Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1351-1352
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1351 Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.)

übereinstimmen; Demeter trägt hier wiederdas Umschlagtuch wie in Eleusis . Unentschie-den mufs bleiben, ob die Göttinnen Fackelnoder Scepter halten; jede hält diesen Gegen-stand im linken Arme, in derselben Weise wieKora im eleusinischen Relief. Der liebevollgesenkte Blick Demeters scheint auf Adorantenzu deuten, welche sich den Göttinnen nahen.Die Bezeichnung als Friesrelief ( Milchhoefer,Ath. Mitt. 12 S. 316) ist abzulehnen. " Auchin zwei Asklepiosreliefen (Ath. Mitt. 4 Taf. 14.15; s. auch Brunn-Bruckmann nr. 62, 1) sinddie hinter Asklepios stehenden weiblichen Fi-guren unverkennbare Umbildungen dieses Ty-pus, und man braucht nicht das mindeste Be-denken zu tragen, ihnen auch wirklich dieNamen Demeter und Kora beizulegen, inAthen wurden sie mit ihm zusammen verehrt,vgl.SSp. 1292, ebenso wie in Epidauros , demMutterkulte des athenischen Asklepiosdienstes,vgl. Sp. 1296.

Auffallend treu, abgesehen von der Haartrachtist Demeters Gestalt in einem Votivreliefedes Louvre wiederholt (Fröhner, Not. desculpt. nr. 63, abgeb. u. a. Panofka, Cab. Pour-tales Taf. 18; Overbeck, Atlas z. K.-M. Taf. 14, 2;Baumeister a. a. 0. S. 416), während Kora be-sonders in der Gewandung stark verändert ist.Bemerkenswert sind hier zwei neue Attribute,der Kalathos auf dem Haupte, unter welchemdas Haar in langen bis auf die Schulternherabreichenden Locken hervorquillt, und dieSchale in__der rechten Hand, welche hier dieStelle der Ähren des eleusinischen Reliefs ein-nimmt. In der erhobenen Linken ist dasScepter zu ergänzen. Die Koragestalt deseleusinischen Reliefs wiederholt das athenischeHeydemann, Marmorbilder in Athen nr. 96, ab-gebildet bei Lebas-Reinach, Mon. Fig. Taf. 45,1;Overbeck a. a. 0. Taf. 14, 6. Die Gewandungstimmt genau; die Arme sind gebeugt und injeder Hand hält sie eine Fackel. Sehr ähn-lich ist ferner das Würzburger Relieffragment,Jahrb. d. Altertumsfr. im Bheinl. 87 Taf. 2 a.Auch einige Vasenbilder, welche die Aus-sendung des Triptolemos darstellen, zeigenunverkennbare Anlehnung an die Typen desReliefs. Besonders ist hier Overbeck a. a. 0.Taf. 15, 23 zu nennen. Demeter trägt nur denChiton; wenigstens ist von dem kleinen Tuche,welches sie in den meistenWiederholungen diesesTypus trägt, nichts sichtbar; mit der Rechtenschenkt sie dem Triptolemos aus einer Oinochoeein, während die Linke die Ähren hält. Kora ent-spricht in Kleidung und Attributen genau demletzterwähnten Relief. In einem anderen Bilde(Overbeck a. a. 0. nr. 24) sind die Rollen ver-tauscht. Demeter ist gekleidet, wie wir esvon Kora erwarten würden; nur im Haareträgt sie ein hohes Diadem; da sie die Ähren eübergiebt, kann an der Benennung kein Zweifelsein. Hinter ihr steht Persephone im Chitonmit einem Umhange, der, etwas gröfser als indem Relief, auf beiden Seiten sichtbar ist,sowie bei der Demeter des Münchener Reliefs;am nächsten steht dieser die gleichfalls Korazu benennende Figur des TriptolemosbildesRoulez, ühoix de vases Taf. 4. Der eigentliche

Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) 1352

Koratypus liegt etwas verwandelt, aber un-verkennbar, auch in der Kora des VasenbildesOverbeck a. a. 0. nr. 10 vor und noch klarerin der neben Pluton stehenden Figur des Vasen-bildes Overbeck a. a. 0. nr. 31, wenn man auchdiese, trotz der beiden Fackeln, nicht wirdKora nennen dürfen, da dieser Name schonvon der Seepterträgerin zur Linken des Wagensin Anspruch genommen wird. Der Typuswar gerade in der Zusammenstellung der beiden

5) Statue des capitolinischen Museums (nach. Baumeister,Denkmäler 1 S. 414). S. Sp. 1345.

Figuren so beliebt, dafs er auch auf Gegen-stände anderen Inhaltes überging, allerdingsmit gröfseren oder geringeren Veränderungen;so vergleiche man das Relief der Villa Doria-Pamfili bei Winckelmann , Mon. Ant. Ined. 1,50; Gerhard, A. B. W. 82, 2, oder das derVilla Albani, Morcelli-Fea-Visconti nr. 1020.

Eine solch ausgiebige Verwendung dieserTypen ist natürlich nur durch statuarischeVorbilder erklärlich, und in der That fehlt esnicht an Statuen, welche diese Annahme be-