1343 Kora u. Demeter (i. d. ältesten Kunst)
Kora u. Demeter (i. d. ältesten Kunst) 1344
den sitzenden Typus charakteristischen Schleier.Der Kopftypus ist völlig bedeutungslos. — EineSonderstellung in dieser Gruppe nimmt (Abb. 1)durch die Gewandung die Figurnr. 1 bei Kekule _a. a. 0. Taf. 4ein; hier ist der Überschlag desChitons so kurz, dafs unter ihmdie Gtirtung noch zum Vor-scheine kommt. Hierdurch ent-steht eine Ähnlichkeit in der ioGewandung mit einem beson-ders wichtigen statuarischenTypus der Demeter, der, wiewir unten sehen werden, seineVerbreitung, wenigstens höchstwahrscheinlich, einem in Eleusis befindlichenVorbilde verdankte. — Nichts hat mit diesemTypus die archaische kleine Figur aus Calta-
2) Münze von Me-tapont (nach. Over-beck, IC. M. 3 Münzt.7, 7). S. Sp. 1344,5.
girone bei Kekule Taf. 3, 1 zu schaffen, welchein der R. einen Mohnkopf (eher als Granat- boapfel) hält und deshalb Demeter oder Perse-phone benannt werden mufs.
Während wir — vielleicht abgesehen vonder einen Kamariner Terrakotte — das Ver-hältnis dieser Denkmälergruppe zur grofsenPlastik in keiner Weise bestimmen können,gewähren uns unter den Miinztypen einigewenigstens für den Kopf einen, gewissen An-
halt. Hier ist ohne Zweifel auf statuarischeVorlage zurückgegriffen worden. Wir könnenuns hier ganz auf die von Overbeck auf seinerMünztafel 7 getroffene Auswahl beschränken.Den archaischsten Eindruck macht nr. 7, einDi-drachmon von Metapont (Abb. 2). Der Reversenthält die auf Metapontiner Münzen so häufigeÄhre, während die neben dem Kopfe sichtbareFackel mit Querhölzern für diesen die Be-zeichnung Demeter sichert. Das metapontischeKultbild der Göttin wird, wie die meistenlitterarisch überlieferten Demeterbilder, einSitzbild gewesen sein; wenigstens spricht derSchleier auf der Münze dafür, da dieser fürden sitzenden Typus besonders charakteristischist. Die Ähren im Haare, auf den übrigenMünzbildern fast ausnahmslos vorhanden, fehlenhier. Die Haartracht — eine Lockenumrahmungder Stirn — unterscheidet diesen Kopf beson-ders von allen anderen, bei denen das Haarnach hinten zurückgestrichen ist. Die nächst-älteste Münze ist wohl die von Paros (a. a. 0.nr. 1); sie zeigt schon die Haartracht, wiesie von nun an für den Schleiertypus charak-teristisch wird, und schliefst aufserdem nochdurch den Ährenkranz jeden Zweifel an derBenennung ans. Besondere typische Merk-male sindin der Gesichtsbildung nicht enthalten;es sind Köpfe, welche bei anderen Attributen,wie die meisten weiblichen Köpfe der archaischenZeit, auch jede andere Benennung zulassen wür-den. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die chro-nologische Reihenfolge der Overbecksch&n Typen1—12 fixieren, wobei nur auf das Alter desTypus, nicht auf die zufällige Prägungszeitder. Münze Rücksicht genommen wird. Sieist: 7, 1, 6, 3, 2, 11, 9, 10, 12, 5. Nr. 4 undnr. 8 sind so schlechte Stempel, dafs sie einederartige Bestimmung nicht zulassen undauch für die Geschichte des Typus unwesent-lich sind.
Die schwarzfigurige Vasenmalereiist zu keiner anderen Charakterisierung derGöttinnen als zu der ganz äufserlichen durchBeischriften oder redende Attribute gelangt. DieDemeter der Fran^oisvase (beste PublikationWien . Vorl.-Bl. 1888 Taf. 3), durch Beischriftkenntlich, schreitet neben Hestia und Chariklo,nur durchdas ganzbedeutungsloseG ewandmustervon ihnen unterschieden. Ihr entspricht genaudie inschriftlich bezeicbnete Demeter in demVasenbilde des Sophilos, Athen . Mitt. HTaf. 1. Bei der Äussendung des Triptole-mos erscheint mir die Anwesenheit derbeiden Göttinnen gesichert nur auf dem sf,Vasenbilde, Mus. Gregor. 2, 40, 2 = Oett-beck, Kunst-Myth. Atlas Taf. 15, 6, und aufder unpublicierten Vase in München nr. 543.Im ersteren Bilde sind beide Göttinnen äufser-lich einander vollkommen gleich; sie tragendas Scepter, sind schleierlos, und nur durcheine Blume ist die Figur 1. vor der anderenausgezeichnet. — Demeter, nur durch die Bei-schrift kenntlich, ist auf einer Hydria der ehe-mals Feolischen Sammlung in Würzburg (Ger-hard, A. V. B. 1 Taf. 40 = El. ceram. 3, R)im Begriffe auf einen Wagen zu steigen, nebenwelchem Apollon und eine mit dem Diadem