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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1329-1330
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1329 Kora u. Demeter (Thesmophoros)

dessen Thesmophorien wir am besten unter-richtet sind, linden wir solche ausdrücklichbezeugt, oder auch durch analoge charakte-ristische Kultgebräuebe angedeutet in Thessa-lien für Halos, für Alponos, Drymaia;in Boiotien für Theben, Orchomenos undKoroneia; ferner für Eretria, Megara , Si-kyon, Troizen, Aigina, Argos,Lakonien (speziell noch für Aigila), Achaja, Pellene,Pheneos, Megalopolis, Pallantion undM an t in eia. Von den Inseln kannten diesenKult nach unseren Quellen Delos, Pa ros,Samos, Rhodos und Kypros(?). Aus Klein-asien sind hier Gambreion, Smyrna , Ery-thrai, Ephesos, Priene und Milet zunennen. In dem hellenistischen Ägypten nahmIsis (s. d.) auch diese Wesenseite der Demeterauf ( Diod. Sic. 1, 14, 3), neben der aber diegriechische Demeter Thesmophoros ihre Stättein Alexandreia und Arsinoe hatte. ImNorden ist dieselbe für Abdera und fürPantikapaion bezeugt. Im Westen be-. gegnen wir ihr in Tarent , in Pompei undin Neapolis; der römische Kult der BonaDea(s. d.) enth'älthauptsächlichthesmophorischeElemente, die auch in einem ieiunium Cereris,das im Oktober zu Amiternum gefeiertwurde, unverkennbar sind, Inscr. regn. Neap.S. 309; vgl. Welcher, Gr. Götterl. 2 S. 510.Sehr verbreitet war dieser Kult auch in Sicilien(.Heraclid. bei Athen. 14, 647), so in Syrakus ,Akrai, Katana und Enna , vgl. Ebert Eiks-luav, und schliefslich müssen wir ihn auchnoch für Kyrene annehmen.

Im Grunde genommen ist Demeter alsThesmophoros ganz dieselbe Potenz wie dieSpenderin der Brotfrucht, das empfangendeund gebärende weibliche Prinzip imGegensätze zu dem befruchtenden männlichen,d. h. die Gemahlin des Himmelsgottes, mit demvereint sie als ältester Kern einer vorhomeri-schen Religion anzusehen ist zu jener Zeit,die dem durch politische Kompromisse undpoetische Fiktionen geschallenen Götterstaatevoraufging. Es ist natürlich, dafs diese Göttinin ganz hervorragendem Mafse als Schützerinder Frauen und ihrer ehelichen Rechte galt,wie diese Rechte ja auch verschiedent-lich als ateffftof bezeichnet werden, so Hom,296; Sopfi. Ant. 799; Plut. Conj. praec. 1;Ael. Var. hist. 12,47; Schol. Aristid. 22 (ä&soycogcvyysvofiivrj)·, Heliod. 1, 25.Cara iugavitCorpora connubiis, sagt von dieser DemeterCalvus bei Serv. ad Verg. Aen. 4, 58. DiePriesterin der Demeter vollzieht die Ehe-schliefsung (Plut. a. a. 0.) oder in der späterenägyptisierenden Zeit das Kultpersonal der Isis,Achill . Tat. 5,14; Phot. Bibi. Vit. Isid. 551; vgl.Lobeck, Aglaoph. S. 660. Dido opfert der Cereslegifera als Hochzeitsgöttin bei Verg. Aen. 4, 58;Demeter soll einer Hetäre einen Mann ver-schaffen bei Älkiphr. Ep. 2, 2; vgl. Preller, D.«· P. S. 353. Eine Hochzeit der Demeterselbst scheint ätiologisch zu Grunde gelegtzu sein, Plaut. Aulul. 2, 65, vgl. Serv. adVerg. Georg. 1 , 344; Macrob. Sat. 3, 12.Als Göttin der Weiblichkeit sorgt DemeterThesmophoros natürlich besonders für die Er-

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zeugung und Aufziehung der Kinder. Oftwird die Kindererzeugung mit der Bestellungdes Feldes verglichen; οπείρειν, άρονν, ararewerden sehr oft für die menschliche Begattunggebraucht; eine grofse Anzahl Beispiele beiPreller, Dem. u. Pers. S. 354ff.; besonders wich-tig Aeschyl. Sept. 754; Soph. Oed. Col. 149u. a.m.; Eurip. Phoen. 18; Hom. T303. Geradein den vordorischen Kulten spielen diese Be-ziehungen eine bedeutende Rolle. Den Zu-sammenhang ihres alten, besonders in demBinnenlande der Peloponnes üblichen NamensΕλε vahct,Ελενβία,Ελεν&ώ, Έλενβινία mitΕίλεί&ια weist zur Evidenz nach Toep >ffer, Att.Geneal. S. 221. Die Identität dieser Göttinmit der D. Achaia ist nicht zu bezweifeln,und merkwürdigerweise nennt uns eine Sessel-inschrift aus dem Dionysostheater die Priesterinder Αημήτηρ ΚονροτρόφοςΑχαία, C. I. A. 3, 373.Auch in Samos soll die Κονροτρόφος (s. d.)auf thesmophorische Art verehrt worden sein,Ps.-Hdt. Vit. Hom. 30; indessen scheint dasnahe Zusammenliegen von Apaturien _ undThesmophorien nur auf willkürlicher Über-tragung athenischer Verhältnisse zu beruhen.Der samische Beiname ΈνέΙνβκις sowie dertarentinische Έπιλνσαμένη sind ebenso auf diegeburtshelfende Thätigkeit der Göttin zu be-ziehen. Im Mythus erscheint D. als κονρο-τρόφος bei Demophon, Triptolemos und Ortho-polis; über einige Terrakotten, in welchen manD. mit dem Iakchoskinde als κονροτρόφος er-kennen wollte, s. unten.

Erst aus dem Beinamen Thesmophoros herauswurde Demeter später zur Hüterin der Ge-setze schlechthin gemacht und als solche beson-ders beim Heliasteneide mit Zeus und Apollon an-gerufen, Demosth. in Callipp.il·, in Timocr. 151;Pollux, On. 8, 122; Dinarch in Schol. Aeschin.Or. 1, 114; vgl. Ar. Vesp. 629. 1442. Auch inKreta (C. I. Cr. 2567) und in Syrakus ( Diodor19,5; Plut. Dion. 56) finden wir sie als Schwur-göttin, sowie auch die Erythraier bei ihrschwören, C. I. A. 1 , 9.

An der späteren Auffassung der Thesmo-phoros war aber nicht nur die Ehegöttin be-teiligt; auch die alte grofse Landesgöttin,welche auf den Burgen von Theben hieram sichersten als Thesmophoros, identisch mitHarmonia , vgl. Preller, D. u. P. S. 359 ff.,Megara, Phlius und Argos und als Schütze-rin der Pyläischen Amphiktyonie (wie auch spä-ter des achäischen Bundes) verehrt wurde, warhier hinzugekommen. Darauf beruht dann ebensowie auf der falschen Auffassung des WortesThesmophoros die später oft wiederholte Ver-sion, dafs Demeter überhaupt zuerst Gesetzegegeben und somit als Schöpferin der bürger-lichen Ordnung anzusehen sei, Orph. Arg. 27 ;Kallim. H. in Ger. 19; Plin. H.N. 7,191; Cornut.28; Diod . Sic. 5, 5. 68; Calvus bei Serv. adVerg. Aen. 4,28.*) Eine Demeter ομόνοια τοϋκοινού kennen wir aus der Inschrift Bull, decorr. hell. 3 S. 510ff. Auch hier wurde alsVermittler ihr getreuer Triptolemos, der spä-tere Unterweltsrichter, genannt, dessen drei

*) Et leges sanctas doeuit et cara jugavit corpora,conuubiia et magnas condidit urbeg.

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