1463 Kronos (Kinder: Pan , Hephaist)
gestalt.“ Für diese mufs also auf die Ken-tauren verwiesen werden. Lykophrons Orakel-Sprache, die von dem Kinder verschlingendenKronos , um den Namen nicht zu nennen, als„dem Kentauren“ spricht (v. 1200), wird nie-mand für Mythologie halten. Ich bekenne,eine Schwierigkeit nicht sowohl in der Vater-schaft des Kronos zu finden, — denn Ken-tauren, Erdgeborne und Giganten wurden mitVorliebe aus Steinen oder Bäumen bezügl.Baumnymphen hergeleitet und an Titanenangeknüpf't — als vielmehr darin, dafs dasPrototyp dieser Horde ein Weiser ist, wasdenn wiederum nicht Kr., sondern die Ken-tauren angeht. Unter dem ersteren Gesichts-punkt hat man auch Hygin. fab. praef. zubetrachten, wo Cheiron und Dolops, d. i. alsmagnesische Autochthonen, Kinder von Kronos und Philyra sind.
d) Wirklich auf die halbtierische und so-zusagen vorweltliche Gestalt könnte sich beiPan (s. d.) die Vaterschaft des Kronos gründen,wenn darin nicht zugleich ein Hinweis lägeauf die ganz hervorragende und zugleich in-kommensurable Stellung, die der arkadischeUrgott neben allen anderen Gottheiten zu be;anspruchen hat (s. Ps.-Eurip. Bhes. 36 all’ ηΚρονίον Πανός τρομερά μάστιγι φοβή). Dasschwierige und mehrfach verderbte Scholiondazu lautet nach E. Schwartz, Schal, in Eur.2 p. 328 τον Πάνα οΐ μεν Πηνελόπης φασί **[Καλλιστοϋς και Αιός τ ταΐδας γινομένους **αφ ής ορος Κυλλήνης ] άλλοι δε 'Απόλλωνοςκαι Πηνελόπης (so ζ. Β. Pindar) ** ώς καιΕυφοριών [frg . 164] ** ον εΡρειραν νύμφαι'διο και ννμφαγενή αυτόν φηΰι , τραφέντα παρέκείναις· ’Άραι&ος δε ο Τεγεάτης [frg . 5] Al-&έρος αυτόν καί νύμφης Οίνόης γενεαλογεΐ.ένιοι δε Όραινύης νύμφης καί Έρμου. Επι-μενίδης [frg . 12] δε ΚαλΧιστ ονς και Αιός παΐ-δ'ας γεγενήα&αι Πάνα και ’Αρκάδα διδύμους **Μνασέας [frg . 7] δε ξενικώτερον άφηγείταιτά περί Πείνα ** ή ότι Κρόνον παΐς ή, ότιπαλαιός εστιν, Αΐ&έρος γενεαλογούμενος,Κράνους δε καί Κρον ίου ς τους πάνυαρχαίους έλεγον. ή παππωνυμικόν ότι Αιός(dies sehr schwach!) ώς τον ’Αχιλλέα Αίακίδην.Αισχύλος [frg . 35] dt δύο Πάνας, τον μενΑιός [ον καί δίδυμον d. i. mischgestaltig],τον δε Κρόνον. Bildsäulen des Pan undKronos auf einem Berg in Epirus , Anonym,fr. de rebus Epir. (Scriptt. Byz.) 269. Vgl. Pan.
e. f) Nach loh. Lyd. de mens. 4, 54 p. 91 B.ist Hephaist, und zwar der lemnische — erunterscheidet, wie Cicero, N. Ώ. 1, 30, 84,deren mehrere — Sohn des Kronos ; eine Über-lieferung, die mit denen über die Kabiren Zu-sammenhängen mag, da Ilesych von diesensagt: είσϊ δε Ήφαιστου ή Τιτάνες und diebekannte Kabiren-Inschrift von lmbros eineReihe von Titanen anruft. Wir lassen unsnicht näher darauf ein, wie auch nicht auf Ande-res, um nicht in das Gewirr von Korybanten, Ku-reten (s. d.), Daktylen hineingerissen zu werden,die alle in der Kronos-Mythologie Vorkommen.Das Genealogische, worauf wir uns hier be-schränken, ist dies, dafs nach einer der an klassi-schem Orte ( Stroh. 472) aufgespeicherten Über-
Kronos (Kinder: Koryb., Aphrodite etc.) 1464
lieferungen die Korybanten von Kronos ab-stammen, d. h. „entweder von Kr. oder vonZeus und Kalliope “, wobei nicht genau zuerkennen ist, ob dieselbe Mutter auch für denerstgenannten Vater gelte; eng daran schliefstsich die Gleichsetzung mit den Kabiren. —Beim Hephaist wird als Mutter die Hera ge-nannt {Lyd.). Dies erklärt sich eigentlichganz natürlich aus der alten Genealogie.Jedoch verlangt bei einer so späten Quelle,die auch über den Kronos Römisches ein-mischt (s. Etymologie), die karthagische Ver-bindung von Saturn und Iuno einige Beach-tung {Plaut. Cist. 2, 1. Verg. Aen. 5, 680. Myth.Vat. 1, 215) zumal in Karthago drei Hügelerwähnt werden, von denen nach Polyb. 10,10, 11 einer dem Hephaist und einer demKronos geweiht war.
Ein Irrtum ist es , den Eros unter denvon Kronos Erzeugten aufzuzählen, da an derbetreffenden Stelle (Apoll. Sh. 3, 26), χρόνοςüberliefert ist und die zugehörigen orphischenStellen keinen Zweifel an der Richtigkeit dieserLa. aufkommen lassen; s. Otto Kern, Oe Or-phei, Pherecydis, Epimenidis Theogoniis. Berol.1888 p. 97.
g) Wohl aber haben die Orphiker Aphro-dite von Kronos abgeleitet. Mit der Euonymeoder Eurynome (s. unt. § 30 Anmerkung) zeugtdieser die Aphrodite, die Moiren und die Erinyen,wie aus Epimenides bei Tzetz. zu Lylcophr. 406berichtet wird mit falscher Berufung auf Hesiod .Dies ist eine der wichtigeren Personen-Gruppenin der Nähe des Kronos, wenn wir die Erinyen,als durch Hes. Iheog. 186 veranlafst, beiseitelassen. Aphrodite an dieser Stelle besagtnicht viel weniger als bei Hesiod ihre Ent-stehung aus dem Blute des Uranos, oder ihreErhebung zum kosmogonischen Weltprinzipbei Empedolcles (oben § 5 am Schlüsse). Ähn-lich wird noch bei dem späten Niketas Eu-genian. 3, 114 (Hercher, Erot. script. 2) gesagt’iEpcog, δ πρεσβύτης παΐς, το προ του Κρόνουβρέφος (nach Plato Sympos. 195 Β). Mehr alswenn man sie genealogisch an Kronos an-knüpfte, konnte auch nicht gesagt werden·,wenn man übertreibend eine Person älterals Kr. nannte. Oien , der als Mutter desEros Eileithyia betrachtete, nannte diese älterals Kronos, indem er sie, wie Paus. 8, 21, 2angiebt, mit Πεπρωμένη gleichsetzte. DieseAuffassung der Geburtsgöttin als Schicksalspricht sich an unserer Epimenides - Stelle aus;sie ist attisch, zufolge der bekannten Fau-sam'as-Stelle 1, 19, 2, wonach Aphrodite dortdie 'älteste der Moiren hiefs. Auch Eurip.Heraclid. 892 hat etwas derartiges im Auge,wenn er die Anrufung der Aphrodite fortsetzt:πολλά γάρ τίκτει Μοίρα τελεσαιδώτειρ’ Αιώντε Κρόνον παΐς (schlechtere Lesart χρόνον).Über Eileithyia und Kronos s. § 19. 20. Die Ver-bindung von Kronos mit Aphrodite ist imWesten mehrfach bezeugt; ihre Geburt aus denμήδεα des Kronos selbst (Zoll. Lyd. de mens.78, 13 Befck.) würde, wenn nicht ein Versehenvorliegt, auf die Orphiker zurückgehen, beidenen Kr. wie Uranos verstümmelt wurde(unten § 13).
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