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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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1353-1354
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1353 Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.)

stätigen. Der Demeterfigur, wie sie das eleusi-nische Belief und besonders das des Louvre bieten,entspricht am meisten eine überlebensgrofseStatue im Hauptsaale des capitolinischenMuseums, die im Jahre 1750 auf dem Aventingefunden wurde und wohl deshalb meist füreine Hera, d. h. die Iuno Regina , gehalten wurde.

S. die hauptsächlichste Litteratur bei Helbig,Führer ä. ä. öffentl. Samml. nr. 503; Clarac,Taf. 423, 749; neueste Abbildungen bei Overbeck ioa. a. 0. Taf. 14, 20; Baumeister a. a. 0. 1S. 414. Overbeck, Kunstmyth. 3 S. 461 ff. nahmzuerst die Statue, auf jene Reliefe verweisend,für Demeter in Anspruch. Die Figur stellt un-verkennbar eine grofse Göttin von durchausmatronalen Formen dar, so dafs nur zwischenHera, Demeter und etwa noch Hestia zu wählenwar. So wie ihr zu der letzteren das Ältliche,Resignierte fehlt, so entschieden fehlt ihr zuHera das Strenge, Majestätische. Selbst Helbig 20a. a. 0., der für die Bezeichnung Hera eintritt,hebt die Weichheit in den Formen und die Mildedes Gesichtsausdruckes hervor. Der Hauptein-druck, welchen diese Statue macht, ist der derMilde, Leutseligkeit und Einfachheit, alles Eigen-schaften, welche weit besser für Demeter alsfür Hera passen. Wenn auch das Louvrereliefin Tracht und Stellung am nächsten steht, istdoch das lange vom Ilalathos gekrönte Locken-haar desselben in der Statue durch die einfachere 30Tracht des schlicht aufgebundenen Haares ersetzt.Aus einigen Einsatzlöchern glaubte Petersen,Rom . Miit. 4 S. 36 ff. auf ein Diadem schliefsenzu sollen, und hierauf, sowie auf die Ähnlich-keit einiger attischer Urkundenreliefe ( Schöne,

Gr. Bei Taf. X, 54 und Aslr. dqx. 1888 S. 124;beide wiederholt bei Petersen a. a. 0. undbei Helbig a. a. 0.) gestützt, trat er für diealte Benennung Hera ein. Indessen ist keinesvon beiden bindend. Das Diadem findet sich 4,0bei Demeter nicht nur in einer ganzen Reihevon Vasenbildein, sondern auch in Statuenund Reliefen, vgl. die Demeter Rondaniniunten Sp. 1361 f., das Relief aus Eleusis, Athen .Müteil. 16 S. 4, ferner den Sarkophag Wilton-house Overbeck, Atlas z. K.-M. Taf. 16, 3. Dieathenischen Dekretreliefe bestätigen aber, ob-gleich sie unzweifelhaft Hera darstellen wollen,gerade Overbecks Annahme. In ihnen stehen sichHera und Athena gegenüber, und für Athena sohat schon B. v. Schneider, Jahrb. d. Kunst-sammlungen d. allerh. Kaiserh. 12 S. 74 daraufhingewiesen, dafs sie in der Tracht völlig mitder Kora des eleusinischen Reliefs überein-stimmt. Wie Athena der Tochter, so ent-spricht nun Hera der Mutter. Dem Verfertigerder Urkundenreliefe haben also, als er an dieGewandung seiner Figur ging, bewufst oderunbewufst, dieselben Statuen vorgeschwebt,welche der Künstler des eleusinischen Reliefs 60wiedergegeben. Ob nun die rechte Hand Ährengehalten hat oder eine Schale, läfst sich nichtentscheiden; das Louvrerelief spricht für dasletztere. In die Linke ist ihr ohne Zweifeldas Scepter zu geben.- Overbeck, K.-M. 3S. 461 f. nennt noch acht Repliken dieses Ty-pus, deren Zahl sich sicher noch wird ver-mehren lassen, z. B. durch die Pariser Statuette

Kora 11 . Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) 1354

Fröhner, Sculpt. nr. 395, Clarac Taf. 321, 996.Keine unter diesen ist aber von irgendwelcherBedeutung für die Rekonstruktion des Typus.Sie weichen mehr oder weniger von der capi-tolinischen Statue in der Gürtung und demÜberschläge des Chitons ab; einige, so dievatikanische Statue ( Helbig, Führer nr. 297;abgeb. bei Overbeck, Atlas Taf. 14, 22, besserbei Brunn-Bruckmann nr! 172), und eine inMadrid ( Hübner, D. ant. Bildw. i. Span. nr. 42 ;abgeb. Clarac Taf. 410 F, 749 C) modificierenauch noch die Stellung; immer bleibt jedochsoviel des Gemeinsamen, dafs man den gleichenzum Grunde liegenden Urtypus herauserkennt.Für den Kopftypus kommt lediglich die letzt-erwähnte vatikanische Statue in Betracht, danur sie noch den originalen Kopf in wirklichguter Erhaltung und auch ohne Entfremdungdurch Porträtzüge bietet. Sie wiederholt denTypus der capitolinischen, ist aber weit lang-weiliger und trockener; doch zeigt auch sieden Bronzecharakter, der sich vor allem in derHaarbehandlung und in den Augen bekundet.Wie die capitolmische Statue im ganzen, somacht ganz besonders der Kopf mit seiner wei-chen,vollen, sogar schon schweren Formengebungden Eindruck mütterlicher Freundlichkeit undGutmütigkeit, ein Zug, der jedenfalls weit besserfür Demeter als für Hera pafst; am nächstensteht die attische Münze bei B. J. Poole ,A Gatal. 0 . t. gr. coins of the Br. Mus. AttikaTaf. 15, 11. Von Demeter wurde der Typusauch auf verwandte Gottheiten übertragen;das bekannteste Beispiel hierfür, allerdingsmit völlig anderem Kopfe und Vertauschungvon rechts und links, ist dieEirene desKephisodot, wenn diese nicht, wie die Ver-bindung mit Plutos wahrscheinlich macht, vonvornherein als Demeter aufgefafst war underst später zu ihrer jetzigen Bezeichnung ge-langte. Die Entstehung dieses Typus setztPetersen a. a. 0. zu spät an, wenn er ihn demAlkamenes zuschreibt; Puchstein, Jahrb. d.Inst. 6 S. 92 bestreitet das gemeinsame Vor-bild für diesen Typus; doch handelt es sichauch nur um freie Weiterbildung und nicht umdirekte Kopieen. Nach der Strenge der eleu-sinischen Relieffigur wird man die Schaffungdes Typus kaum weiter als in die Mitte desfünften Jahrhunderts hinabrücken dürfen.

Auch für die Korafigur des eleusinischen Re-liefs liegen statuarische Repliken vor, derenwichtigste die früher als Sappho bezeichnetoStatue des sg. Cafehauses der Villa Albani ist(Fea-Morcelli-Visconti nr. 749; Helbig, Führernr. 835; abg. Clarac Taf. 936 F. 2264, Overbeck,Atlas 14,11). Gleich nach dem Bekanntwerdendes eleusinischen Reliefs, wies Brunn, Bull, deInst. 1860 S. 69 auf die Verwandtschaft derbeiden Figuren hin und nannte die Statueseiner Auffassung des Reliefs gemäfs Demeter.Mit Unrecht behält dies Overbeck , trotzdem erdie Relieffigur Kora nennt, bei. Wenn auchdie Körperformen nicht direkt jungfräulichsind, so behauptet Helbig a. a. O. dies dochmit gutem Grunde von dem Kopfe. Es ist einidealer jugendlicher Kopf, welcher sich inZügeh und Ansdrucke ganz von dem Kopfe