Bis acc. 1 und Maximus Tyrius 14, 1 gekannteOrakel keine Bedeutung mehr (vgl. Servius zuVerg. Aen. 4, 377 und Treuber 83). Die An-wendung eigentümlicher, unblutiger Opfergaben(Gebäck in Form einer Lyra, eines Bogens oderPfeils) ist aus der von Alexander Polyhistor (Müller fr. h. g. 3, 235, fr. 81) bei StepharmsByz. s. v. ndxcLQtt überlieferten Gründungs-sage der Stadt zu erschliefsen (s. Eust. adDionys. Per. Vers 129, Creuzer, Symbolik 2, 139.Annal. Inst. 1850, p. 03). Eine Sehenswürdig-keit des Tempels bildete ein eherner Krater,der für ein Weihgeschenk des Telephos undeine Arbeit des Hephaistos galt (Paus. 9, 41, 1),und Clemens Alex. Protrept. 4, S. 41 Potter er-zählt von berühmten, bald dem Phidias balddem Bryaxis zugeschriebenen Bildsäulen despataräischen Zeus und Apollon mit Löwen, vondenen keine Nachbildungen erhalten sind.
Apollon Patareus auf Münzen: Eckhel d. n.3, 5 (Schlange und Habe als mantische Attri-bute), Imhoof - Blumer, Monnaies grecqu. 327.Catcdogue of greek coins 19, 75. 77. 280. C. I. G.3, 4293: Inschrift eines Pataräers, in der Apollon genannt ist. Als dichterisches Epitheton er-scheint Patareus endlich: Lykophr. Alex. 920.hymn. ürph. 34, 7. Horaz Carm. 3, 4, 04 (mitSchol.), Ovid Met. 1, 515, Statius Thebais 1, 690.
[Eisele.]
Fataros ( ndtagog ), Hypostase des Apollon,Heros Eponymos der Stadt Patara in Lykien ,Sohn des Apollon und der Lykia , der Tochterdes Xanthos, Steph. Byz. s. v. ndraga; Hero-dian ed. Lentz 1 , 380, 6. 194, 21; Eust. adDionys. Per. 129. 504; Strabo 14, 666. NachEust. a a. O. 129 waren Pataros und Xan-thos zwei Räuber, Söhne des Lapeon, die sichnach Erwerbung grofser Reichtümer in Lykien ansiedelten; Xanthos gab dem gleichnamigenFlufs und der gleichnamigen Stadt seinenNamen, Pataros der Stadt Patara . Auch alsKtistes von Tios in Paphlagonien galt Pataros,Demosthenes iv B i&w laxolg bei Steph. Byz.s. v. Tlog, und nach Arrian bei Eust. adDionys. Per. 322 soll er mit Thrakern ausEuropa nach Asien gekommen und sich inBithynien nach Vertreibung der Kimmerierniedergelassen haben. Über die geschichtlicheGrundlage dieser Überlieferung vgl. Thraemer,Pergamos 329 Anm. 1 . P. Kretschmer, Einleit,in d. Gesch. der griech. Sprache 211. E. Meyer,Gesch. des Altert. 1 S. 544. Die aus Brixia (C. I. L.5, 4206) stammende Weihinschrift eines Bi-thyniers Tryphon: Dis paternis Surgasteo (s. d.)Magno Patro wird mit Tomaschek, Abhandl.d. Kais. Akad. d. IViss. zu Wien 130 (1893),2, 49 Surgasteo Magno Pataro zu lesen undauf unseren Pataros zu beziehen sein. ZumKultus des Apollon in Patara s. d. Art. Pata-reus und die Inschriften vom Heroon zu Rho-diapolis in Lykien , wo eine nuvr)yvQig Uso®nurgwov ’AitöXXcovog in Patara erwähnt wird,Petersen-Luschan, Reisen in Lykien p. 111;Heberdey , Opramoas, Inschr. vom Heroon zuRhodiapolis p. 38, 13 C. Z. 11 p. 49, 18 E. Z. 10.Zum Apollo-Orakel s. Heberdey a. a. O. p. 41,14 E. Z. 15 und besonders p. 47, 17 E. Z. 10 f.(= Petersen-Luschan a. a. 0. p. 113): nara-
ρεναιν . ■ . &εοϋ πατρώου Απόλλωνος, έπείχρόνιο αιγήοαν το μαντεΐον αυτόν πάλιν ήρξ,ατοϊλεαπίξειν. Zu den Münzen mit der Darstellungdes Apollon Patareus s. Lenormant, Kouv.gal. myth. pl. 45, 12; Denkm. d. a. K. 2, 135;Overbeck, Sächs. Ber. 38 (1886), 20. Corr. hell. 17(1893), 559. Den Namen Patara selbst will
H. Leivy, Semit. Fremdwörter 237 aus demHebräischen ableiten 'pätar' = 'deuten’. Vgl.auch Georg Meyer, Bezzenberger Beiträge 10(1885), 197, 54, der skr. patara 'fliegend’vergleicht. Auch Tomaschek a. a. 0. 131 (1894),
I, 18f. leitet Pataros von Wz. skr. pat- ab underklärt es = ' pinnatus, impetuosus, alacer ’;dazu die Kurzform Πατάς C. I. G. 2, 2143.
[Höfer.j
StelSna ) S · ladigitamenta.
Patellarii l>ii. Bei Plaut. Cistell. 2, 1, 40:Di me omnes magni minutique et patellariifaxint sind (vgl. Schol. Pers. 3, 20) unter denletzteren die Laren gemeint, denen in kleinenSchüsseln (patellae) Anteil an der Mahlzeitgespendet wurde, vgl. Lares Bd. 2 Sp. 1877,18ff.Preller-Jordan, 2, 108. Wissowa, Rel. u. Kultd. Römer 149. [Höfer.]
Pater ( Πατήρ ). 1) Dafs der höchste Gott derUrsprung alles Lebens, der Vater aller Götterund Menschen sei, ist ein allen Völkern ge-meinsamer Glaube. So ist der ägyptischePtah in Memphis 'der Vater aller Götter, dervon Anfang war, der die Menschen gebaut,die Götter gemacht, die Erde gegründet, denHimmel ausgebreitet hat’, E. Meyer, Gesch.d. Altert. 1 S. 84, vgl. Brugsch , Rel. u. Mythol.d. alt. Aegypt. 85; in Babylonien ist Ba'al 'derVater der Götter’, an dessen Seite Iielit 'dieMutter der Götter’ steht, E. Meyer i. d. Lex.Bd. 1 Nachtr. s. v. Ba'al S. 2877, 29 ff. Derindische Himmelsgott wird als Diaus pitar'Vater Himmel’ in Verein mit der prtbivimätar der 'Mutter Erde’ angeruftm, P. Kretsch-mer, Einleit, in d. Gesch. der Griech. Spr.79 f. 90. E. Meyer, Forsch, zur alt. Gesch.2, 524. Gesch. d. Altert. 2, 46. Fick-Bechtel,Die griech. Personennamen 436. Dieselben zweiGottheiten sind gemeint, wenn der Skythen-könig Idanthyrsos hei Herocl. 4, 127 sagt:όεΰπότας öh έμονς ίγω Αία νομίζω τον ΐιιονπρόγονον χαϊ Ίατίην την Εχν&εων βασιλείανgoiivoug είναι, vgl. Herod. 4, 59 u. d. Art.Papaios, das bei den Skythen wie bei denBithyniern und Phrygern Papas (s. d.) 'Vater’bedeutet. Bei den Epeiroten in Stymphaiaheifst der höchste Gott Αει-πάτνρος ( Hesych.Preller-Robert 1 , 116, 8), in seinem Namenund Wesen dem lat. Dies-piter, Iuppiter (vgl.Aust oben Bd. 2 Sp. 619 ff. s. v. Iuppiter)entsprechend. So ist auch der griechischeZeus der 'πατήρ άνάρών τε &εων τε oft ein-fach nur ' πατήρ ’ genannt, Belegstellen ausDichtern bei Bruchmann, Epith. Deor. 137 ff.[vgl. auch Wilh. Schulze, Gotting. Gel. Anz.1897, 888, 7]; vgl. Iiäian or. 4, 153d = p. 199Hertlein: Ζευς ό πάντων πατήρ υμνούμενος ;vgl. Arrian. Epictet. Diss. 1, 3 p. 13 Schenkl.Sext. Empir. adv. math. 8, 547 p. 390, 479Bekker. Cornut. de nat. deor. 9 p. 26 Osann
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