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Pasiphae
Pasiphae
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spricht auch dies den voip der Mondgottheitgeltenden Vorstellungen. Über den Mond alsStier oder Kuh vgl. Koscher S. 30/31. Evgv-cpdsaaa heilst ßoi'artig Hom. hymn. 31, 2 Wennsich also Pasiphae (in Kuhgestalt) mit demStier verbindet, so wird dies ein altes Bild ftirdie Vereinigung ( ßvvoöog) von Sonne und Mondsein. Über diese ßvvoöog s. Koscher S. 7(1 ff.Den zugehörigen Sonnenstier auf Kreta möchte
angegeben, dafs Minos alle Jahre seinen schön-sten Stier dem Poseidon opferte; als aber ein-mal ein besonders schöner vorhanden war,nahm er an seiner Stelle einen geringeren undzog sich dadurch den Zorn des Gottes zu. —Der Stier ist Zeus , Epiphanias, Ancyrot. 105p. 108 C. Nonni narr, ad Gregorii invect. 1 , 91p. 158 ( Westermann , Mythogr. S. 369, 1). Schol.Clem. Alexandr. p. 114. — Nach Mythogr.
erkennen, der nach Apollod. 1, 9, 26 als Stieraufgefafst werden konnte und von Hesychios s. v. mit yhog gleichgesetzt wird. Also ge-hörten möglicherweise Talos-Helios und Pasi-phae als Stier und Kuh in Kreta ebenso zu-sammen wie Helios und Pasiphae in Lakonien (s. unten).
Die kretische Sage hat sich nun folgender-mafseu ausgebildet: Pasiphae, die Gemahlin
Helios, weil er ihre Liebe zu Ares verratenhat, und erregt, um sich zu rächen, in seinenTöchtern verderbliche Liebesglut. ÄhnlichSchol. Eurip. Hippol. 47 und Libanii narr. 15(Westermann 379, 25); bei Serv. zu Yerg. buc.6, 47 hat Helios Aphrodites Liebe zu Anchisesoder Ares verraten. Bei Hygin. f. 40 hat Pa-siphae selbst die Aphrodite vernachlässigt undwird von ihr durch die Liebe zu dem Stier
weise in einen Stier; um diesen für sich zugewinnen, läfst sie von dem auf Kreta weilen-den kunstreichen Daidalos (s. d.) eine hölzerneKuh anfertigen, die einer wirklichen täuschendähnlich sieht, zumal sie auch mit einer Kuh-haut überzogen wird. In diesem Holzgestellverbirgt sie sich und wird von dem Stiere be-gattet. Sie bringt ein stierköpfiges Wesen zurWelt, Asterios oder Minotauros (s. d.) genannt
falls Pasiphae die Schuldige; so nimmt Körtean, während Kuhnert es für wahrscheinlicherhält, dafs dem Minos die Schuld zugeschoben war.
Des weiteren erzählt Diodor 4, 77: AlsDaidalos hernach den Zorn des Minos fürchtenmufste, war ihm Pasiphae behilflich, indemsie ihm ein Sphiff zur Abfahrt verschaffte.Nach anderer Überlieferung wurden, währendPasiphae den Daidalos verborgen hielt, alle
Apollod. 3, 1, 4; Hiod. 4, 77; Libanii narr. 15 30 Fahrzeuge durchsucht und beobachtet, damit
(Westermann ATU , Ab) \ Schol. Eurip. Hippol. 887Hygin. f. 40; Mythogr. Vatic. 1, 43. Vgl. auchPhilo de spec. leg. 7; Dio Ghrysost. de phüosophia(71) p. 626 M .; Philostephanos in Schol. 11. 2,145; Agatharchides de mari Erythr. frg . 7. —Vergil buc. 6, 46—60 und noch mehr (leid arsam. 1 , 289 — 326 malen die Liebesschmerzender Pasiphae und ihre Sehnsucht nach demStiere aus. Nach Ovid finden sie sich auf dem
er die Insel nicht verlassen könne. Da ver-fertigte Daidalos Flügel.
Von der Zauberkunst der Pasiphae be-richtet Apollod. 3, 15, 1: ΐ'φαρμ.άκενβεν αυτόν(den Minos), καί οπότε άλλη αυνηννάζετο , tlgτα άηΡησ. ίφίει 9ηρία, και οντωρ άπώλλνντο.Durch den Zauber der Pasiphae schüttete Minos anderen Weibern, wenn er mit ihnen Umgangpflegte, Tiere in den Schofs, wovon sie starben.
Ida, nach Sercius zu Yerg. ecl. 6, 57 ist es das 40 Prokris aber bezwang den Zauber, indem sie
Diktegebirge, wo es zur Vereinigung kommt.Die älteste Quelle der Sage ist, soweit wirsehen, die Tragödie des Euripides „Kpijrtg“,deren geringe Reste bei Nauek, Frgm. trag.Gr. S. 505f. zusammengestellt sind. Das Stückist behandelt und sein Verlauf in grofsen Zügenvermutungsweise festgestellt, gröfstenteils mitHilfe der unten zu erwähnenden etruskischenAschenkistenreliefs, von G. Körte in den Histo-
dem Minos die Kirkäische Wurzel (την Κιρκαίανρίζαν) zu trinken gab, und wohnte ihm unge-fährdet bei (Koscher, Kh. Mas. N. F. 53 p. 180 f.u. ob. Bd. 3 Sp. 460). Antoninus Liberalis 41 er-zählt den Hergang anders: Minos konnte keineKinder zeugen, denn er gab Schlangen, Skor-pionen und Asseln (V) von sich, sodafs dieWeiber, denen er sich zugesellte, starben(ονρεβκεν dg ειρ καί βχορπίονρ καί βχολοπένδραρ );
1884 S. 195 ff. In etwas abweichender Weiseäufsert sich darüber E. Kuhnert in seinemAufsatze „Daidalos “ (Jahrb. f. Muss. Philol.15. Supplbd. 1887), S. 192 ff. Euripides wirdder Pasiphaegeschichte ihre Gestalt gegebenhaben; namentlich die Verknüpfung mit Dai-dalos und das Hilfsmittel der hölzernen Kuhwird seine Erfindung sein (Kuhnert S. 190).
Der Stier ist von Poseidon gesandt, denMinos um ein Zeichen bat, dafs die Götter 60ihn zum Herrscher von Kreta wünschten. Dafürgelobte er dem Poseidon dieses Tier als Opfer.Weil er das Versprechen nicht hielt, wurdezur Strafe für ihn Pasiphae von ihrer unnatür-lichen Neigung befallen. Apollod. 3, 1, 3. 4;vgl. 2, 5, 7 und Diod. 4, 13. Bei Myth. Vat.
1, 47 kommt der Stier von Zeus , und diesemsoll das Opfer gelten. Bei Diod. 4, 77 wird
Helios unsterblich war. Da half Prokris, dievor Kephalos flüchtend zu Minos gekommenwar. Sie bildete die Scham eines Weibes ausder Blase einer Ziege, Minos gab an diesedas Ungeziefer ab und ging dann zu Pasiphae ,von der er nun Kinder bekam. Hier liegt alsoeine Auffassung vor, nach welcher der Zaubernicht von Pasiphae herrührt, sondern sie selbstbelästigt.
Antike Versuche, das Wunderbare aus derPasiphaesage wegzudeuten, liegen mehrere vor.Nach Palaephatus de incredib. 2 hatte Minosein Leiden an seinen Geschlechtsteilen, welchesvon Prokris geheilt wurde. Während die Hei-lung noch im Gange war, wurde Pasiphae vonLiebe zu einem schönen Jüngling im Gefolgedes Minos , namens Tauros, ergriffen, gab sichihm hin und gebar einen Sohn. S. unter
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