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Frau, die zugleich durch den hochgeschürztenChiton, Löwenfell und Jagdstiefel als Jägeringekennzeichnet ist, auf Pentheus ausführt, alsRundbild eingezeichnet ist. Pentheus ist inderselben Weise, wie auf der Neapler Vase,auf steinigen Grund niedergesunken, auch hiermit jugendlichen Zügen und schöngeformtemKörper. An dem Angriff der Frau beteiligtsich aber hier ein Panther, das bakchischeTier (vgl. die Bestrafung des Lykurgos Bd. 2Sp. 2201), indem er Pentheus grimmig in dieSeite fällt, wogegen dieser, auf den Schild ge-stützt. vergebens sich mit dem Schwert zuwehren sucht. Dafs hier der Untergang desPentheus unter dem aus der Tragödie be-kannten Bild der Jagd dargestellt sei, hatDilthey a. a. 0. S. 80 f. einleuchtend erwiesen,doch glaubte er die Angreiferin nicht alsMainade bezeichnen zu können, weil Mainadenin Jägertracht nicht vorkämen. und nanntesie eine dionysische Erinys oder schliefslichLyssa, nach Aischylos ’ Xantrien. Da jedochMainaden mit Jägertracht nicht selten sind(s. o. Art. Mainade Bd. 2 Sp. 2251), durchwelche dieselben die Züge der nahe verwandtenErinys (s. d. Bd. 1 Sp. 1325) annehmen, sowird man bei der Bezeichnung jener Frau alseiner Mainade mit den Zügen einer Erinys stehen bleiben können.
Die Plastik bietet nur Denkmäler grie-chisch-römischen und römischen Ursprungs fürdiesen Gegenstand dar. Wegen der Überein-stimmung mit der oben beschriebenen VaseJatta (Mittler-Wies. 2, 37, 436) mag hier zu-nächst ein neuerdings unter der via Portuensein Rom gefundenes Relief, dem Anschein nachaus dem 1. Jahrh. der Kaiserzeit, veröffentlichtim Bulletino Hella commissione archeol. di Roma1887 tav. 13 p. 215, erwähnt werden. Pentheus hält, von der Chlamys nur wenig bedeckt, inderselben erregten Stellung wie dort zwischenden auf ihn eindringenden Frauen, das Schwertgezückt, dagegen hat er hier, statt der beidenLanzen auf der Yase, eine Schwertscheide inder Linken. Sodann kehrt auf dem Relief dieeine Mainade der Yase, welche den Thyrsoswie eine Lanze gegen ihn schwingt, nicht nurauf der einen, sondern auch auf der anderenSeite, hier in umgekehrter Stellung, wieder,so dafs sich die beiden Angreiferinnen durch-aus symmetrisch gegenüberstehen, und da derandere gegen Pentheus ansgestreckte Arm beijeder von beiden mit einer gegen sein Gesichtzüngelnden Schlange umwunden ist, so er-innert die Darstellung in solcher Weise an denAngriff derErinyen auf Orestes auf dem Vasen-bild bei P. Röchelte Mort. ined. 36 (abgeb.oben Bd. 1 Sp. 1331), dafs hier eine Über-tragung des Orestestypus auf die Pentheussagevorzuliegen scheint, wenn man nicht mitHartwig, Jahrh. d. arch. Inst. 7 S. 154 Anm. 4die Arbeit für modern halten will. Zu einerDarstellung der Verfolgung des Pentheus durchMainaden gehört vielleicht auch ein Relief-fragment vom Theater in Capua im MuseoNazionale in Neapel mit 2 nach rechts schrei-tenden, thyrsosschwingenden Frauen, veröffent-licht von Almno, Anfiteatro Gampano tav. 11,
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2 b, vgl. Dilthey , Archäol. Zeitung 31 S,Anm. 5.
Im übrigen hat sich die Plastik die Dar-stellung der Zerreifsung des Pentheusnach der Schilderung der Dichter zum Gegen-stand genommen, wofür eine grofsartige, dieunwiderstehliche Gewalt der rasenden Mainadenzur Anschauung bringende Komposition existierthat, von der mehrfache Wiederholungen vor-10 handen sind. Die einfachste und klarste Vor-stellung von derselben giebt trotz der mangel-haften Erhaltung das Sarkophagrelief im CampoSanto in Pisa , abgebildet bei Lasinio, raccoltat. 122 u. bei 0. Jahn, Pentheus u. d. MainadenTaf. III b (s. Abb. 5). Pentheus , nackt, in jugend-licher Bildung, liegt ohne Widerstand zu leistenam Boden. Auf der einen Seite hat eine Mai-nade. indem sie ihm mit einem gewaltigenSchritt den Fufs auf den Nacken setzt, seinen20 linken Arm, auf der andern eine zweite knieendund mit einem Fufs sich gegen ihn stemmend(vgl. Eurip. Bacch. 1126), sein rechtes Beinerfafst. um ihm die Glieder auszureifsen. Inder Mitte führt
eine dritte, miteinem Baum-stamm ausho-lend, einen ge-waltigenSchlag30 gegen Pen-theus ’ Haupt.DieWucht ihrerBewegungenläfst keinenZweifel, dafsim. nächstenAugenblickPentheus unterihren Händen40 sein Leben aus-hauchen wird.Auf die Drei-zahl scheintsich die eng-geschlosseneKompositionursprünglich
y m/,
6) Agaue mit dem Haupt desPentheus, Relief (nach Jahn,Pentheus u. d. Mainaden Taf. III, c).
beschränkt zu haben; die vierte, auch ander-wärts vorkommende Figur (s. Jahn a. a. O. S.
50 17) scheint auf dem Sarkophag mehr zur Aus-füllung des Raums hinzugefügt. Dieselbe Grund-scene, Pentheus am Boden liegend und von zweiMainaden rechts und links in derselben Weisewie dort an den Gliedern gefafst, aber mit viel-fachen Zuthaten, bietet das Marmorrelief Gail.Giustiniani 2, 104, bei Matz u, Dahn, Bildiv. inRom Nr. 2266, früher (auch bei Jahn a. a. O.Taf. III a) umgekehrt abgebildet, richtig beiMüller- Wieseler 2, 37, 437, jedoch auch hier viel-
60 fach ungenau, vgl. Michaelis Bull. d. Inst.1858 p. 170. Aufser zwei weiteren Mainaden imHintergrund beteiligen sich an dem Rachewerkder Panther, der wie auf der Calenischen Trink-schale (s. o.) Pentheus anfällt, der sich aneinen Baumstamm anklammert, und eine Erinys in Jägertracht (beide auch bei der Bestrafungdes Lykurgos s. Bd. 2 Sp. 2201); weiterhinfolgen auf der einen Seite eine trauernde Dirke,