed. los. Kopp. Francof. 1826p. 384 cap. 125 treten in der babylonischenSchöpfungssage folgende Wesen auf: