Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1331-1332
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1331 Kora u. Demeter (Thesmophoros)

grundlegende Satzungenyovsig tiyäv,&sovgnagnoig äyccXlsiv undJröa firj aivsa&ai vor-schrieben, Hermippos und Xenolcrates bei Por-phyr. de ah st. 4, 22. Auch als Göttin desrichtigen Maises verehrte man sie, vgl. G. I. G.123; in Samos stand ihr Bild im Hause derdyogavoyoi ( Bull. de corr. hell. 5 S. 479), undals Mutter der Rhamnusischen Nemesis galtsie nach Sehol. Eur. Rhes. 342. In ursäch-lichen Zusammenhang mit dem Ackerbau setzteman die Gabe der &£B(iol, indem man durchdie aus der neuen Nahrung entspringendenneuen Lebensbedingungen die friedliche Ord-nung der Besitzverhältnisse begründete, s.Isocr. Panegyr. 28; Gornut. a. a. 0.; Serv. adVerg. a. a. 0.; Schol. Giern. Al. 2, 19; Porphyr,de dbst. 2, 12; Schol. Luc. Dial. mer. 2, 1 imRh. Mus. 25 S. 549; vgl. besonders Preller, D. u,P. S. 350 f.; K. F. Hermann, Priv.-AltA S. 100. Schliefslich galt Demeter als Begründerinder Civilisation überhaupt, der die Menschensogar erst den aufrechten Gang verdankten,Schol. Pind. Ol. 9, 150; Etym . M. 743, 25.

Die weitverbreiteten Feste der DemeterThesmophoros haben ihren Charakter am rein-sten bewahrt, und nur durch sie sind wirauch im stände, die Grundbedeutung ihresWesens festzustellen. Allgemein sind die Thes-mophorien ein Weiberfest; nach Aristoph.Eccl. 223 gehört die Thesmophorienfeier zuden althergebrachten Weiberbeschäftigungenwiekochen, backen und ehebrechen. Mitwelcher Gefahr für einen Mann die Belauschungdieses Weiberfestes verbunden war, zeigen amdrastischsten die Thesmophoriaziisen des Aristo-phanes-, vgl. auch die Geschichte des Battos vonKyrene , derwegen seiner Neugier von den Thes-mophoriazusen entmannt wurde, Suidas s. vv.d-soyoepogog und atpantgiai. Dafs diese Beschrän-kung auf die Weiber aber nicht nur athenisch,sondern eine allgemein übliche Besonderheit desFestes war, in Boiotien wie in der Peloponnes , inden östlichen Kolonieen ebenso wie in den nörd-lichen und westlichen wird durch eine grofseAnzahl von Zeugnissen aller Zeiten bestätigt;vgl. 1Idt. 6, 16; Xen. Hellen. 5, 2, 29; Cic. inVerr. 4, 99; 5, 187; Parthen. Erot. 8; Flut.Solon . 8. Quaest. graec. 31. de Is. et Os. 69;Paus. 1 , 43, 2; 4, 17, 1; 8, 31, 8. 36, 6; Diog.Laert. 9, 43; Epiphan. 1 , 1092 a ; Athen . 2,46^;Ps.-Plat. Epist. 7, 94. Aus dieser Beschrän-kung geht aber auch am klarsten hervor, dafsdas Fest nicht, wie man früher annahm, derGesetzgeberin im allgemeinen, nicht derSchöpferin und Hüterin der bürgerlichen Ord-nung gegolten haben kann, sondern nur derWahrerin der Weiberrechte im Staate, d. h. derGöttin der gesetzlichen Ehe. Am meistenwissen wir von der attischen Feier, währendnur vereinzelte Notizen uns ähnliche Bräucheoder auch Abweichungen von anderen Kult-stätten berichten.

Die Jahreszeit war die der Wintersaat, derMonat Pyanopsion, Plut. vit. Dem. 30; de Is.et Os. 69. Der Monatstag des Hauptfestes undvorletzten Festtages Npatsia, an dem auchdie aristophanische Komödie spielt, wird vonPlut. vit. Dem. 30 unrichtig als der 16. be-

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zeichnet; auf den 12. fiel er nach Schol. Ar.Thesm. 80; Hesych. s. v, άνοδος-, Phot. s. v.ϋ-εβμοφορίων ημέραι. Aristoph. Thesm. 80 wirddieser Tag τρίτη und zugleich μέβη des Festesgenannt; letztere Bezeichnung auch v. 375 undAthen . 7,307 f . Mommsen, Heortol.S 243nimmtan, dafs τρίτη den 3. Tag der attischen Woche be-zeichnet, und will die Νηατεία auf den 13. legen, jwas bei dem entschiedenen Widerspruche derQuellen unzulässig ist. Als sicher können wirannehmen, dafs am 10. Pyanopsion auf demVorgebirge Kolias im Demos Halimus ein Festder athenischen Weiber gefeiert wurde, an daseich die άνοδος in die Stadt am 11. anschlofs.

Der folgende (12.) Tag wird μέαη oder auchΝηατεία genannt und als Schlufs folgt am 13.das ΚαΙΙιγένεια genannte Fest. Durch dieBezeichnung μέαη für den vorletzten Tag wer-den wir auf ein dreitägiges zu Grunde liegen- Ides Fest geführt, wie es u. a. auch von Abdera 'und aus Lakonien bezeugt ist. Aus der Pro-zession nach Halimus geht aber deutlich her-vor, dafs dieses Fest erst durch ein Kompro-mifs d.h. die Zusammenlegung eines städtischenund eines Demenfestes entstanden ist. Diealte städtische Feier wird nur dreitägig ge-wesen sein, und ihr Mitteltag wird die Be-zeichnung μέαη im Volksmunde nicht nur inder ältesten Zeit geführt, sondern auch dannnoch beibehalten haben, als dieses Fest umeinen Tag, den 10. des Monates, vermehrt wurde.

Nach Ovid . Met. 10, 434, der höchst wahr-scheinlich che attische Feier oder eine diesernachgebildete im Auge hat, bereiten sich dieFrauen durch neuntägige Enthaltsamkeit, d. h.vom 1. bis zum 9. Pyanopsion, auf das Festvor. Als antiorektisch dienen ihnen hierzuverschiedene Pflanzen; Plin. Η. N. 24, 59 nenntKeuschlamm, vitex, einen der Weide ähnlichenBaum, d. h. griechisch αγνός, Ael. Nat. an. 9,26;χόννξα nach Schol. Theocr. 4, 25 und Schol. Nie.Ther. 70; κνέωρον nach Hesych. s. v. Am Vor-abende des 10. Tages Schol. Ar. Thesm. 834sagt am 9. begann das eigentliche Fest mitden Stenia, in welchen Scherz- und Sehm'ah-reden ein wesentliches Element bildeten, Eubul.bei Phot. s. v. Στήνια; Hesych . Suid. s. v. DieWeiher begeben sich noch während der Nachtin den Demos Halimus, wo auf dem Vorge-birge Kolias ( Hesych. s. v. Κωλιάς) ein Αήμητρο;ιερόν πολνβτνλον lag. Die Feier daselbst fandam 10. statt, Schol. Ar. Thesm. 80; Phot. s. v.&εαμοφορίων ημέραι, welcher diesen Tag alsΘεαμοφόρια schlechthin oder auch als &εομο-φορία bezeichnet; vgl. Rohde im Rhein . Mus.

25 S. 551; Robert im Hermes 20 S. 374. Überdie Details ist naturgemäfs nur sehr wenigbekannt; dafs auch Reigentänze dazu gehörten,behauptet Plut. Sol. 8; vgl. Polyaen. Strot. 1,20.

Als Halimusische Mysterien wird das Fest vonGiern. Al. Protr. 2, 34 und Arnob. 5, 2 bezeich-net; ob aber eine wirkliche Einweihung zurZulassung erforderlich war, oder die Bezeich-nung Mysterien nur vom männlichen Stand-punkte aus gewählt ist ( Hdt . 2, 171; vgl. PW.fr gm. inc. 84, Dübner), steht dahin; uribedingtsicher ist eine formelle Weibe nur für Smyrnabezeugt, G. I. G. 3194, und die dortige Thesmo-