1677
Patana
Patareus
1678
hatte. Endlich schliefst Eman. Hoffmann,Kronos u. Zeus S. 41 ff. aus der Erwähnungvon TldtaixoL iiti-cqani^ioi bei Hesych. s. v.PiyyQwv und Erygadps, die Patäken seien„schützende Dämonen überhaupt, die man so-wohl im Hause wie aufserhalb desselben wirkenddachte nach Art der italischen Lares“. Erbringt den Namen mit Divi Potes (Varro , dehing. lat. 5, 58), [dfC-Jjto-rjjs, skr. pati und alain Verbindung und übersetzt: 'Erdherren’,'Landesherren’. Lewy, der gleichfalls ndvai-xos = Ptah setzt (Semit. Fremdwörter im Griech.S. 226, 2), bringt damit Tti&gxog (W'frijJ;· dßqayvs av&Qa-nog Suidas) in Verbindung.
Ob diese häfslichen Pratzengeister nachägyptischem Muster ursprünglich nur alsApotropaion dienten — Verrat a. a. 0. 3,423 meint, die schlauen Handelsleute hättenabsichtlich damit fremde Küstenbewohnerschrecken wollen — oder ob sie auf einen be-stimmten Götterkreis beschränkt waren, läfstsich schwer entscheiden. Herodots Vergleichmit den ägyptischen 'Ifabeiren’, den Söhnendes Ptah, hat dazu geführt, in den Patäkendie phönizisehen Kabirim zu erblicken(Movers bei Ersch u. Gruber S. 3‘JO ff.; vgl.Gerhard, Griech. Mythol, 2, 336; Buncker,Gesch. d. Altert. I 4 , 278; dagegen Wiedemann,Herodots 2. Buch S. 236). In der That wurdeschon im Altertum den acht als Sydykskindergemeinsam verehrten grofsen Bundes- undLandesgöttern auch die Erfindung des Schiffeszugeschrieben (Phil. Byhl. frag»), 2,11 F. H. G.
з, 507; vgl. Pietschmann, Gesch. d. Phoeniz.S. IDO). Als Schiffsgötter berühren sie sichmit den Ilioskuren und erscheinen deshalb aufMünzen von Tyros, Berytos, Tripolis , Orthosia
и. a. in deren Tracht (Eckhel, Boctr. num. net.3, 354 f. 375 f.). Insbesondere galt Cbusor, dererste im Kreise der Kabirim, als Erfinder undSchutzherr der Schiffahrt (Phil. Byhl. fragm.2, 0 F. H. G. 3, 566; Movers, Die Phoenizier1, 653; Huncker a. a. 0. I 4 , 277). Mit denpelasgischen Ifabeiren haben phönizische Gott-heiten im Grunde nichts zu thun (s. Crusiusbei Pirsch u. Gruber 'Kabiren ’ 2, 32 S. 24),was natürlich nicht hinderte, dafs jene spätermit den Patäken verbunden werden, wie dieoben Bd. 2 Sp. 2533 beurteilte Inschrift von'Imbros aus römischer Zeit beweist. Dafs das iPest der naruinua auf Delos nicht nach denGottheiten, sondern nach einer PersönlichkeitNamens ndraixog genannt ist, hebt Bitten-berger, Syllog. zu Nr. 367, 54 gegen Homollemit Recht hervor. Die Namen vom StammeHaxaix- sind gesammelt von Bechtel, Bieeinstäm, männl. Personennam. im Griech., dieaus Spitznamen hervorgeg. sind (1898) S. 11. 83;dazu Tlarcdxcc C. I. A. 4, 3722 b. Vgl. B. Herzog,Koische Forschungen u. Funde (1899) S. 51. — (Über Schiffsidole, auch phönizische, vgl. nochBuhnken, de tutelis et insignibus navium (Opusc.,Lugd. Batav. 1807, S. 257 ff.); TJsener, Sint-flutsagen S. 248 ff.; Hoernes, Urgesch. der bild.Kunst in Europa S. 385. [J. Ilberg.]
Patana. Auf der oskischen Weihinschriftvon Agnone mit einem Verzeichnisse der imCerestempel befindlichen Statuen verschiedener
Gottheiten (die Namen stehen im Dativ) er-scheint zweimal Patanai Piistiai (= πιατία,j R. S. Conway , The Italic dialects 2, 640. 645).Walters, Catal. of the bronzes in the Brit. Mus.nr. 888 S. 166 Z. 14. 42. Gegen die gewöhn-liche Erklärung von Piistia als Lehnwort =griech. Πιατία bemerkt B.von Planta, Grammat ,der osk.-umbr. Bial. 1, 103, 4, dafs osk. ii = Iunerklärt bleibe; J. Zvetaieff, Sylloge Inscr.) Oscar, erklärt S. 130 Piistiai gleichfalls =Πιατία und giebt es im Text der Inschrift S. 7durch Eidiae (vgl. Dius Fidius) wieder. DenNamen Patana erklärt Conway a. a. 0. identischmit Panda (s. (R. Peter Bd. 2 IndigitamentaS. 2101), Zvetaieff a. a. 0. verwandt mit Pa-tella, Patellana (B, Peter a. a. 0. 212); vgl.auch von Planta a. a. Ο. 1, 395: 'dem o. Patanaiwürde wohl 1. Tatmae entsprechen . ., wozu1. Patella-Patellana umbr. Padellar (s. Bd. 2) Sp. 212, 47) das Deminutiv sein kann.’
[Höfer. ]
Patareus (Παταρενς(, Apollon als Stadtgott-heit von Patara in Lykien , wo die Verehrungdes Gottes überhaupt eine weite Verbreitunggefunden hatte (s. darüber, sowie über dieetymologische Deutung des Stadtnamens und dieGründungslegenden die Nachweise von Treuber,Geschichte der Lykier 48. 68). Das Orakel desApollon von Patara , das in einem heiligenHaine gelegen war ( Serv. zu Verg. Aen, 4, 377),war das angesehenste des ganzen Landes.Ilerodot 1, 182 berichtet, dafs in der Zeit, dadas Orakel thätig war, die πρόμαντις des GottesNachts im Tempel sich einzuschliefsen pflegte.Das Amt eines προφήτης ist erwähnt in einerInschrift aus der römischen Kaiserzeit; Journ.of hell, stud. 10, 1889, 76: Πολναπέρχοντα τον αρ-χιερέα διά βίον &εών έπιφανων Γερμανικόν καϊΑρονοον (?) . . . και προφήτην τον πατρώου Απόλ-λωνος. Die von Herodot überlieferte Bevor-zugung des weiblichen Geschlechts wird vonBouche-Leclercq , hist, de la divin. 3, 255 mitdem in Lykien geltenden Mutterrecht in einengekünstelten Zusammenhang gebracht. Einebestimmtere Angabe über die Zeit der Orakel-befragung findet sich bei Serv. zu Verg. Aen.4, 143, der den Gott in den sechs Winter-monaten in Patara und in den sechs Sommer-monaten in Delos weissagen läfst, eine Über-lieferung, die an die delphische Legende er-innert und in ihrer Übereinstimmung mit He-rodot die thatsächliche Kultübung zum Aus-druck bringt. Diese Verteilung der göttlichenWirksamkeit, die in den natürlichen Verhält-nissen des Klimas eine hinlängliche Begründungfindet, scheint zugleich auf einen Kompromifsder Ansprüche beider Orakelstätten hinzuweisen(Bouche-Leclercq 3, 19). Das Orakel war sehralt und selbständig (s. Treuber a. a. 0. gegenBouche-Leclercq, der in allen, auch den klein-asiatischen, Orakeln delphische Filialen sieht).Der Einflufs des Heiligtums wird zwar vonPomp. Mela 1, 15 sehr gerühmt: delubrumApollinis, quondam opibus et oraculi fide Bel-phico simile; er scheint aber, jedenfalls inhistorischer Zeit, die Grenzen Lykiens nie über-schritten zu haben; in der hellenistischen undrömischen Zeit hatte das noch von Ljuhian