3) Pentheus von den Mainaden entdeckt, Vasenbild in München (nach Jahn , Pentheus und die Mainaden Taf.
1935
,, 11 , S. 162 beschrie-
" J M_I bene fragmen-
tierte Schale imMuseo di PapaGiulio in Rom vom Ende des 5.Jahrh. (Mainademit Schwert inder R. und einemjugendlichen, ge-lockten Haupt inder L.). vgl. auchdie Vase derSammlung Spi-ST'-“ 7 nelli in Cancello,Hartwig a. a. 0.S. 163, und einespäte unteritali-sche Schale imCabinet des me-dailles in Paris ,Gazette archeolog.6 pl. 4—5 unterdem Titel: seinesrl’omophagie ver-öffentlicht , auf
deren beiden Sei-ten zwischen zweiSatyrn je eineMainade mit ei-nem menschlich.Fufs,bezw.Unter-arm zu sehen ist.
Im übrigenwird an der bis-herigen , von 0.Jahn, Pentheus u. die MainadenS. 15 begründetenAnnahme festzu-halten sein, wo-nach unter dendie Strafe an Pen-theus vollziehen-den Frauen aufden V asenbildern,namentlich wo siein derDreizahl er-scheinen, im An-schlufs an dieTra-gödie die Kad-mostöehter zuverstehen sind, anwelche sich, demBedürfnis derAusfüllung desRaumes entspre-chend, wie in denlitterarischenSchilderungen(vgl. EuripidesBaech. v. 1130)beliebige Maina-den anschliefsenkönnen. So ist dieDarstellung aufdem Deckel einer Pyxis im Louvre aufzufassen,Jahrh. d. arch. Inst. 7 S. 156 (s. Abb. 2), welche um
die Wende des 5. u. 4. Jahrh.. somit bald nachder Aufführung von Euripides’ Bakchen entstan-den ist. Zwei der rasenden Frauen ohne Waffenhaben den jugendlichen Pentheus an beidenArmen und dem linken Bein ergriffen, so dafser in der Luft schwebt; zwei weitere eilenheran in Anwesenheit des Dionysos, welcherruhig der von ihm verhängten Bestrafung zu-sieht, wie er auch bei Euripides in der Naheio weilt. Wenn aber auch die durch das Dramaüberlieferte Situation im allgemeinen festge-halten ist, so stimmt doch die Darstellung imeinzelnen mit der Schilderung in Euripides ’Bakchen wenig überein, was ganz der Wieder-gabe dramatischer Stoffe in der Vasenmalereider Blütezeit entspricht, hier aber um so mehrbegründet ist, da auch Euripides die Zer-reifsung des Pentheus nicht auf die Bühnebringt, sondern durch einen Diener berichten20 läfst. Ebenso hat auch der Vasenmaler den derwirklichen Zerreifsung vorangehenden Augen-blick vorgezogen und die Darstellung dergrauenhaften Verstümmlung vermieden.
Noch weiter rückwärts in der Handlungversetzt uns das dem guten Stil noch näherstehende Vasenbild aus Unteritalien in München nr. 807, abgebildet bei Millingen, peint. de■ms. 5 u. 0. John, Pentheus u. d. Mainaden Taf. 2. a('s. Abb. 3). Es stellt den Augenblick dar, in.io welchem Pentheus auf dem Kithairon von denschwärmenden Mainaden entdeckt wird. Alsbartloser Jüngling, nur mit dem boiotischenHut und der Chlamvs bekleidet, die er umden linken Arm geschlungen wie einen Schildvorhält, sucht er zwischen zwei Bäumen, diedas Waldesdickicht vorstellen, in welchem ersich birgt, dem drohenden Angriff in knienderStellung, das gezückte Schwert in der Rechten,zu begegnen. Die ihn auf beiden Seiten um-<o gebenden Mainaden, welche ganz das auf Vasen-bildern übliche Bild des bakchischen Thiasoswiedergeben, setzen ihren wohl abgemessenenTanz fort (wie bei Eurip. Baech. 1056); nureine Mainade, mit der Fackel in der Hand,hat ihn entdeckt und eilt auf ihn zu. EinRuf von ihr, und die heitere Scene wird sich,wie bei Eurip. Bacch. 1090, in ein Bild er-barmungsloser Rache verwandeln.
Die späteren unteritalischen Vasen stellenso den vollen Angriff der Mainaden auf Pentheus dar. Auf einer Schale von Ruvo, SammlungJatta Cat. 1617, abgeb. Jahn, Pentheus und dieMainaden Taf. Ia; Müller-Wies. 2, 37, 436,mit feiner aber flüchtiger Zeichnung, sehenwir Pentheus mit Chlamys, Jagdstiefeln, zweiSpiefsen auf der Schulter und einem kurzenSchwert in erregter Stellung zwischen zweiihn bedrängenden Mainaden, zu welchen nocheine dritte herbeieilt. Er ist im Begriff, sichso auf die eine Mainade, welche mit ausgestreckterHand nach seinem Haupte greift, zu werfen,sieht sich aber an dem mit dem Schwert aus-holenden Arm von der anderen Mainade mitder Hand ergriffen. Obgleich diese mit demSchwert, die erstere mit dem Thyrsos bewaffnetist, so ist doch durch die Handbewegungender beiden 'deutlicher al;; durch ihre 'Waffendie schreckliche Gefahr, die ihm droht, ange-