1349 Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.)
Am wenigsten verkennbar treten beideFiguren in einem athenischen Reliefe, Schöne,Gr. Reliefs Taf. 11 nr. 57, auf', das von BrunoSauer (nach mündlicher Mitteilung) als Tripto-lemosaussendung richtig erkannt worden ist.Demeter (Rest der Beischrift erhalten), im Chi-ton mit Über-schlag, stehtneben demWagen, vondem Reste einesRades und einesFlügels erhal-ten sind. Wäh-rend sie dieRechte nachTriptolemosausstreckt, istdie Linke wiescepterhaltenderhoben, undauch die Stel-lung desFingersläfst keinenZweifel, dafsdies Motiv zumGrunde liege,wenn auch
räumlicheSchwierigkei-ten dem ent-gegen zu stehenscheinen. Koraist genau so ge-kleidet, wie imeleusinischenRelief, nur ist(las Himationnoch einmal umden linken Armgeschlagen;der dreieckigeÜberschlag fin-det sich hierwie dort. Auchin der Kopfhal-tung stimmenbeide Figurenzu denen desanderenReliefs.
Am meistenweicht dieHaartracht ab,die bei beidenFiguren desathenischenRe-liefs gleich undbedeutungslosist. Auch hierzeigt KoradurchauskeinenmädchenhaftenCharakter; sie erscheint nur durch die weni-ger gebieterische Stellung, das weitere Senkendes Hauptes als die zweite des Paares. —Unsicherer ist die Bedeutung eines Münchener Reliefes, Brunn, Glyptothek nr. 85; abgebildetbei Lützow, Münchener Antiken Taf. 34, Lebas-
Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) 1350
Beinach, Mon. Fig. Taf. 19; daselbst S. 58 dieLitteratur. Wenn auch eine Ergänzung alsTriptolemosaussendung auf berechtigten Wider-spruch stofsen würde, so wird man dochbei zwei offenbar zu einander gehörigenGöttinnen, deren intime Beziehung durch
das Auflegen der Hand der einen auf dieSchulter der anderen sich kundgiebt, zu-nächst an die beiden Eleusinierinnen denken.Hierzu kommt, dafs beide, soweit die Publi-kationen erkennen lassen, in der Kleidung mitden Figuren der vorher genannten- Reliefe
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