1323 Kora u. Demeter (Gott . d. Landbaues)
Myth. 'Forsch. S. 235. Er ist ihr dann in denDenkmälern vielfach mit den Ähren zusammenals Attribut gegeben, s. besonders die DemeterRondanini (Sp. 1361) und vgl. Callim. h.in Ger. 45.Theoer. Id. 7, 157. In Mekone, der Mohnstadt,dem späteren Sikyon, soll ihn die Göttin entdeckthaben, Etym. M. 583, 55; vgl. Callim. frgm.195 (Schneider). Cereale papaver, Verg. Georg.1, 212. — Servius z. d. St. und zu Georg. 1, 78läfst Demeter durch Mohn ihren Schmerz um denRaub der Tochter betäuben; Verwandlung einesvon Demeter geliebten Atheners Mykon (Mekon)in Mohn erzählt Serv. a. a. 0. — Wenn auch dieObstkultur, und sogar ausdrücklich die Feige,gewöhnlich Dionysos unterstellt ist ( Sosib. beiAthen . 3,78°. Eust. inOd. 1964,15. Hesych. s.v.EvKsarrjg), ist doch die Feige nach attischerÜberlieferung auch ein Geschenk Demeters anden Heros Phytalos gewesen, der sie im DemosLakiadai aufgenommen, Paus. 1, 37, 2; siehe(Boßler, De gent. Att. sac. S. 51 f. Bötticher,BaumJcultus S. 437 und im Philol. 22 S. 271.Nach Toepffer, Att. Geneal. S. 247 ff. ist D. hieran Stelle der alten Landesgöttin Athena ge-treten, während Phytalos der Rest des mitdieser verbundenen Poseidon Phytalmios ist. —Die Weihung von Baumfrüchten anDemeterwird für Phigalia, Lykosura und Myka-lessos bezeugt.*) — Auch die Bienenzuchtwird zu den Werken der Demeter gerechnet.Aus dem Leibe einer auf dem Isthmos wohnen-den Frau, welche von den anderen Weibern zer-rissen wurde, weil sie die ihr von Demeter an-vertrauten Weihen nicht verraten wollte, sollendie Bienen entstanden sein, Serv. ad Verg. Aen.1, 430. Melissai war ein Name von Priesterinnenund Mysten der Göttin, Callim. h.in Apoll. 110.Porph. Antr. N. 18. Schol. Find. Pyth. 4, 104.Schol. Theoer. 15, 94, und gelizdögg ein Beinameder Kora, Theoer. Id. 15, 94. Porph. a. a. 0.; vgl.Roscher, Neid. u. Ambr. S. 57. Maafs, De Aesch.Suppl. S. 37. Wachs wird ihr dargebracht inPhigalia. — Endlich wird auch Demeter alsHerdenschützerin angerufen, Kallim. H.inCer. 137 cpsqßs ßoag, tpsgs (täZcc, wobei man jialamit weitgröfserem Rechte für Schafe als für Apfelhalten wird, ebenso wie die Malophoros vonMegara, Selinunt und Byzanz sicher eine Göttindes Herdensegens ist. Ein Epitheton ßoxsiQa,Hirtin, erwähnt. NiJeetas bei Westermann , My-thogr. gr. S. 356. TavQOTtolog heilst sie in derInschrift Dittenberger, Inscr. Meg. Orop. Boeot.2793 und auf Münzen von Tralles. Auch dasihr geltende Priestertum der IloigsviScn, dasToepffer, Att. Geneal. S. 310f. ganz ohne Be-rechtigung in Athen lokalisiert, deutet darauf,Hesych. s. v. — Robe Schafwolle wird unterden Weihgaben an die Demeter von Phigalia erwähnt, Paus. 8, 42, 11.
Demeter wurde ihren Gaben gemäfs natürlicham meisten vom Landvolke verehrt. Hes.Op. et d. 465 ff. weist seinen Bruder Perses an,Demeter beim Pflügen schon um Gedeihen derSaat zu bitten, was Arrian. diss. Epict. 3, 21,12als allgemeinen Brauch hinstellt, s. auch Nic-arch. in Anth. gr. 2, 351. Wenn Hes. a. a. 0. ihr
*) Die Quellennachweise für die lokalen Kulte undBräuche findet man im Abschnitte B (Sp. 1288—1311).
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den Zeus Chthonios an die Seite setzt, so gab esin Athen sogar nach C. I. A. 3, 77 einen ZeusGeorgos. Mit dem Regengotte, dem Zeus Hyetiosfinden wir sie nicht nur in Lebadeia verbunden;ganz agrarisch istauch die ZusammenstellungbeiPlut. Sept. sap. conv. 15 von Demeter Proerosia ,Zeus Ombrios und Poseidon Phytalmios. DerKranic h, über dessen Bedeutung fürWetter undLandbau man Hes. Op. etd. 448 und Theolcr. 10,32 nachsehe, ist ihr Herold, Porph. de abst. 3,5;vgl. das Vasenbild bei Gerhard, A. V. 46 =Overbeck, Atlas z. K.-M. Taf. 15, 19. Als länd-liche Gottheit wird Demeter genannt von Hut.Quaest. conv. 9, 14, 4. Lang. Pastor. 4, 13.Serv, ad Verg. Ecl. 5, 79. ad Aen. 2, 713, undvon dem Schwure bei Demeter sagt Schol. Ar.Plut. 64, dafs er besonders für Landleutecharakteristisch sei. Landleute, welche sicharbeitsmüde zur Ruhe setzen, weihen der Göttinihre Gerätschaften, Antiph. Bys. in Anth. gr.2, 170. Philipp. Thessalon. ebd. 2, 217. "Wievor der Saat, so wird ihrer natürlich auchhei der Ernte gedacht; Korn und Hülsenfrüchtewerden ihr geweiht, Diod. Zon. in Anth. gr. 2, 80.Unter den Festen, welche Demeter in Anlehnungan die verschiedenen Stadien des Landbaues imJahre gefeiert wurden, sind uns mehrere nur demNamen nach bekannt, ohne dafs wir auch nurangeben können, ob es staatliche oder privateFestlichkeiten gewesen sind. Ganz allgemeineNamen für die Erntefeste sind Καλύβια undevyn ομιατήρια·, s. besonders Schol. Ven. B.Hom. I 534 und die Belegstellen bei Stephanuss. v.; vgl. Band, He Diipoliis S. 35 ff.
Unter den lokal bestimmbaren Festen sinduns näher bekannt vor allem einige athenische.Vor der ersten Anssaat wurden daselbst dieProerosien, auch Proarkturien ( Hesych.s. v. προηροβία) genannt, gefeiert. Hesych. s. vv.προηροοία, πραταροβίαι, πρηροαία·, Pilot. Suid.Harpocr. s. v. Etym. M. 688, 44. Bekker, An.gr. 294. Die Kultlegende derselben besagt,dafs einst bei einer ganz Griechenland ( ScholAristid. Panath. 105, 18. 196, 12) oder gar dieganze Welt (Schol. Ar. Plut. 1065. Equ. 726.Suid. s. v. ΕΙροοιώνη· Suid. u. Harpocr. s. v."Αβαρις) heimsuchenden Hungersnot (so Scholl.Ar. Plut. u. Equ. ohne Zweifel richtig, dieanderen Quellen machen mifsverständlich λοι-μός aus λιμός) das delphische Orakel (nachPliot. a. a. 0. das elische) zur Abwehr desÜbels befohlen habe, von allen Orten dieχαΐ nach Athen zu bringen (vgl. die InschriftenBull, de corr. hell. 4 S. 226 und Έφημ. αρ%.1883 S. 123), die von den Athenern im Namenaller als Proerosien der Deo zu opfern seien,ein von der Rhetorik mehrfach berührtesVerdienst Athens , Aristid. Panath. 196.Liban. Corinth. 4 p. 367 (Reiske). Die Ein-setzung des Festes wird von den verschie-denen Gewährsmännern verschieden datiert;sie schwankt zwischen 01. 3, 21 und 53, s. Suid.und Harpocr. s. v. Άβαρις. — Mommsen,Heortol. S. 76 setzt sie nach Sauppe, Or. Att.2, 271 in solonische Zeit (01. 56) und nimmtals ihren Stifter Epimenides an; er sieht mden Proerosien den Ersatz für die ursprüng-liche agrarische Bedeutung der Eleusinien