•1355 Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) Kora u. Demeter (i. d. Kunst d. Blütez.) 1356
des Reliefs entfernt. Das Haar ist in eineHaube gesteckt, wie es oft in Werken desfünften Jahrhunderts vorkommt; auch diediesem Typus besonders nahestehende Kora desTriptolemosbildes Overbeck, Atlas Taf. 15, 23weist diesen Zug auf. Eine Replik dieses Typusist die mit einem Kopfe der Athena oder Romaergänzte capitolinische Statue Selbig a. a 0.507, abg. bei Schneider, Jahrb. d. Kunsts. d.allerh. Kais. 12 S. 73. Auch hier handelt essich um freie Umbildung eines älteren Typus,wie aus einer reifarchaischen Bronzestatuette inWien (Abb. 6) hervorgeht, Sacken, D.ant. Brom .Taf. 6, 2; B. v. Schneider im Jahrb. d. Kunst-
samml. d. allerh.Kaiserh. 1891 Tf. 6.Diese Figur, derenHaltung steifer istals die der KoraAlbani und dereleusinischen Re-lieffigur, stimmtbesonders in denEinzelheiten derGewandung mitdiesen völlig über-ein. Die DeutungalsKora wird durcheine im Haare be-findliche Blütewesentlich unter-stützt. Den statua-rischen Urtypusscheint die Bronzeaber viel reinerwiederzugeben alsjene. Die anzu-setzenden Unter-arme hatten die-selbe Haltung wiedie der atheni-schen RelieffigurSp. 1351,37 und dernächststehendenVasenbilder undsind, wie B. v.Schneider a. a. 0.S. 74 richtig be-6) Kora, Statuette in Wien merkthat,mitzwei(nacii Jahrb. d. Kunstsamml. d. Fackeln ZU ergän-allerh. Kaiserh. 1891 Taf 6). zen, Wohl im Typus
des hochaltevtüm-lichen Demeterbildes von Enna ( Oie. in Verr.4, 109), während bei der Statue Albani nur inder gesenkten Linken, entsprechend der Korades Triptolemosreliefs, eine Fackel zu ergänzenund in die Rechte ein Büschel Ähren oderBlumen zu geben ist, vgl. Selbig a. a. 0.
Ob die zwei Statuen des Neapler Museums,welche im Gewände vollständig mit der StatueAlbani übereinstimmen (GlaracTsA. 410D, 742Cund 420 A, 727 B; Overbeck, K.-M. 3 S. 470nr. 22. 23), auch wirklich Koradarstellungengewesen sind oder nur in diesem Typus ge-haltene Porträts, wie eine Statue aus Kreta ( Gaz. archeol. 1876 Taf. 12) und die des La-terans (Benndorf-Schöne nr. 207; GlaracTaf. 936 E, 2307 B), ist bei dem gänzlichen
Fehlen von Köpfen und -Attributen nicht zuentscheiden. Auch auf der Kora verwandteFiguren findet sich dieser Typus übertragen,u. a. in zwei Tutela genannten Figuren: Gaz.archeol. 1879 Taf. 2 und 29.
Ein jüngerer Typus, der aber von vorn-herein beide Göttinnen zu einer Gruppe ver-einigt, ist der in neuester Zeit von Otto KernAth. Mitteil. 17 S. 125 ff. als die eleusinischeio Kultgruppe nachgewiesene. Den Ausgangs-punkt bot ein in Eleusis gefundenes Fragmenteiner panathenäischen Preisamphora, auf wel-chem die Gruppe, zweifellos auf einer Säulestehend, wiedergegeben ist (a. a. 0. S. 126Fig 1). Unverkennbare Nachahmungen der-selben sind mehrere in Eleusis und in Athen gefundene Votiv- und Urkundenreliefe, fernereine bis auf die Köpfe erhaltene statuarischeGruppe, s. die Abbildungen bei Kern a. a. 0.20 Fig. 2—>9, ferner Athen . Mitt. 2 Taf. 18; 4
Taf. 20; Archäol. Zeit. 1883 Taf. 13, 1; Ah-50 handl. der Berl. Äk. 1846 S. 234 Taf. 1,1 =Beschreib, d. Berl. Skvlpt. nr. 709; auszusondernist Athen . Mitt. 16 S. 4. Die von Kern auf-gestellte Reihe wird sich, wie dieser selbstsagt, noch vermehren lassen; s'o ist ein weiteresBeispiel das Relief in Catajo, Bütschke, Ant.Bildtv. in Ob.-Ital. 5 nr. 673. — Auch dieVasen späteren Stiles mit Mysteriendarstel-lungen hat Kern mit Recht herangezogen undzu den bisher bekannten, bei Overbeck, Atlas60 Tafel 18, 18—20 und Mon. d. Inst. 12 Taf. 35= Gatal. Castellani Taf. 2 abgebildeten,· eineder letzteren nahestehende Darstellung grie-chischen Fundortes hinzugefügt (S. 133). Amcharakteristischsten ist die Art der Gruppierung.Demeter sitzt, meist auf der sogenannten Cistamystica, und neben ihr steht nach den zuver-lässigsten Exemplaren zu urteilen, zwei Fackelnhaltend, Kora, und zwar zur Rechten der