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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1345-1346
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1345 Kora u. Demeter (i. d. ältesten Kunst)

o-eschmückte weibliche Figur stehen; demWagen vorauf schreiten Hermes und eine in derTracht der Demeter gleiche weibliche Figur.Vermutungen über die Bedeutung des Bildess. bei Preller, Griech. Myth. 2 S. 597. Strube,Bilderkreis von Hleusis S. 63.

Von Demeter getrennt ist Persephone alsUnterweltgöttin öfter dargestellt worden.Doch hat die archaische Kunst hierbei auch dasVerhältnis zur Mutter insofern betont, als sie ihrdas Ährenattribut in die Hände gab. So sitztsie, allein durch dieses Symbol kenntlich, ohnejeden königlichen Schmuck Hades gegenüberbei der Bestrafung des Sisyphos in einemschwarzfigurigen Bilde, Gerhard, Auserl. Vasenb.Taf. 87 = Wiener Vorl.-Bl. Ser. E Taf. 6, 6. In den sf. Darstellungen von Herakles Hades-fahrt ist sie öfter anwesend, vgl. J. Schneider,Per Zwölfkampf des Herakles S. 47. Thronendmit Diadem sitzt sie in dem Unterweltspalaste,Mus. Greg. 2, 52, 2 a , während sie mit demDiadem geschmückt herbeieilt auf dem Ge-mälde am Halse einer sf. Hydria bei Gerhard,Asuerl. Vasenb. Taf. 40. Im Unterweltpalastestehend, ohne Schmuck, aber durch die Ährenkenntlich finden wir sie auf der sf. Amphorabei Gargiulo, Collection of the Nat. Mus. 3Taf. 30 (fehlt bei Heydemann und im Museumvon mir nicht gefunden) und in einem ähn-lichen Vasenbilde der Sammlung Faina zuOrvieto .

Chthonische Beziehungen hatte eine Reihelakonischer Reliefe, die Milchhöf er, Athen .Mitteil. 2 Taf. 20 ff. (vgl. Overbeck, Plastik 4 1S. 128ff.) veröffentlicht hat, wobei es voll-kommen unwesentlich ist, ob das Götterpaarselbst gemeint ist, oder ob die Toten unterihrem Bilde heroisiert sind. Persephone throntneben Klymenos - Hades; mit der einen Handhält sie ihren Schleier, in der anderen einenGranatapfel. Eine ähnliche Darstellung bietetein weit reiferes, aber immer noch archaischesRelief von Lokroi Epizephyrioi (abgebildetBd. 1 Sp. 1797), wo für Persephone sich jaauch die Form IIriQiq)6v[ci] wie in Sparta ge-funden hat, vgl. ob. Sp. 1287. Die Göttin throntzur Rechten des Gottes, dem Beschauer näherals dieser, während sie in den lakonischenReliefen stets von diesem verdeckt wurde. Sieträgt den Chiton, den als Schleier über denKopf gezogenen Peplos und im Haare einDiadem. Während in den lakonischen Reliefendie Adoranten einen Hahn darbrachten, hältihn Persephone hier in der R. und in der L.die Ähren. Ist hierdurch schon die Auffassungder Persephone von Lokroi als Demetertochtergewährleistet, so kommt dies auch durch da-selbst gefundene Darstellungen vom Koraraubezum Ausdrucke. In einem lokrischen Reliefehält der unbärtige Hades die durch den Hahncharakterisierte Kora umfafst und ist im Be-griffe sie auf den Wagen zu heben ( Archäol.Ztg. 1870 S. 77. Overbeck, Atlas zur K.-M.Taf. 18, 17). Während in diesem Reliefe derKopf der Göttin zerstört ist, bietet ihn unsein zweites desselben Fundortes (Bull. Nap. 5Taf. 5, 4. Overbeck a. a. 0. Taf. 18, 16); Koraerscheint hier in Formen und Tracht ent-

Roscher, Lexikon der gr. u. röm, Mythol. II.

Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) 1346

schieden jugendlich; die Anthologie wirdhier durch den Blumenkranz im Haare ange-deutet.

Aufserhalb Lokroi kommt der Raub selbstin dieser Periode nur auf einer streng rot-figurigen Amphora aus Nola vor (Museo Na-zionale nr. 3091; abgeb. bei Förster, Raubund Rückkehr der Perseph. Taf. 2. Overbecka. a. 0. Taf. 18, 11). Hier ist das typischeSchema der Liebesverfolgung wie z. B. beiPoseidon und Amymone beibehalten, und nurdurch Scepter und Füllhorn als Plutons At-tribute ist die individuelle Benennung derFiguren ermöglicht. Schliefslich fällt inden Kreis des Koraraubes eine archaischeSilbermünze von Enna, welche die fackel-haltende Demeter auf einem Viergespann zeigt,s. R. S. Poole , Catalogue of the greek coins.Sieily S. 58.

II. Die Denkmäler der Blüte- und derVerfallzeit der griechischen Kunst.

Für die wenigen Darstellungen der Demeterund Kora von der Hand bekannter griechischerKünstler fehlen uns meist die monumentalenAnknüpfungspunkte, so dafs wir uns von ihrerGestaltung keine Vorstellung machen können.Dies ist der Fall für die Werke des älterenund des jüngeren Praxiteles. Für die Gruppedes ersteren, Demeter, Kora und Iakchoss. Paus. 1, 2, 4. Clem. Al. Protr. 62; vgl. dazuGött. gel. Anz. 1871 S. 610 (Benndorf ). Archäol -epigr. Mitt. a. Österr. 4 S. 1 ff. (Klein). Sitzungs-ber. d. Münch. Äk. 1880 S. 435 ff. (Brunn).Overbeck, K.-M. 3 S. 425f. Plastik 3 1 S. 379.Kroker, Gleichnam. griech. K. S. 45 f. DieGruppe des jüngeren Praxiteles hat nachPlin. n. h. 36, 23 zu seiner Zeit in den Servi-lianischen Gärten zu Rom gestanden und sollvon Flora, Triptolemus und Ceres gebildetworden sein, wo Flora jedenfalls durch Kora zu ersetzen ist, mag nun schon Plinius ^ sichgeirrt haben oder mag eine verderbte Über-lieferung anzunehmen sein, vgl. Overbeck,K.-M. 3 S. 565. Im Demetertempel vonBura war nach Paus. 7, 25, 9 eine Marmor-statue der Göttin von dem Bildhauer Eukleidesvon Athen ; der Zusatz Kcdvf/ Afigyrgisetiv ia&rjgbezieht sich aber nicht auf die selbstverständ-liche Gewandung, wie Overbeck a. a. 0. S. 432meint, sondern wohl auf einen Prunkpeplos, mitdem die Statue bei festlichen Gelegenheiten ge-schmückt wurde. Mehr wird man in kurzemvon den Werken des messenischen KünstlersDamophon sagen können, der ungefähr fürEpameinondas dasselbe war, was Pheidias fürPerikies gewesen. Bruchstücke seiner Tempel-bilder für die Heiligtümer der Demeter undDespoina von Megalopolis (Paus. 8, 31, 2) undLykosura (Paus. 8, 37, 3) sind aufgefunden,vgl. Askzlov aq%aiol. 1889 S. 161ff. 170. 202;1890 S. 15. 113, aber leider noch nicht bekanntgemacht*), so dafs wir sie noch unberück-sichtigt lassen müssen.

Die Aufgabe, einen stehenden Typus, einIdeal festzustellen war eine andere bei derHera, Athena, Artemis als bei der ländlichen

*) Auch Photographieen sind nicht erreichbar.

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