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Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
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1905-1906
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1905 Penelope (b. d. Mythographen etc.)

Hippokoon habe im Bunde mit Ikarios nurden Tyndareos, nicht beide Brüder zugleichverbannt, Ikarios sei demnach in Lakedai-mon verblieben. Hier spielt ferner auchOdysseus doppelte Brautwerbung (s. Bd. 3Sp. 614 f.). Er gehört zu den zahlreichenFreiern der Helena und schlägt deren VaterTyndareos zur Vermeidung drohender Feind-seligkeiten vor, er möge jene sämtlich durcheinen Schwur verpflichten, den von HelenaErkorenen gegen etwaige Anfeindungen sicherzu stellen. Tyndareos aber verspricht zumDanke hierfür, bei seinem Bruder Ikarios fürOdysseus um Penelope zu werben. Nach demBericht des Pherekydes ( schol. o 16) thut diesnicht Tyndareos, sondern ÖdysseusVaterLaertes.In dem Wettlauf, den Ikarios für die Freierseiner Tochter veranstaltet, trägt Odysseus denSieg davon und stiftet dafür der Athene einHeiligtum; eine Strafse in Sparta , NamensAphetai's, bezeichnete die Stelle, wo der Laufbegonnen hatte {I J aus. 3, 12, 1. 5). Ungerngiebt Ikarios die Tochter hin und sucht des-halb den Schwiegersohn zum Verbleiben inSparta zu überreden, ja sogar, als dieser sichdessen weigert, Penelope zum Verzicht auf denGeliebten zu bestimmen. Die Neuvermähltenbrechen jedoch gemeinsam auf. Als Ikariossie auf ihrer Flucht einholt und die Entschei-dung der Tochter überlassen wird, bleibt siedem Gatten treu {Paus. 3, 20, 10 f.). Übri-gens hat Odysseus wegen seiner Ehe mit derLakonierin Penelope in Sparta ein Heiligtum(Plutarch, Quaest. Gr. 48). Mit Ikarios Ver-bannung in die Acheloosländer (Aitolien oderAkarnanien, s. o.) läfst sich Odysseus Braut-werbung in Sparta nur dann in Einklangbringen, wenn man annimmt, Ikarios sei mitTyndareos, der ja bei Odysseus BrautfahrtKönig in Sparta ist, dorthin zurückgekehrt(vgl. Apollod. 3, 10, 5, 2: xattQ^ovrai, s. o.).Da dies jedoch wieder mit der Odyssee nichtstimmt (s. o.), so ist der Mangel an Har-1 monie der Quellen einfach zuzugeben.

Auch sonst waltet ja über Penelopes Fami-1 lienverhältnissenvielUnklarheit. Neben Periboiaund Polykaste (s. o.) wird als Gattin des Ikarios: und Mutter Penelopes noch genannt: einmali Dorodoche, von der wohl zugleich die beideni hier erwähnten Söhne abstammen {schol. o 16);dann aber auch Asterodia oder Asterodeia,die aufser fünf Söhnen und Penelope noch eineTochter gebiert {schol. d 797); diese führt nebenanderen Benennungen dort auch den NamenMfjdr\ und ist wohl identisch mit Penelopes Schwester Medp, die von dem Ejnker Asioserwähnt wird {Kinkel, fr. epic. Gr. p. 205);dagegen erscheinen anderwärts als AsterodiasKinder neben Penelope nur zwei Söhne unddie Laodike {schol. a 275). Die Mutter vonIphthime, einer bei Homer erwähnten Tochterdes Ikarios {S 797 mit schol.·, s. o.), sowie dieseines Sohnes Elatos {schol. Apoll. Bhod. 1 , 102)ist unbekannt. Während demnach nur Ika-rios alsVaterPenelopes feststeht,schwan-ken die Angaben über die Mutter zwischen'vier Namen hin und her; von Schwesternwerden drei, darunter eine mit vier offenbar

Penelope (im Drama etc.) 1906

schwankenden Namen, genannt; die Zahl derBrüder endlich schwillt auf ungefähr sieb-zehn an. Über ein abenteuerliches Erleb-nis Penelopes in der Kindheit s. u. In derGeschichte von Odysseus verstelltemWahnsinn tritt Penelope auffallend zurück.Kaum dafs Weib und Kind und Häuslichkeithie und da als Gründe für des Helden Abnei-gung gegen den Krieg angeführt werden {Ov.Met. 13, 301; Georgios bei Walz, Phet. Gr.1, 552; Appenä. Narrat. in Westerm. Mythogr.378), oder dafs Apollodor berichtet, Palamedeshabe den kleinen Telemach der Mutter ausdem Schofse gerissen {epit. 3, 7 p. 189 Wagner).Die Entlarvung des Odysseus , die den Anfangund Anlafs bildet zu dessen späterer Tod-feindschaft mit Palamedes, wird nicht nurfür diesen, sondern mittelbar auch für Pene-lope verhängnisvoll. Für dessen Tötung rächtsich nämlich der trauernde Vater Nauplios(s. d. Bd. 3 Sp. 26 f.) dadurch, dafs er inGriechenland die Kunde vom Tode des Odysseusverbreitet, was seine Mutter Antikleia zumSelbstmord treibt, und die Penelope insMeer wirft, aus dem sie durch Enten(πηνέΧοπες) gerettet wird (Didymos beiHustath. p. 1422, 7 u. schol. d 797). Ob Pene-lope in den Nauplios betitelten Dramen irgend-welche Rolle gespielt hat, steht dahin; dochsei hierbei zugleich bemerkt, dafs die phanta-stische Sage, Penelope sei ins Meer geworfen,aber gerettet worden, auch selbständig auftritt{Tzetz. Lycophr. 792; schol. Find. Ol. 9, 85):darnach suchen die eigenen Eltern sie bereitsals neugeborenes Kind zu töten, weil sie wäh-rend Periboias Schwangerschaft das zweideutigeOrakel erhalten: Αϊβχος ί'χει Περίβοια κΧεοςτ ίν γαατρί γνναιχών {Natal. Com. 8, 25). DieVerwandtschaft beider_ Fassungen ergiebt sichaber schon aus der Ähnlichkeit der Namen,die Penelope vorher gehabt haben soll: beiDidymos a. a. O. hiefs sie Ameirake oderArnakia, bei Tzetzes·. Arnaia (von άρνεΐα&αι,weil der Vater sich zuerst weigert, sie zu er-ziehen); nach den hilfreichen Seevögeln (πηνέ-Χοπες, s. u.) wird ihr in beiden Fällen, also inganz verschiedenem Lebensalter, der NamePenelope zuteil (s. u.). Über die Ente auf bild-lichen Darstellungen Penelopes s. u.

First bei Odysseus Rückkehr ins eigeneHaus begegnen wir ihr wieder. Mit AischylosSatyrspiel ΌοτοΧόγοι, in dem das ausge-lassene Treiben der Freier geschildert war {fr.179. 180 Nck.'-), gehörte wahrscheinlich dieTragödie Penelope zu einer und derselbenTetralogie fr. Wilamoivitz, Hermes 32, 390).In diesem Drama stellte sich Odysseus seinerGattin, ganz wie bei Homer (τ 172 f.), als Kretervor (fr. 187 Nck. 2 ). Hierauf bezieht sich wohlauch der herrenlose Dramentitel ΌδναβενςΨενδάγγεΧος. Den gleichen Stoff behandeltevielleicht Achaios Satyrspiel Aithon (vgl. τ 183und K. Müller, de Aeth. satyr., Ratibor 1837).Eine Tragödie Penelope dichtete auch Philokles,eine gleichnamige Komödie aber Theopompos,dessen Όδνσβενς möglicherweise mit diesemDrama identisch ist (s. u.). Ob im Laertes desIon von Chios sowie in Timotheos gleich-

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