Band 
Dritter Band, zweite Abteilung. Pasikrateia. - Pyxios.
Seite
1931-1932
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1931 Pentheus (in der Kunst) Pentheus (in der Kunst) 1932

weist auch die Legende {Paus. 2. 2, 5. 6), wo- Frauen für einen Löwen gehaltenen Pentheus

nach die zwei altertümlichen Kultbilder des auf dem Kithairon im Beisein des ihre "Wut

Dionysos Lysios und Bakcheios in Korinth von anstachelnden Gottes dar. Die andere hat zum

dem Holz der Fichte gefertigt waren, von Schauplatz Theben und den Palast des Kadmos

welcher herab Pentheus die Mainaden belauscht und zeigt die Klage um Pentheus , dessen

haben sollte {Pur. Bacch. 1064, vgl. oben Bd. 1 jugendliches Haupt zu sehen ist, und die Ver-

Sp. 1054 Z. 60; 1093 Z. 42) und welche die zweiflung der Frauen, die jetzt zur Erkenntnis

Korinthier auf Befehl von Delphi vom Kithai- ihrer That gekommen sind. Die Übereimstim-

ron nach Hause holten. Derselbe Gedanke, mung dieser Schilderung mit Euripides wurde

die Opferung des Sohnes als Wahrzeichen der io oben erwähnt.

völligen Hingabe an den Dienst des Gottes, Die erhaltenen Denkmäler beziehen sich

zugleich aber als Strafe für den anfänglichen mit wenigen Ausnahmen, die am SchluPs be-

Widerstand gegen den Gott aufgefafst, liegt sprechen werden sollen, auf den Untergang

der Sage von Lykurgos (s. d.) zu Grunde. Des- des Pentheus durch die Mainaden. doch boten

halb wurden Pentheus und Lykurgos als Frevler die verschiedenen Stufen der Handlung mannig-

an der Gottheit und als Beispiele für die stra- fache Abwechslung der Situation. AVälhrend

fende Macht des Dionysos vielfach im Altertum in der Blütezeit der Kunst die vorbereitenden

zusammengenannt, Biod. 3, 65. 4, 3; Hör. carm. Handlungen der Entdeckung und Verfolgung

2, 19. 14: Ovid. Trist. 5, 3. 40, und auf Bild- des Pentheus durch die Mainaden vorgezogen

so wurden, schrecJrte die ältereVasenmalerei und die späterePlastik nicht vor der Wieder-gabe der grausigen Scene der

werken zusammengestellt, s. d. folgenden Ab-schnitt.

Von Darstellungen des Pentheusmythos in

1) Pentheus von Galene und anderen Mainaden zerrissen, Yasenbild in Neapel (nach Jahrb. d. arch . Inst. 7 Taf. 5).

der Kunst sind nur wenige aus dem AltertumLiterarisch überliefert und nur eine derselbenkann auf unzweifelhafte Realität Anspruchmachen: unter den Gemälden im Dionysos-tempel am Theater in Athen , welche die Thatendes Gottes verherrlichten, war auch die Be-strafung des Pentheus neben derjenigen desLykurgos zu sehen {Paus. 1, 20, 3). DieselbeZusammenstellung der beiden Mythen, ebenfallsohne nähere Angaben, findet sich unter denohne Zweifel imaginären Gemälden an einemDionysostempel bei Bongos Post . 4, 3. Höchstanschaulich und mit reicher Scenerie ausge-stattet, aber ebendeshalb wohl mehr den Dich-tern als der Wirklichkeit entnommen ist dieSchilderung des in zwei Scenen zerfallendenGemäldes bei Phüostr. imatj. 1, 18. Die einederselben stellt die Zerreifsung des vergeblichum Gnade flehenden aber von den rasenden

Zerreifsung zurück. Dabei lag den Denkmälernder Kunst nicht so ausschliefslich wde denlitterarischen die Euripideische Fassung desMythos zu Grunde.

Auf einem streng rotfig. attischen Vasen-bild der Sammlung Bourguignon in Neapel ,welches um die Wende des 6. und 5. Jahrh.anzusetzen ist, s. Hartwig, Jahrb. d. arch. Inst. 7S. 157 Taf. 5, ist die Zerreifsung des Pentheus durch die Mainaden dargestellt (s. Abbild. 1).

60 Von Pentheus (Inschr., hier dem Alter der Vasegemäfs bärtig), welcher sterbend mit geneigtemHaupt und brechendem Auge zwischen zweiheftig ausschreitenden Mainaden niedersinkt,von welchen jede einen seiner Arme gepackthat, ist nur noch der blutende Oberkörper vor-handen. Eines der abgerissenen Beine hälteine dritte Mainade frohlockend empor. OhneWaffen, nur mit der ihnen von dem zürnenden